Rolf Heimberger – Fragen unserer Zeit

Überlegungen zur Menschheitszivilisation

Der Weg der Menschheitszivilisation in Vergangenheit, Gegenwart und in der Zukunft

Die Entwicklung eines erweiterten Weltbildes. Ein Beitrag..

 

Vorwort

Wie kommt ein einfacher, der Öffentlichkeit vollkommen unbekannter Mensch dazu, etwas über die Menschheitszivilisation in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu schreiben? Die Gesamtheit meiner Lebensumstände und mein Beruf als Ingenieur für Nachrichten-, Schaltungs- und elektronische Messtechnik und mein Leben in der DDR, bewog mich, ab etwa 1975 über allgemeine Fragen des Menschheitsprozesses nachzudenken. Unter dem Motto

„Wissenschaftliche Durchleuchtung zivilisatorischer Prozesse innerhalb der Menschheit“

begann ich ab 1975 kleinere Arbeiten dazu zu erstellen.

Meine erste Arbeit, etwa 20 Seiten umfassend, befasste sich mit der damals gerade „auf Hochtouren“ laufenden Systemauseinandersetzung zwischen Ost und West. Diese Arbeit lieferte mir die wichtige Erkenntnis, dass die damit verbundene Hochrüstung und die damit verbundenen unverhältnismäßig hohen Aufwendungen für die Machtstrukturen in Ost und in West den sozialen Fortschritt der Menschheit erheblich mindern, dass die Menschheit von den Herrschern in Ost und in West sozial ausgeraubt wird, und dass im Sog dieser Systemauseinandersetzung die Länder der „Dritten Welt“ vollkommen verarmen werden. Ich erkannte damals, also um 1976, dass diese Politik der Herrscher in Ost und West den sozialen Interessen der Menschheit diametral entgegengesetzt ist.

Seitdem glaubte ich den Ideologen in Ost und in West kein Wort mehr und mir wurde klar, dass ich mir meine ganz eigenen Gedanken zum zivilisatorischen Prozess der Menschheit machen muss. Das tat ich dann auch.

Alle Überlegungen, wie man die so schwierige gesellschafts-politische, ökonomisch-soziale, ethisch-moralische Situation der Menschheit im Rahmen der Industriegesellschafts-Epoche, in welcher die Menschheit sich gerade befindet, verbessern kann, erbrachte keine konstruktiven Lösungen. Im Jahre 1984 bekam ich das Buch „Das Bild der modernen Biologie“ von H.Füller, Urania-Verlag Leipzig-Jena-Berlin 1980 in die Hand, und die Lektüre dieses Buchs brachte mir die bedeutende Erkenntnis, dass die Menschheit im 21.Jahrhundert mit dem Übergang von der Industriegesellschafts-Epoche in die Biologisch-Genetische Epoche, also mit dem Aufbau einer vollkommen neuartigen Zivilisation, beginnen wird.

Mit dieser Erkenntnis bin ich aus der Eindimensionalität, also aus der „Frosch-Perspektive“ bei der Betrachtung der Menschheitszivilisation in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft herausgekommen. Bald wusste ich, dass die Menschheit auf ihrem zivilisatorischen Weg eine Folge ganz unterschiedlicher Kulturepochen durchlebt, ich wusste, dass ich eine „Theorie der Kulturepochen der Menschheitszivilisation“ erarbeiten muss und dass ich dabei gedanklich ganz eigene Wege gehen müsse.

Da ich diese Arbeit aber nur im „Nebenamt“ erstellen konnte, dauerte deren Erstellung ihre Zeit. Aber das war kein Nachteil, denn so konnten die Überlegungen gut ausreifen. Eine besondere Erweiterung und Vertiefung meines „Allgemeinen Horizontes“ ist mein Befassen mit der Psychologie, also mit dem Wesen des Menschen, ab etwa 1990.

Um das Jahr 2000 hatte es sich dann in meiner „geistigen Werkstatt“ herauskristallisiert, dass man zur Beschreibung des Prozesses der Menschheitszivilisation mindestens die Dreiheit aus

  1. Der Einbettung der Menschheit in die kosmische Welt und in die irdische Natur.

  2. Dem zivilisatorischen Wirken der Menschheit in dieser Welt.

  3. Der wissenschaftlichen Durchleuchtung des menschlichen Wesens

vor dem geistigen Auge haben muss.

Ich habe mich ab 1975, so gut es ging, mich mit allen Feldern unseres Lebens befasst. Damit ausgerüstet konnte ich die in diesem Buch existierenden vier Kapitel erarbeiten. Mir ist es nunmehr vollkommen klar, dass bei jedem zukünftigen Kulturepochenwechsel sich der Menschheit alle „Zehntausend Fragen“ an das menschlichen Leben und an den Gesellschaftsprozess der Menschheit vollkommen neuartig stellen und dass diese vielen Fragen von den zukünftigen Menschen-Generationen theoretisch und praktisch beantwortet werden müssen. Wir, die derzeit lebende Menschen-Generation, erleben jetzt den Beginn eines solchen Kulturepochenwechsels,also den von der Industriegesellschafts-Epoche zur Biologisch-Genetischen Epoche und wir sind dazu herausgefordert uns darauf geistig und mental vorzubereiten.

Aus der grenzenlosen Vielfalt der dabei anfallenden Themen habe ich mit den Kapiteln 2, 3, 4 einige mir sehr wichtig erscheinende Felder herausgesucht, und ich glaube, dass ich damit der oben geforderten Dreiheit für die Betrachtung des Menschheitsprozesses einiger maßengerecht werde.

Im Kapitel 2 dieser Arbeit habe ich die Einbettung der Menschheit in die kosmische und in die irdische Natur etwas beschrieben und aus den dort vorgestellten Tatsachen gefolgert, was die Menschheit tun muss, um ihre Hochzivilisation für längere Zeiten hier auf Erden zu erhalten.

Im Kapitel 3 dieser Arbeit befasse ich mich mit dem innerhalb der heutigen Menschheit heiß umstrittenen Freiheitsbegriff, und ich kann dabei herausarbeiten, dass es in jeder Kulturepoche der Menschheitszivilisation ganz spezifische Freiheitsräume für die dann lebenden Menschen-Generationen gibt, die sie erkennen müssen und dann optimal nutzen sollten.

Im Kapitel 4 suche ich die Frage zu beantworten, wie viel Geist der Einzelmensch und die Menschheit benötigen, um die kommenden zivilisatorischen Herausforderungen zu bestehen.

Ich bewege mich in dieser Arbeit ganz bewusst auf der „Menschheitsebene“, obwohl mir die große Heterogenität der Menschheit, also die historisch gewachsenen große Unterschiedlichkeit zwischen den Völkern auf unserer Erde, ganz klar vor dem geistigen Auge steht. Mir ist klar, dass das Maß dieser Heterogenität einen erheblichen Einfluss auf den realen Ablauf des Menschheitsprozesses in der Zukunft haben wird. Dennoch halte ich eine Arbeit, die auf dieser obersten Ebene operiert, für gut, richtig und wichtig, denn nur so gelingt die Erarbeitung einer konstruktiven und optimistischen Zukunftsvision für die Menschheit. Das ist ein wesentliches Anliegen dieser Arbeit.

Ein weiteres Anliegen dieser Arbeit soll es auch sein, die Gesellschaftswissenschaftler aufzufordern, endlich aus der Froschperspektive der Gesellschaftsbetrachtungen heraus zu kommen. Sie sind derzeit nur mit der „Verschlimm-Besserung“ der jetzt noch existierenden spätkapitalistischen Gesellschaftsstrukturen beschäftigt. Sie sollten sich schnell und mit großem Elan der gesellschafts-politischen, der ökonomisch-sozialen, der ethisch-moralischen und der kulturellen Zukunftsgestaltung der Menschheit zuzuwenden, um hier konstruktive und optimistische Perspektiven für die Menschheit zu erarbeiten. Es geht hier um nicht mehr und nicht weniger als um die Sicherung der Existenz der Menschheit als eine schöpferische, aktive hochzivilisierte Population auf unserem Heimatplaneten Erde und in der kosmischen Welt.

Erst jetzt, im Alter von 69 Jahren, habe ich mit meinem Wissen und mit meiner akkumulierten Lebenserfahrung die geistige und die mentale Souveränität ein solches zukunftsorientiertes Gedankengut an die Öffentlichkeit zu bringen.

Berlin 2012                                                                                                    Rolf Heimberger

INHALT

Kapitel 1: Die Theorie der Kulturepochen der Menschheitszivilisation

1.1 Sätze zur Theorie der Kulturepochen

1.2 Die nullte Kulturepoche der Menschheitszivilisation

1.3 Die Agrarische Epoche, die erste Kulturepoche der Menschheitszivilisation

1.4 Die Industrie-Epoche, die zweite Kulturepoche der Menschheitszivilisation

1.5 Die Biologisch-Genetische Epoche, die dritte Kulturepoche der Menschheitszivilisation.

1.6 Die Geologische Epoche, die vierte Kulturepoche der Menschheitszivilisation

1.7 Die Kosmischen Epochen der Menschheitszivilisation.

Kapitel 2 : Die kosmische Welt, die irdische Natur und die notwendigen Aktivitäten der Menschheit zum Erhalt ihrer Existenz als eine hochzivilisierte Population in dieser Natur, in dieser Welt.

2.1 Einleitung

2.2 Kurze Beschreibung unseres Heimatkosmos, der Galaxien, der Prozesse der Sternenentstehung, der Sternenentwicklung und des „Sterbens“ der Sterne und des Energiekreislaufes in den Galaxien.

2.3 Kurze Beschreibung unseres Sonnen-Planeten-Systems.

2.4 Kurze Beschreibung unseres Heimatplaneten Erde.

2.5 Die physikalische, chemische, geologische, klimatologische und biologische Geschichte unserer Erde.

2.6 Wichtige chemisch-physikalische Voraussetzungen für die Entstehung und Entwicklung einer Biosphäre auf einem Planeten.

2.7 Die notwendigen Aktivitäten der Menschheit zum Erhalt ihrer Zivilisation gegenüber der Naturdynamik unseres Planeten Erde.

Kapitel 3: Der Freiheitsbegriff in den Menschengesellschaften und die dort erreichbaren Freiheiten.

3.1 Die geistige Basis des heutigen Freiheitsbegriffs

3.2 Die existentiellen Bedürfnisse des Einzel-Menschen und die jedem Menschen unabdingbar zustehenden Menschenrechte als elementare Bestandteile der menschlichen Freiheit

3.3 Definitionen des Freiheitsbegriffs für die Einzel-Menschen, für die Menschengruppen, für die Völker, für die Menschheit.

3.4 Der historische Weg der Menschheit in die Unrechtsgesellschaften, in die Unfreiheit.

3.4.1 Die Unrechtsgesellschaften der Sklavenhalterei und der Leibeigenschaft.

3.4.2 Die Industriegesellschaft, eine Epoche der Menschheitszivilisation. Die kapitalistische Unrechtsgesellschaft.

3.4.3 Die Chancen der Menschheit zum Gewinn von Freiheitsräumen beim Wechsel von der Industriegesellschaftsepoche in die Biologisch-Genetische-Epoche.

3.4.4 Das Ringen der Menschheit um ihre Freiheit in der Geologischen Epoche der Menschheitszivilisation.

3.4.5 Freiheitsräume für die Menschheit, wenn sie zu einem kosmischen Wanderer geworden ist.

3.4.6 Momente im Gesellschaftsprozess, welche die Freiheitsräume einengen.

3.4.7 Die Abwehrmechanismen der menschlichen Seele gegen die Unerträglichkeiten des Lebens in den Unrechtsgesellschaften.

3.4.8 Das Verharren der Menschheit im Reich der Unfreiheit infolge der Zwangserziehung der Kinder.

3.5 Der Weg der Menschheit in das „Reich der Freiheit“.

Kapitel 4: Wieviel Geist und Schöpfertum braucht die Menschheit um die zukünftigen zivilisatorischen Herausforderungen zu bestehen?

4.1 Die Beschreibung des menschlichen Geistes, der geistigen und der wissenschaftlichen Tätigkeit der Menschen.

4.2 Große Geistestaten in der bisherigen Menschheitsgeschichte.

4.3 Die Fähigkeiten und Persönlichkeitsmerkmale der Wissenschaftler, der Geistesarbeiter.

4.4 Die geistige Aufbesserung der Menschen ist notwendig zur Bewältigung der kommenden zivilisatorischen Herausforderungen an die Menschheit.

Nachwort

Anhang: A1: Hauptsätze zur Menschheitszivilisation.

A2: Medizin-Ethik im 21.Jahrhundert

A3: „Das freie Denken“. (Zitat von Bertrand Russell)

A4: Eine Weltregierung

 

Literaturverzeichnis.

Kapitel 1: Die Theorie der Kulturepochen der Menschheitszivilisation

    1. Sätze zur Theorie der Kulturepochen

Die heutige menschliche Zivilisation ist grenzenlos vielschichtig.

Dennoch muss über den weiteren Weg und die „Gangart“ der Menschheitszivilisation

intensiv nachgedacht und auch geschrieben werden.

Mit meiner „Theorie der Kulturepochen“ habe ich einen tragfähigen Ansatz gefunden

um zu diesem Thema Aussagen machen zu können.

Die wichtigsten Sätze meiner „Theorie der Kulturepochen“ sind:

1. Die Menschheit durchläuft auf ihrem zivilisatorischen Weg eine Folge ganzunter-

schiedlicher Kulturepochen.

2. Die Menschheit muss sich ihren „zivilisatorischen Pfad“ selber bahnen, er ist ihr von

niemanden gewiesen.

3. Die Anzahl der Kulturepochen, welche die Menschheit durchlebt, ist nicht vorhersagbar,

ist nicht vorherbestimmt.

4. Jede Kulturepoche der Menschheitszivilisation wird von bestimmten, hauptsächlichen

zivilisatorischen Potentialen geprägt.

5. Jede Kulturepoche der Menschheitszivilisation ist von endlicher Dauer.

6. Die Menschheit muss ihr Schöpfertum leben dürfen. Andernfalls degeneriert ihre Zivi-

lisation.

7. Die Menschheit braucht stets Zukunftsvisionen. Nur so findet sie den Weg in die

jeweils nachfolgende Kulturepoche.

Auf diese Sätze abgestützt will ich im folgenden diese „Theorie der Kulturepochen“ in

kurzer (kanonischer) Form präsentieren.

    1. Die nullte Kulturepoche der Menschheitszivilisation

Das war die „Heraushebung“ des Menschen aus dem Tierreich. Hierbei war die Entwicklung

(Schöpfung) der menschlichen Sprache das hauptsächliche zivilisatorische Potential,

welche mehr und mehr eine zielgerichtete und zweckgebundene Kommunikation zwischen den werdenden Menschen ermöglichte.

Es bildeten sich in dieser Zeit die Jäger- und Sammlergesellschaften heraus, welche sozial weitgehend egalitär waren.

    1. Die Agrarische Epoche, die erste Kulturepoche der Menschheitszivilisation.

Vor etwa 15.000 Jahren beendeten die Jäger- und Sammlergesellschaften, regional

zu unterschiedlichen Zeiten, ihr Nomadendasein. Die Menschen wurden sesshaft, und sie

wurden zu Produzenten von landwirtschaftlichen Gütern. Sie betrieben nun die Viehhal-

tung und die Züchtung und den Anbau von Nutzpflanzen.

Die hauptsächlichen Potentiale dieser Agrarischen Kulturepoche waren die Landwirtschaft und das Bauwesen. In historisch kurzer Zeit vollzog sich dann innerhalb der nun sesshaften Menschheit die Differenzierung in die ersten sozialen und politischen Unrechtssysteme der

Menschheitsgeschichte. Das waren die Sklavenhaltergesellschaften Chinas, Indiens, Persiens,

Mesopotamiens, Ägyptens und später Griechenlands und Roms.

In der Agrarischen Kulturepoche der Menschheitszivilisation wurden zusätzlich zur Schöpfung der materiellen Basis dieser Gesellschaften erste „staatliche Überbauten“ durch die

Herrscher errichtet. Das waren die Herrschaftsinstrumente der Sklavenhalter,also die ersten Gesetzeswerke, der Aufbau eines Beamtentums, die Erstellung der Infrastrukturen für das „zivile Leben“ der Herrscherschicht und die Handlungsfähigkeit der jeweiligen Söldnerarmeen. In der weiteren Entfaltung der Agrarischen Epoche wurden die ersten Konfessionen geschöpft.

In der Spätzeit der Agrarischen Kulturepoche wurde die Herrschaft der Sklavenhalter durch die Herrschaft des Adels, der sich die einfachen, arbeitenden Menschen als Leibeigene hielt,

abgelöst.

1.4 Die Industrieepoche, die zweite Kulturepoche der Menschheitszivilisation.

Von Europa gingen ab dem 15. Jahrhundert die zivilisatorischen Impulse für die zweite Kulturepoche der Menschheitsgeschichte aus, welche ich die Industriegesellschaftsepoche nenne.

Mit der geografischen Erkundung des Planeten Erde, damals vor allem durch die Seefahrernationen Portugal und Spanien, mit der Entwicklung der handwerklichen Hochkul-

turen nun auch in Europa, mit der Entwicklung der ersten modernen Wissenschaften, also der

höheren Mathematik, der Physik und der Mechanik durch solche Gelehrte wie Newton, Leibniz, Huygens, Euler, Lagrange, Laplace, Gauß, Cauchy wurden Schritt für Schritt die

Voraussetzungen für die Schaffung der industriellen Zivilisation geschaffen. Die erste Nation,

welche umfassend in das Industriezeitalter eintrat,das waren die Engländer im 17.Jahrhundert.

Von dieser Zeit an wurden der Adel und der Klerus nach und nach aus ihren autoritären Machtpositionen verdrängt. Die Herrscher in dieser neuen Kulturepoche der Menschheitszivi-

lisation, das wurden nun die Fabrikbesitzer und die Bankiers (die Kapitalisten) .

Das Geld als Wertübertrager, als Wertspeicher, als Wertteiler und als Wertmesser begann in dieser neuen zivilisatorischen Epoche der Menschheit eine stetig steigende Rolle zu spielen.

Die Basispotentiale der Industriegesellschaftsepoche, das sind die Naturwissenschaften, also die Mathematik, die Physik, die Chemie und die vielen technischen Wissenschaften.

Auf dieser Basis wurden in einem intensiven Arbeitsprozess einerseits das so hochwertige Gedankengebäude der Wissenschaften und auf der anderen Seite die großen nationalen und internationalen Infrastrukturen erstellt. Das sind die großen Versorgungs- und Entsorgungs-

Systeme, die Mobilitätssysteme, die Kommunikationsnetze und die automatisierten Fabriken.

Ein Hauptkennzeichen der Industriegesellschaft ist ihre grenzenlose Vielfalt.

Die Menschheit schöpft im Rahmen der Industriegesellschaftsepoche ihre eigene Lebenssphäre, die Noosphäre. Das sind vor allem die großen Städte. Bei der Synthese der Noosphäre geht die Menschheit über das von der Natur Gegebene weit hinaus,sie macht erstmals ganz neue Synthesen in der Welt als Ausdruck ihres Schöpfertums. (Die Menschheit

transzendiert die Natur)

Allerdings ist auch die Industriegesellschaft eine Gesellschaft mit sehr schlimmen politischen und sozialen Unrechtsstrukturen. Die Herrscher der europäischen kapitalistischen Industrieländer, also Portugals, Spaniens, Englands, Frankreichs, Hollands, Belgiens, Italiens, Deutschlands, Russlands und später auch Japans und der USA haben mit dem verbrecherischen Kolonialismus, der heute noch andauert, den Völkern Asiens, Arabiens, Afrikas, Mittel- und Südamerikas schlimmstes Unrecht und grenzenloses Leid zugefügt. Mit den von den Großkapitalisten gewollten beiden Weltkriegen haben diese der Menschheit bisher ungekanntes Leid zugefügt und dabei materielle Werte in einem Umfange vernichtet wie nie zuvor in der Geschichte der Menschheit.

Die bisherige zivilisatorische Bilanz der Menschheit zeigt auf der einen Seite ihren phantastischen Aufstieg von Pfeil und Bogen hin zu satellitengestützten, die Erde umspannenden Kommunikationssystemen, zeigt aber auf der anderen Seite etwa 2200 Kriege

und Bürgerkriege zwischen den Völkern und innerhalb der Völker. Es wird geschätzt, dass dadurch, und durch das soziale und politische Unrecht in den bisherigen Menschengesellschaften, von den 32 Milliarden Menschen, welche seit der Sesshaftigkeit der

Menschheit gelebt haben und noch leben, etwa 24 Milliarden Menschen durch Kriege, durch Ausbeutung, durch soziales Elend, durch Verfolgung, durch Vertreibung ins menschliche Unglück gebracht wurden, eben durch die Verbrechen, welche die Herrscher aller Zeiten an den Menschen, an den Völkern verübt haben. Diese Herrscher haben, um ihre Macht zu sichern und um ihre materielle Gier zu befriedigen, einen großen Teil der menschlichen Arbeitskraft, eine Unmenge wertvollster Rohstoffe, eine Unmenge an Energie für die militärische Rüstung, für die Führung von Kriegen und den Ausbau von Machtstrukturen verpulvert. Dabei haben sie einen bedenkenlosen Raubbau an der Natur verübt und viele ökologische Systeme auf unserem Planeten Erde schwer beeinträchtigt oder gar zerstört. Damit ist vor allem die Vergiftung des Wassers, der Luft und des Bodens in vielen Regionen der Erde gemeint.

Die von Europa ausgehenden geistigen Strömungen der Renaissance, der Reformation, der Aufklärung, der modernen Wissenschaften, der Evolutionslehre, der Sozialwissenschaften, der Psychologie haben es bisher nicht vermocht, die Völker der Industrieländer und die Menschheit insgesamt aus den so gewalttätigen politischen und sozialen Unrechtssystemen

herauszuführen und ebenso wenig aus der virtuellen, mystischen Gedankenwelt der monotheistischen Konfessionen.

Die kapitalistische „Führungselite“ innerhalb der Menschheit hat nunmehr eine Reihe von drängenden zivilisatorischen Problemen zu verantworten, die durch deren den Menschheitsinteressen diametral entgegen gerichtete Kriegs- und Unrechtspolitik entstanden sind.

Ich nenne diese Probleme die historischen Defizite der Menschheit, die sich in den kommenden Jahrzehnten sehr stark im Gesellschaftsprozeß artikulieren werden. Die wesentlichsten davon sind.

  1. Das Krieg – Frieden-Problem. Der Krieg ist noch immer ein Mittel der Politik

  2. Die militärische Aufrüstung wird weiter forciert, obwohl sie die Menschheit immer weiter in die allgemeine Verarmung treibt.

  3. Nationalismus, Rassismus, Militarismus und Fundamentalismus sind innerhalb der

der Menschengesellschaft nach wie vor weit verbreitet.

  1. Der Kolonialismus der reichen Industrieländer gegenüber den Ländern der

„Dritten Welt“ wird mit subtileren Methoden weiter betrieben.

  1. Die Steuerung der Menschenanzahl auf unserem Planeten mit humanistischen Mitteln wird nicht betrieben. Statt dessen lassen die Herrscher aller Länder die Dezimierung der Menschenanzahl weiterhin, ohne jeden Skrupel, durch Kriege, Hunger und Seuchen zu.

  2. Eine effektive und nachhaltige Nutzung der Rohstoffe der Erde kommt nicht voran.

Die Müllberge der Menschheit wachsen weiter an.

  1. Die Erhaltung der bio-ökologischen Systeme kommt nicht voran. Statt dessen versteppen und verwüsten immer weitere Gebiete auf der Erdoberfläche.

  2. Die Sauberhaltung von Wasser, Luft und Boden gelingt nicht.

  3. Eine allgemeine, von der UNO entworfene, humanistische Menschheitsverfassung wird überhaupt nicht angestrebt.

  4. Es fehlt während der gesamte Industriegesellschaftsepoche ein tragfähiges ethisch-moralischen Wertesystems, in welchen die Wissenschaften eng mit dem Humanismus verknüpft sind.

  5. Es fehlt heute innerhalb der Menschheit der Wille zur aktiven Vorbereitung auf ihren Übergang von der Industriegesellschaftsepoche in die Biologisch-Genetische Epoche.

Spätestens seit dem aufsehenden Bericht des „Club of Rome“ aus dem Jahre 1972 über die „Grenzen des Wachstums“ sind die meisten der eben genannten drängenden zivilisa-

torischen Probleme der Menschheit der kapitalistischen „Herrscherelite“ und den politischen Machthabern in allen Ländern gut bekannt, aber sie haben in den letzten 40 Jahren nichts Wesentliches für die Lösung dieser drängenden Probleme getan. Im Gegenteil, sie haben diese Probleme durch ihre Macht- und Profitgier in den letzten 40 Jahren drastisch verschärft.

So müssen wir heute, im Jahre 2012, die folgenden schlimmen sozialen Zustände mit großer Betroffenheit zur Kenntnis nehmen:

Heute leben schon über 7000 Millionen Menschen auf der Erde.

Davon sind über 4000 Millionen Menschen verarmt.

1000 Millionen Menschen sind vom Hungertod bedroht.

2000 Millionen Menschen haben kein sauberes Wasser und keine sanitäre Anlagen.

1000 Millionen Menschen sind Analphabeten.

Weltweit sind 1000 Millionen Menschen arbeitslos, 100 Millionen sind obdachlos.

400 Millionen Kinder müssen arbeiten, es gibt 100 Millionen Straßenkinder.

Über 25 Millionen Menschen sind Öko-Flüchtlinge

Über 25 Millionen Menschen sind Kriegs- und Bürgerkriegsflüchtlinge.

Über 10 Millionen Menschen sterben jährlich an Malaria,Tuberkolose,Durchfall Aids und

anderen Krankheiten, vor allem aus sozialen Gründen.

Und der Umfang dieses Elends der Menschheit wird sich noch wesentlich vergrößern, da die

Erdbevölkerung in diesem 21.Jahrhundert weiter exponentiell steigen wird.Die demografische

Extrapolation der Erdbevölkerung weist die folgenden Zahlen aus:

Im Jahre 2010 leben 7.000 Millionen Menschen, davon sind 4.000 Millionen verarmt.

Im Jahre 2050 leben 10.000 Millionen Menschen, davon sind 7.000 Millionen verarmt

Im Jahre 2100 leben 15.000 Millionen Menschen, davon sind 10.000 Millionen verarmt.

Auch diese Zahlen sind den Herrschereliten aller Länder und auch der UNO wohlbekannt

Sie sagen aus, dass der Menschheit in wenigen Jahrzehnten eine globale politische und soziale

Instabilität droht. Doch die Beherrscher der Völker tun nichts zur Entspannung der immer dramatischer werdenden sozialen Lage der Menschheit, weder die Kapitalisten, noch die Konfessionsführer, noch die UNO.

Schon im Jahre 1970 hat der weltberühmte Gelehrte, der Schöpfer der Quantentheorie, der

Physik-Nobelpreisträger Werner Heisenberg in einer öffentlichen Rede gesagt:

„Wenn eines Tages die Kolonialvölker ihr Recht auf die Güter der Erde einfordern werden, dann kann es wegen des dortigen riesigen Bevölkerungswachstums nur zu globalen politischen und sozialen Katastrophen kommen.“

Diesen Mahnruf von Werner Heisenberg und auch die Mahnrufe anderer weltberühmter Gelehrter wie des amerikanischen Chemie-Nobelpreisträger Linus Pauling und des britischen Mathematiker und Philosophen Bertrand Russel, den Wahnsinn der Hochrüstung endlich zu beenden, wurde von den Herrschern in Ost und West und auch von den Herrschern der „Dritten Welt“ einfach ignoriert. Und so kam es, dass durch den Kalten Krieg zwischen Ost und West der arbeitenden Menschheit allein für die Rüstungs- und Machtstrukturen einhunderttausend Milliarden Dollar abgepresst wurden. Dadurch ist sie nun sozial ausgezehrt

Durch den Kalten Krieg zwischen Ost und West sind etwa 500 Millionen Menschen in der „Dritten Welt“ zwischen 1946 und 1991 verhungert, verdurstet, an Seuchen, als Kriegsflüchtlinge oder als Soldaten in den vielen Stellvertreterkriegen gestorben.

(Stellvertreterkriege bedeutet hier, dass die Herrscher in Ost und in West es in zynischer Art und Weise politisch so „gedreht“ haben, dass die Völker außerhalb des Ost- und des Westblocks in kriegerischen Auseinandersetzungen die Macht- und Herrschaftsinteressen des Ostblocks und des Westblocks ausgefochten haben. Schreckliche Beispiele dafür waren der Koreakrieg von 1950-1953 und der Vietnamkrieg von 1964-1975)

Aber auch jetzt geht die Hochrüstung weltweit immer weiter. Allein die kapitalistischen Herrscher der USA haben im Jahre 2011 ihrem Volk eine Rüstungslast von 520 Milliarden Dollar auferlegt, und in dem militärpolitischen Sog dieser USA-Hochrüstung rüsten die Herrscher aller anderen Länder auch immer weiter auf, und sie treiben ihre Völker damit immer weiter in die soziale Armut.

Die Hauptverantwortung für diese den Menschheitsinteressen diametral entgegengerichtete

Politik tragen die Herrscher in den reichen kapitalistischen Industrieländern. Sie halten mit

ihrer großen ökonomischen Stärke und ihrer gewaltigen militärischen Macht das Schicksal der gesamten Menschheit in ihren Händen. Die oben ausgewiesene so schlimme soziale Bilanz

der kapitalistischen Herrschaft über die Menschheit weist auch deutlich darauf hin, dass diese

kapitalistische Gesellschaft in den reichen Industrieländern innerlich auch sehr krank sein muss. Das zeigen die folgenden Fakten sehr deutlich:

  1. Mit der Börsenspekulation haben die kapitalistischen Herrscher eine virtuelle Finanzsphäre geschaffen, welche keinen einzigen Cent Wertschöpfung macht, die aber

in asozialer Weise mit Spekulationen, mit Finanzderivaten die Realwirtschaft in ihrem Würgegriff hält, sie also gnadenlos ausbeutet.

Mit diesem Prozess werden letztlich die arbeitenden Menschen von den wahren Herrschern des kapitalistischen Systems, das sind die Milliardäre und die Multimillionäre, in deren Auftrag die Börsenspekulanten diesen Raub an den arbeitenden Menschen durchführen, um einen großen Teil des von ihnen erarbeiteten Mehrwertes betrogen.

Wenn das chaotische und asoziale Geschehen an den kapitalistischen Börsen aus dem Ruder gerät und „Verluste“ gemacht werden, dann werden Wirtschaftskrisen inszeniert, deren Folgen dann auch die arbeitenden Menschen in der Realwirtschaft zu tragen haben. Dieses Verfahren heißt: Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren.

  1. Es blüht ein vollkommen irrationales Versicherungs- und Steuer-Unwesen in der

spätkapitalistischen Gesellschaft, welches die Herrscher dieser Gesellschaft durch

ihre Erfüllungsgehilfen, den Bossen der Versicherungsgesellschaften und den

Politikern auch als ein Herrschaftsinstrument über die arbeitenden Menschen

installiert haben um damit die Menschen einmal mehr tüchtig auszurauben.

  1. Die Bürokratien in den reichen kapitalistischen Ländern haben ein geradezu

krankhaftes Ausmaß angenommen. Sie sind ein weiteres Herrschaftsinstrument.

  1. Die Werbung für Firmen, Versicherungen und deren Produkte und Dienstleistungen

ist vollkommen ins Primitive entartet. Nunmehr dominiert dieses primitive kapitalistische Werbungs-Unwesen schon fast alle Medien, also das Fernsehen, den Hörfunk, die Tageszeitungen und die Zeitschriften. Die kapitalistische Werbung ist eine sehr schlimme Subkultur.

  1. Auch in den reichen kapitalistischen Ländern, der sogenannten „freiheitlich

demokratischen Rechtsordnung“, gilt der Hauptsatz des Rechtswesens, welcher lautet:

„Das Recht ist der zum Gesetz erhobene Wille der Herrscherschicht“

Da die spätkapitalistische Gesellschaft der reichen Industrieländer eine soziale

Unrechtsgesellschaft ist, sind deren Gesetzeswerke auch weitgehend Unrecht.

Die Politiker als Erfüllungsgehilfen der Herrscher des Kapitalismus betreiben die

andauernde Manipulation der Werktätigen, das heißt sie verschleiern den einfachen

arbeitenden Menschen, dass ihre „Rechtsverordnungen“ hauptsächlich dem Erhalt und

der Vergrößerung des Privateigentums und der Macht der Milliardäre und der

Multimillionäre dienen. Die Verteilung der Vermögen und der Macht in den reichen

kapitalistischen Ländern weisen diese Tatsachen exakt aus.

  1. In der spätkapitalistischen Gesellschaft existiert eine grenzenlose materielle Gier,

welche dort zu einer andauernd großen Wirtschaftskriminalität in allen Ebenen des Wirtschafts- und Finanzprozess führt..

Aber auch im Alltag dieser mehr und mehr degenerierenden spätkapitalistischen Gesellschaft existiert eine hohe Kriminalität in allen Lebensbereichen,vor allem gegen

die Frauen und die Kinder.

  1. Im Berufsleben existiert noch immer eine Diskriminierung der Frauen, welche bei

gleicher Tätigkeit in der Regel geringer entlohnt werden als die Männer. Besonders

schlimm ist die Diskriminierung der Akademikerinnen, für welche die Mutterschaft

von zwei oder drei Kindern in aller Regel das „Aus“ ihrer Berufskarriere bedeutet.

  1. Auch in den reichen kapitalistischen Gesellschaften existiert eine große

Arbeitslosigkeit und auch eine sich immer weiter ausbreitende Armut unter den einfachen Menschen. Die Arbeitslosigkeit ist aber von den kapitalistischen Arbeitgebern erwünscht, denn damit können diese einen enormen Leistungsdruck auf

die noch in Arbeit Stehenden ausüben. In den letzten 20 Jahren hat dieser inhumanistische Zustand in der kapitalistischen Arbeitswelt zu exponentiell ansteigenden psychischen Erkrankungen bei den werktätigen Menschen geführt.

  1. In den spätkapitalistischen Gesellschaften sind das Säufertum, die Fressucht,das

Rauchertum, die Drogensucht und das Sekten-Unwesen weit verbreitet. Dieses ist ein

exakter Indikator für die Sinnentleerung des Lebens in diesen Gesellschaften. Und den so „sinnentleerten“ Menschen werden dann Fernsehprogramme, die man zu großen

Teilen nur als eine schlimme Subkultur bezeichnen kann, von den Medienmachern skrupellos angeboten. Das ist eine echte Gefahr für die Kinder und die Jugendlichen.

  1. Der Spätkapitalismus hat Menschen mit dem „Marketing-Charakter“ erzeugt. Diese

Menschen sind egoistisch, gefühllos aalglatt anpassungsfähig, karrierebewusst,

ausschließlich auf das Materielle im Leben orientiert.

Mit dieser umfassenden Kritik am „modernen“ Kapitalismus stehe ich nicht allein da. Ich

will hier den Leser auf den Weltbestseller „Haben oder Sein“ des bedeutenden Sozialpsychologen Erich Fromm und auf das Buch „Das Imperium der Schande“ von Jean

Ziegler verweisen.

Das alles, also die historischen Defizite, der erbärmliche Sozialzustand der Menschheit und die vielen Gesellschaftskrankheiten sind auf dem gesellschaftlichen Nährboden der kapitalistischen Gesellschaft, welche Jean Ziegler in seiner heutigen Verfassung als das „Imperium der Schande“ bezeichnet, herangewachsen, und sie belasten die Gegenwart und die Zukunft der Menschheit erheblich.

Es stellt sich nun die Frage, warum die Völker der Welt diesen Kapitalismus nicht aus dem Menschheitsprozess eliminieren, der doch zwei Drittel der Menschheit so gnadenlos im Elend hält. Es lassen sich mehrere Gründe dafür finden, dass dieses in den nächsten Jahrzehnten nicht passieren wird. Diese sind:

  1. Das internationale Großkapital hat alles, was zur Führung des Industriegesellschafts-

Prozesses notwendig ist, in seinen privaten Händen. Das sind die Rohstoffe der Welt,

die großen Produktionsstätten, die großen Forschungslaboratorien, die Masse der

Finanzen. Sie haben einen bestimmenden Einfluss auf die politischen Klassen fast aller Länder, auf das internationale diplomatische Corps und auch auf die UNO. Sie kontrollieren die Medien und betreiben damit die Manipulation der Massen, sie bestimmen mithilfe ihrer Lobbyisten weitgehend die Gesetzgebungen. Sie haben die internationalen Handelsbeziehungen und auch die Juristen in ihrer Hand, die also deren Interessen in der Gesellschaft durchsetzen. Sie haben auch die von ihnen scharf selektierten Wissenschaftler und Ingenieure auf ihrer Seite, die sie für ihre schöpferische Arbeit auch gut bezahlen. Und sie haben es auch geschafft, die höheren Gewerkschaftsfunktionäre weitgehend auf ihre Seite zu ziehen. Dem also ganz hervorragend international organisierten Großkapital stehen nur noch die national schwach organisierten Werktätigen gegenüber.

Nach der Herrschaftsmaxime „Teile und herrsche“ (divide et impera) werden jetzt, im Zeitraum der „Globalisierung“ die Werktätigen der reichen Industrieländer gegen die Werktätigen in der „Dritten Welt“, in den Billiglohnländern, systematisch ausgespielt,

damit die Profite der kapitalistischen Großkonzerne weiter steigen. Vielfach haben die kapitalistischen Arbeitgeber damit die Werktätigen der Industrieländer erpresst, nun für einen geringeren Lohn weiter in hoher Intensität für die Konzerne zu schuften.

  1. Die Kapitalisten begreifen sich als der zivilisatorische Motor der Industriegesellschafts

Epoche. Tatsächlich sind alle bedeutenden Errungenschaften unserer technischen Zivilisation in den kapitalistischen Ländern erfunden und entwickelt worden. Als Beispiele seien hier die Eisenbahn, das Auto, das Flugzeug, das Radio, das Fernsehen, das Elektroenergienetz, der Elektroherd, die Waschmaschine, der Kühlschrank, der

Computer, das Internet und viele weitere Tausende technische Produkte und Systeme

für unsere technische Zivilisation genannt. Die Hauptmasse der technischen Erfindungen findet man aber in der Produktionssphäre. Dort wurden und werden die verschiedenartigsten Werkzeuge, Meßsysteme und technologische Fertigungsverfah-

ren entwickelt.

Am Aufbau unserer technischen Hochzivilisation haben neben den Großkonzernen auch viele Tausende klein- und mittelständige private Unternehmer einen bedeutenden Anteil. Sie sind nicht an die Börsen gegangen um dort zu spekulieren, statt dessen haben sie in kontinuierlicher, disziplinie1rter Arbeit, vielfach über mehrere Generationen hinweg, der Realwirtschaft des Kapitalismus ein starkes Rückgrat erstellt. Vor allem dank der Arbeit dieser klein- und mittelständischer Unternehmen, die sich zumeist auch sozial zu ihren Mitarbeitern verhalten haben, hat sich die kapitalistische Gesellschaft den Ruf erworben, der zivilisatorische Motor in der Industriegesellschaftsepoche zu sein.

Die Menschen in den Industrieländern haben den Wechsel von der Agrarischen zur

Industrie-Epoche auch weitgehend angenommen, da sich durch dieses zivilisatorische

Weiterschreiten in die technische Welt zumindest in „Friedenszeiten“ sich ihre Lebensbedingungen von Generation zu Generation verbessert haben. (Man denke hier

nur an den Aufbau der städtischen Frischwasser- und Abwassernetze, der Elektroenergie- und Fernwärmenetze)

Die ständigen technischen Innovationen waren es vor allen Dingen, was das kapitalistische System bisher getragen hat. Die Menschen haben diese technischen, ihr Leben erleichternden Innovationen, angenommen, sie haben mitgemacht. In der Zukunft wird es aber immer problematischer werden in den nun vorhandenen hochkomplexen Industriegesellschaftskörper weitere technische Innovationen zu platzieren

Er zeigt schon erste „Abwehrreaktionen“. So konnten zu Beispiel solche hervorragenden technische Produkte wie das Überschallpassagierflugzeug „Concorde“ und auch die Magnetschnellbahn „Transrapid“ nicht mehr in den hochkomplexen Industrie-Gesellschaftskörper integriert werden. Hier zeigten sich erstmalig die gesellschafts-politischen und ökonomisch-sozialen Grenzen des heutigen Spätkapitalismus deutlich auf.

Wenn nun zusätzlich zu dem durch die Großkapitalisten erzeugten sozialen Unrecht, zu der

der allgemeinen Rohstofferschöpfung und zur ökologischen Zerstörung weiter Regionen unserer Erde auch der kapitalistische Innovationsmotor ins Stottern gerät, und zum Stillstand kommt, dann ist die Zeit des Kapitalismus abgelaufen, es wird auch das „natürliche“ Ende der Industriegesellschaftsepoche sein.

Viele Menschen weltweit wenden sich schon heute vom kapitalistischen Leben ab und suchen nach persönlichen Alternativen. Das ist ein exakter Indikator dafür, dass auch das kapitalistische System kaum noch eine ethisch-moralisch Substanz in sich hat.

  1. So sehr man sich das Ende der kapitalistischen Herrschaft auch wünschen mag, so sehr muss man aber auch erkennen, dass es zur Zeit keine gesellschaftliche Kraft weltweit gibt, die bei einer sofortigen „Abdankung“ der kapitalistischen Herrscher den jetzt existierenden hochkomplexen Industriegesellschaftskörper führen kann. Ein sofortiger brachialer Sturz des kapitalistischen Systems würde ein gefährliches gesellschafts-politisches, und ökonomisch-soziales Vakuum im derzeitigen Menschheitsprozess erzeugen, welches die Gefahr einer allgemeinen gesellschaftlichen Instabilität im Menschheitsprozess in sich hat.

Welche Möglichkeiten die Menschheit hat, ihre jetzige recht schwierige

zivilisatorische Lage zu überwinden, werde ich in den kommenden Kapiteln kurz

beschreiben.

    1. Die Biologisch-Genetische Epoche, die dritte Kulturepoche der Menschheits-

Zivilisation.

Die Beschreibung der Industriegesellschaftsepoche, welche die Menschheit im wesentlichen unter kapitalistischen Strukturen durchlebt hat, zeigt deutlich, dass dem Kapitalismus mit dem ständig wachsenden Industriegesellschaftskörper nicht die Zukunft der Menschheit gehört.

Die Industriegesellschaftsepoche ist der Menschheit gründlich misslungen. Das zeigen die Ausführungen des vorigen Kapitels sehr deutlich. (Nur in den Bereichen der Wissenschaften und der Technik hat die Menschheit hier große Errungenschaften vorzuweisen)

Keines der drängenden zivilisatorischen Probleme, welche der Kapitalismus der Menschheit

„eingebrockt“ hat, wird von ihm in den letzten Jahrzehnten seiner Existenz noch entspannt

oder gar gelöst werden. Der Spätkapitalismus ist dazu weder willens noch in der Lage. Der Spätkapitalismus wird mehr und mehr zu einem „Krebsgeschwür am Körper“ der Menschheitszivilisation und auch an der Natur des Planeten Erde.

Wie kann nun die Menschheit der drohenden zivilisatorischen Krise, der existentiellen Bedrohung ihrer Hochzivilisation, der drohenden allgemeinen Instabilität, in ihrem Gesellschaftsprozess entkommen ?

Nach meinen in langen Jahren gewonnenen Erkenntnissen nur dadurch, dass die Menschheit bewusst und qualifiziert den Wechsel von der Industriegesellschaftsepoche in die Biologisch-

Genetische Epoche betreibt. Ein solches Vorgehen entspricht dem Lebensgesetz der Menschheit, dass sie als bewusste und praktisch schöpferische Population sich immer neue zivilisatorische Potentiale erarbeitet und damit von einer zivilisatorischen Epoche in eine andere wechselt und so ihre Existenz sichert.

Unter der Haube der Industriegesellschaft hat sich nach dem 2.Weltkrieg auch die Biologie,

die Wissenschaft von der belebten Natur, stürmisch entwickelt. Mit der Entschlüsselung der Struktur der Desoxiribo-Nukleinsäure im Jahre 1953, (DNS) welche in den Zellkernen aller Lebewesen existiert, welche die Trägerin der artspezifischen Erbsubstanz ist, begann die vertiefte Erforschung des Phänomens „Leben“ auf unserem Planeten Erde, nun also auf molekularer Ebene. In den nachfolgenden Jahrzehnten haben sich die Wissenschaften der Molekularbiologie und der Gentechnik stürmisch entwickelt, und diese beiden Teilwissenschaften der Biologie machen sich nun daran, die Gensequenzen aller Lebewesen auf dieser Erde zu entschlüsseln, um danach die funktionalen Beziehungen zwischen den einzelnen Genabschnitten zu erforschen. In den letzten 20 Jahren ist es nun eindeutig erkannt worden, dass auch die Umwelteinflüsse einen großen Einfluss auf das genetischen Geschehen in den Zellen der Lebewesen haben. Es ist auf der Basis dieser Erkenntnis die neue Teilwissenschaft der Epi-Genetik entstanden. Man hat sich daher von dem genetischen Determinismus, der versucht hat, alles aus dem in die DNS eingeschriebenen Kode zu erklären, verabschiedet.

Die Molekularbiologe/Gentechnik wird ganz neuartige zivilisatorische Potentiale für die Menschheit schöpfen und damit die Menschheit in die Realität einer ganz neuen Kulturepoche

führen. Sie wird die dritte große Kulturepoche der Menschheitsgeschichte werden, welche ich die Biologisch-Genetische Epoche der Menschheitszivilisation nenne.

Die hauptsächlichen Aktivitäten der Menschheit in der Biologisch-Genetischen Epoche werden sein:

  1. Manipulation des Lebens der Pflanzen, der Tiere und des Menschen.

  2. Transartielle biologische Manipulationen.

  3. Synthese ganz neuartiger Lebensformen.

  4. Überwindung der Grenzen zwischen der belebten und der unbelebten Natur

  5. Manipulationen in der Biosphäre, Synthese neuartiger Biotope.

Diese fünf Punkte sollen kurz erläutert werden:

  1. Bei der Manipulation des Lebens geht es zum einen um die „Aufbesserung“ des Lebens, also um die Bekämpfung von Krankheiten und zum anderen um die Steigerung der Lebens-Leistungsfähigkeit der jeweiligen Art.

Wenn das alles in politischen und sozialen Unrechtsgesellschaften passiert, dann wird auch das menschliche Leben zu einer Handelsware gemacht, was schreckliche Folgen für die Menschheit hätte. Zusätzlich würde eine solche Menschengesellschaft zu dem

sozialen noch einen biologistischen Rassismus bekommen..

  1. Was bei transartiellen biologischen Manipulationen des Lebens, also der Kreuzung verschiedener Arten, herauskommen kann, das ist heute kaum vorstellbar. Aber solche Aktivitäten, die es in den Versuchslabors schon gibt, erhellen schlaglichtartig, dass bei der Gestaltung der Biologisch-Genetischen Epoche mithilfe der Potentiale der Molekularbiologie/Gentechnik Konstruktivität und Destruktivität ganz dicht beieinander liegen. Damit wird sofort klar, dass zum Aufbau und zur Gestaltung der Biologisch-Genetischen Kulturepoche der Menschheitszivilisation die Menschheit ethisch-moralisch viel reifer sein muss, als sie es heute, in der abklingenden Industriegesellschafts-Epoche ist.

  2. In ihrer grenzenlosen Neugier auf alles Unbekannte in dieser Welt, das ist der hauptsächliche Antrieb für das menschliche Schöpfertum, wird die Menschheit den genetischen Erbkode vieler Lebewesen manipulieren, also die die Eigenschaften des Lebens bestimmenden Genabschnitte mithilfe kombinatorischer Methoden verändern

Und dann werden die Genetiker schauen, was dabei herauskommt. Wenn damit ausreichend Erfahrungen gesammelt worden sind, dann wird die Menschheit es versuchen, ganz neue bisher nicht gekannte Arten zu synthetisieren, eben auf der Basis der von Menschenhand geschaffenen neuartigen DNS-Erbmoleküle.

So hat es die Natur bisher „auch gemacht“. Sie hat in einem Jahrmillionen langen Syntheseprozess hier auf Erden bisher über zwei Millionen Pflanzenarten und etwa eine Million Tierarten synthetisiert.

Es ist gut möglich, dass die Menschheit dann in einen „Synthese-Rausch“ verfällt, ganz analog wie es in der Chemie nach der Schöpfung der Periodensystems der Elemente passiert ist.

  1. Mithilfe der Potentiale der Molekularbiologie/Gentechnik wird die Menschheit sich

die Schnittstelle zwischen der unbelebten und der belebten irdischen Natur

wissenschaftlich und praktisch erschließen, um auch dort in ihrem Interesse zu

manipulieren. Heute weiß man, dass an dieser Schnittstelle Myriaden von Mikroben

existieren, welche das Herbstlaub der Bäume und Pflanzen mineralisieren. Die so

erzeugten Mineralien stehen dann im folgenden Jahr diesen Pflanzen und Bäumen

wieder als Nährstoffe bereit, und damit ist der Stoffwechselkreislauf in der

Pflanzenwelt geschlossen.

An dieser Schnittstelle existieren auch die Viren, welche über keinen eigenen

Stoffwechsel verfügen. Die Viren okkupieren fremde Zellen und zwingen diese,

neue Viren-Generationen nach dem Viren-Erbkode zu erzeugen. Für das tierische

und das pflanzliche Leben gelten die Viren bisher als eine Bedrohung,doch ich bin mir

sicher, dass mit der vertieften Erkenntnis des Phänomens Leben die Menschheit ihre

Furcht vor den Viren verlieren wird, und dass sie eines Tages die Fähigkeiten der

Viren für ihre Zwecke nutzen wird.

Schließlich soll hier noch die Fotosynthese der Pflanzen erwähnt werden. Die

Pflanzen haben die phantastische Fähigkeit in sich, unter Vermittlung des

Sonnenlichts aus dem Kohlendioxid der Luft und dem Wasser aus dem Erdboden das

organische Primär-Produkt Glucose, ein Ringmolekül mit der chemischen Formel

C6-H12-O6 herzustellen, unter Freisetzung von Sauerstoff in die Atmosphäre.

Diesen Prozess nennt man die Assimilation. Der Umkehrprozess dazu heißt

Dissimilation/Atmung. Durch die Atmung werden aus der sich im Körper der Tiere

befindlichen Glucose und dem in der Atmosphäre befindlichen Sauerstoff wieder

Wasser und Kohlenstoff hergestellt. Die von den Tieren und Menschen mit der

Nahrung aufgenommenen Kohlehydrate werden bei der Verdauung zu Glucose

abgebaut, und diese wird in Form des Blutzuckers zu den Organen transportiert,

und sie dient dort zur Energiegewinnung und auch zur Unterstützung der Atmung.

  1. Die Manipulation der Biosphäre betreibt die Menschheit schon seit dem Beginn der

Agrarischen Epoche durch das Anlegen von Feldern, Plantagen, Forsten und Parks.

Während die Menschheit bei der Entwicklung der Landwirtschaft und der Industrie-

Strukturen in die ökologischen Systeme der irdischen Biosphäre fast immer

zerstörerisch eingegriffen hat, eröffnen sich in der Biologisch-Genetischen Kultur-

Epoche der Menschheit erstmals Möglichkeiten, diese Manipulationen wissenschaft-

lich gut abgestützt zu betreiben und dabei die bio-ökologischen Systeme nicht zu

beeinträchtigen, zu zerstören. Wenn die Menschheit dabei ausreichend Erfahrungen

gesammelt hat, dann wird sie es sich nicht nehmen lassen, auch ganz neuartige

Biotope in ihrem Interesse zu synthetisieren.

So sehr wir Menschen uns als ein Wunder der Natur begreifen,so sehr sind wir aber aus der Sicht der kommenden zivilisatorischen Herausforderungen auch recht unvollkommene

Wesen. Die Menschen-Generationen, die dann in der entfalteten Biologisch-Genetischen Kulturepoche leben, werden ihre morphologische, physiologische, geistige und psychologische „Aufbesserung“ intensiv betreiben.

Hier sollen nur einige Möglichkeiten, die sich für die Menschen dann eröffnen, angegeben

werden:

  1. Erst in der Biologisch-Genetischen Epoche wird es der Menschheit gelingen ihr

demografisches Problem zu lösen. Das gelingt dadurch, dass sie zur extra-korporalen

Fortpflanzung übergeht. Wenn dieses medizinisch problemlos möglich ist, dann

werden die Frauen in aller Welt auf der extra-korporalen Fortpflanzung der

Menschheit bestehen, da sie damit von der schweren Last der Fortpflanzung der

Menschheit befreit werden. Dass damit vollkommen neu strukturierte

Menschengemeinschaften entstehen, ist dem Leser sofort ersichtlich. Dieser

schwierige Übergangsprozess in diese neue Form der Fortpflanzung des

Menschengeschlechts wird sehr problematisch sein, er ist aber zur Sicherung einer

längerfristigen Existenz der Menschheit unerlässlich, und er ist nur von einer ethisch-

moralisch sehr hochstehenden Menschheit zu bewältigen.

In der mittleren und ferneren historischen Zukunft wird die Menschheit, um ihre

weitere Existenz zu sichern, zum kosmischen Wanderer werden, und für ein solches

Leben ist die extra-korporale Fortpflanzung der Menschheit mit effektiven Verfahren

der Molekular-Biologie/Gentechnik unerlässlich.

  1. Die Menschen werden vehement ihre geistige Aufbesserung betreiben, um die Natur

der Welt, ihre gesellschaftlichen Prozesse besser zu verstehen, und um noch ziel-

sicherer ihre zivilisatorischen Synthesen zu realisieren. Dazu werde ich im Kapitel 4 dieser Arbeit ausführlich Stellung nehmen.

  1. Die Menschen werden einen effektiveren Stoffwechsel anstreben, um etwa nur noch

mit (10 – 20) % der jetzigen Nahrungsmittelmenge auszukommen. Das entspannt das

Ernährungsproblem der Menschheit. Sie werden auch ein Ende der klassischen

Landwirtschaft anstreben und die Lebensmittel in Bioreaktoren herstellen. Das wird

auch für die kosmischen Unternehmungen der Menschheit unabdingbar sein.

  1. Die Menschen werden alle ihre Sinnesorgane wesentlich verbessern, mindestens bis

auf die Spitzenwerte, wie sie die Natur bisher erreicht hat, und danach noch darüber hinaus.

  1. Die Menschen werden eine erhebliche Verkürzung ihrer Schlafdauer anstreben, um so

ein aktiveres Leben führen zu können.

  1. Die Menschen in der Biologisch-Genetischen Epoche werden es anstreben die Zeit für

die Kinderaufzucht wesentlich zu verkürzen.

  1. Die Menschen werden eine individuelle Flugfähigkeit anstreben, um ihre Mobilität zu erhöhen. Sie werde des weiteren ihre Schwimm- und Tauchfähigkeit wesentlich erhöhen, um die Hydrosphäre der Erde intensiver erkunden zu können.

  2. Da die kosmischen Aktivitäten in der Zukunft wesentlich zunehmen werden, werden

die Menschen es sich erarbeiten, dass sie problemlos andauernd in der Schwerelosigkeit leben können.

  1. Die Menschen werden die Verdoppelung oder gar Vermehrfachung ihrer Lebensdauer

vehement anstreben, um eben für eine recht lange Zeit bei voller Gesundheit an dem

so interessanten Gesellschaftsprozess in der Biologisch-Genetischen Epoche aktiv

teilnehmen zu können.

  1. In ihrem Stoffwechselprozess mit der gegebenen Natur wird die Menschheit es anstreben wieder zu vollkommen geschlossenen Stoffkreisläufen zu gelangen.

Ich will es mit diesen 10 Punkten der Vorstellung von Aktivitäten der Menschheit in der Biologisch-Genetischen Kulturepoche der Menschheit belassen. Der Umfang der in dieser Kulturepoche zu leistenden Arbeit ist riesengroß, praktisch grenzenlos. Allein der Mensch besitzt über 30.000 Genabschnitte, also über 30.000 morphologische, physiologische, geistige

und psychologische Eigenschaften, die in der Biologisch-Genetischen Epoche genau erforscht werden, und die man eventuell zu verbessern sucht. Und ganz genauso wird man alle lebenden Arten auf der Erde untersuchen und dazu noch das Wechselwirkungs-Geschehen in der gesamten Biosphäre und auch die Beziehungen der Biosphäre zur Hydro -, zur Atmo – und zur Lithosphäre. Das Ziel aller zivilisatorischen Aktivitäten der Menschheit in der Biologisch-Genetischen Epoche ist es, alle Prozesse, Strukturen und Erscheinungen in der Biosphäre unseres Planeten Erde wissenschaftlich zu erschließen, so dass die Menschheit eines Tages alle Prozesse in der irdischen Biosphäre in ihrem Interesse steuern und regeln kann. Die Menschheit wird in der Biologisch-Genetischen Epoche die Biosphäre der Erde unter ihre demografische Kontrolle nehmen, ohne dabei Katastrophen anzurichten.

Schon aus den wenigen hier vorgestellten Beispielen für die zivilisatorischen Aktivitäten der Menschen in der kommenden Biologisch-Genetischen Kulturepoche geht es sehr deutlich hervor, dass diese neue Zivilisation von ganz anderer Art sein wird,als es die jetzige Industrie-

Zivilisation ist. Die Biologisch-Genetische Kulturepoche wird auf ganz anderen Fundamenten stehen als die jetzige Industrieepoche. Die Fundamente der Biologisch-Genetischen Epoche sind die Potentiale der Molekularbiologie und der Gentechnik. Der gesamte Menschheitsprozess und damit auch der gesamte gesellschafts-politische, ökonomisch-soziale

ethisch-moralische, geistige, psychologische und kulturelle Zustand der Menschheit wird in der entfalteten Biologisch-Genetischen Zivilisation von ganz anderer Art sein, als es der jetzige in der abklingenden Industrie-Zivilisation ist.

Dieser neuartige Gesellschaftszustand ist heute überhaupt nicht angebbar, nicht vorstellbar.

Wie das gemeint ist, das soll der folgende Gedanke ein wenig erläutern:

Auch die besten Köpfe der Menschheit konnten es vor 500 Jahren, also um das Jahr 1500,

als schon das schwache „Morgenrot“ der kommenden zivilisatorischen Epoche sich abzuzeichnen begann, es einfach nicht erahnen, dass unsere heutige Zivilisation wesentlich

von einem funktionierenden Elektroenergie-Netz und dem Rohstoff Erdöl abhängt. Das war für die Menschen des Jahres 1500 einfach unvorstellbar.

Die Biologisch-Genetische Epoche der Menschheitszivilisation wird noch wesentlich komplexer sein, als es die heutige schon so grenzenlos vielfältige Industrieepoche ist, denn die verwendbaren Potentiale aus der Industrieepoche werden in die Biologisch-Genetische Epoche übernommen. Sie kommen also zu den grenzenlos vielen neuartigen Potentialen, welche in der Biologisch-Genetischen Epoche geschöpft werden, dazu. Diesen dann noch komplexeren Menschheitsprozess in der Biologisch-Genetischen Epoche zu steuern und zu regeln, erfordert eine wesentlich höher qualifizierte Menschheit, als sie es heute ist.

In die bisherigen Kulturepochen der Menschheitsgeschichte, also in die Agrarische und in die

Industrielle Kulturepoche war die damalige Menschheit praktisch ohne jedes Wissen darüber,

was sie in der kommenden Kulturepoche zivilisatorisch erwartet, „hineingestolpert“, und die
Folge dessen waren und sind Gewalt, Kriege, soziales Unrecht, Ausbeutung, Manipulation, Armut und Seuchen. Das heißt, der bisherige Menschheitsprozess war und ist weitgehend ein

gesellschaftspolitischer Taumel der Menschheit, in welchem nur die Herrscher ein dem jeweiligen zivilisatorischen Stand angemessenes Leben führen konnten.

Heute, zum Beginn des Übergangs von der Industriegesellschaftsepoche zur Biologisch-Genetischen Epoche der Menschheitszivilisation, haben wir eine in der bisherigen Menschheitsgeschichte einmalig günstige Position:

Erstmals in ihrer Geschichte hat die Menschheit auf allen Feldern des Lebens ausreichend Wissen und ausreichende praktische Fähigkeiten und ausreichend historische Erfahrungen, um sich fachlich einigermaßen richtig und mental optimistisch auf eine auf sie real zukommende neue zivilisatorische Epoche, hier die Biologisch-Genetische Epoche, vorzubereiten. Das ist die neue historische Chance, die sich der Menschheit erstmals bietet. Das ist eine vollkommen neue historische Qualität im Menschheitsprozess !

Leider „dämmert“ die Menschheit in geradezu klassischer Art und Weise dieser neuen zivilisa

torischen Epoche entgegen. In den Labors der Molekularbiologen und Gentechniker werden

hinter dem Rücken der „dahindämmernden“ Menschheit die Potentiale der Biologisch-Genetischen Epoche geschöpft, und in einigen Jahrzehnten werden dann der unvorbereiteten Menschheit zivilisatorische Potentiale präsentiert, von denen sie dann vollkommen überrascht

wird. Das darf so nicht geschehen, daher schlage ich vor, dass die UNO umgehend die Initiative ergreift und aus allen Staaten der Erde Experten zu sich holt, welche etwa 10 Jahre

lang darüber beraten, wie die Menschheit sich auf die Biologisch-Genetische Epoche vorbereiten sollte. Das Ergebnis dieser gründlichen Beratungen sollte es sein, dass danach in

allen Ländern in allen Ausbildungsebenen ein Unterrichtsfach zu diesem Thema eingeführt wird und parallel dazu der werktätigen Bevölkerung durch allgemeine Bildungskurse und in einer andauernden, breiten öffentlichen Diskussion über alle Medien die entsprechende Vorbereitung auf die Biologisch-Genetische Epoche ermöglicht wird. Das ist nach meiner Erkenntnis das Mindeste, was die Menschheit bei ihrem Übergang in die Biologisch-Genetische an Vorbereitung dafür tun sollte.

In dieser Vorbereitung muss es herausgearbeitet werden, dass die Potentiale der Molekularbio

logie/Gentechnik nicht in private Hände gelangen dürfen. Sie gehören unter eine allgemeine

gesellschaftliche Kontrolle.

Es muss eine offene Diskussion über die gewalttätige Vergangenheit und Gegenwart der Menschheit geführt werden mit dem Ziel, dass die Menschheit in ihrer historischen Zukunft keine politischen und sozialen Unrechtssysteme mehr zulässt. Nur, wenn wir uns unserer so schmachvollen und gewalttätigen Vergangenheit und Gegenwart glasklar stellen, werden wir die tragfähigen Kriterien für eine humanistische Zukunftsgestaltung des Menschheits-

Prozesses gewinnen.

Jedes Jahrzehnt, dass wir von nun an ungenutzt zur Vorbereitung auf die Biologisch-Genetische Epoche verstreichen lassen, verschlechtert die Übergangssituation zur neuen zivili

satorischen Epoche, weil dadurch die historischen Defizite, die wir aus der spätkapitalistischen Industrieepoche in die neue Epoche mitnehmen, sich noch weiter vergrößern werden.

Unsere Kinder und Kindeskinder werden es uns schwer verübeln, dass wir nicht rechtzeitig und umfassend die Vorbereitung der Biologisch-Genetischen Epoche angegangen sind, dass wir statt dessen ihnen ein schreckliches gesellschafts-politisches, ökonomisch-soziales, ethisch-moralisches Erbe übergeben. Wir,die jetzt lebenden Generationen, müssen aufwachen

und uns endlich unserer historischen Verantwortung vor der Zukunft der Menschheit stellen.

Schon hier zeigt es sich ganz deutlich: Die Menschheit bekommt in ihrer Zukunft keine neue

zivilisatorische Epoche „zum Nulltarif“. Alle zivilisatorischen Neuheiten in der näheren und

ferneren historischen Zukunft der Menschheit wird sie sich hart erarbeiten müssen, und dabei wird auch vieles sehr umstritten sein, es werden dabei auch Fehler gemacht werde, aber mit Vernunft, mit historischem Verantwortungs-Bewusstsein, mit Klugheit und Besonnenheit ist nach meiner Erkenntnis die Menschheit gut in der Lage, die kommenden zivilisatorischen Herausforderungen viel besser zu bewältigen, als es bisher der Fall war.

Im folgenden Kapitel will ich in kurzer Darstellung die Einbettung der Menschheit in die Natur unseres Wirtsplaneten Erde, der eine eindrucksvolle chemisch-physikalische und geologische Geschichte hinter sich und auch eine gleichartige Zukunft vor sich hat. Daraus

leite ich ganz neuartige zivilisatorische Herausforderungen an die Menschheit ab, welche sie

in eine weitere zivilisatorische Epoche,von mir die Geologische Epoche genannt, führen wird.

    1. Die Geologische Epoche, die vierte Kulturepoche der Menschheitszivilisation

Unser Wirtsplanet Erde ist ein sehr komplexer und hochdynamischer Himmelskörper,

welcher sich ständig chemisch, physikalisch, geologisch und auch biologisch ändert.

In der Grobstruktur besteht unsere Erde aus dem Erdkern, dem Erdmantel und der Erdkruste.

Die Erdkruste besteht aus der Litho-,(Land) der Hydro-, der Atmo-, der Kryo-, (Eis) und der Bio-Sphäre. Zusätzlich dazu hat die Menschheit ihre eigene Lebenssphäre, die Noosphäre, geschaffen. Der Erdkörper erzeugt durch seine Rotation ein Magnetfeld über der Erde, die Magnetosphäre, welche uns vor der lebensfeindlichen UV- ,Röntgen-, und Gamma-Srahlung

aus dem Weltall schützt. (Das Magnetfeld der Erde wird durch den rotierenden, ionisierten

Nickel-Eisen-Kern unseres Planeten verursacht)

Durch die Atmosphäre unseres Planeten gelangt das unser Leben spendende Sonnenlicht und

auch Wärmestrahlung seit fast fünf Milliarden Jahren von der Sonne zu uns, und das hat die

Entwicklung einer Biosphäre auf unserer Erde überhaupt erst möglich gemacht.

Die chemischen, die physikalischen, die geologischen und die biologischen Prozesse auf, über und unter der Erdoberfläche nehmen wir Menschen recht deutlich wahr. Das sind vor allem

die Wetter- und Klima-Veränderungen, die Jahreszeiten, die Erd- und Seebeben als Folge der Plattentektonik, die Stürme und Überschwemmungen, den Vulkanismus. Zusätzliche physikalische, chemische, geologische und biologische Änderungen auf unserem Planeten Erde werden durch Asteroiden-Einschläge, durch kleine Änderungen der Umlaufbahn der Erde um die Sonne, durch Änderung der Neigung der Rotationsachse der Erde gegenüber ihrer Bahnebene, verursacht. Wenn sich alle diese Prozesse um größere Beträge ändern, dann können diese natürliche Änderungen auf, über und unter der Erdoberfläche die von der Menschheit in den letzten 5000 Jahren geschaffene Hochzivilisation stark stören oder gar vernichten. Das heißt, wenn die Menschheit längerfristig als eine hochzivilisierte Population hier auf der Erde leben will, und es gibt auf längere Sicht keine Alternative dazu, dann muss

sie in den kommenden Zeiten alle Prozesse, alle Strukturen und alle Erscheinungen auf, über und unter der Erdoberfläche, aber auch im Erdmantel und im Erdkern genau erforschen, verstehen lernen, so dass sie eines Tages in der Lage ist, alle dort stattfindenden Prozesse in ihrem Interesse zu steuern und zu regeln, ohne dabei globale ökologische Katastrophen anzurichten.

Die zivilisatorische Herausforderung an die Menschheit bedeutet letztlich, dass sie den Naturplaneten Erde zu einen Kulturplaneten Erde umgestalten muss, um hier noch längerfristig als eine hochzivilisierte Population leben zu können. Nach meiner Schätzung wird diese Herausforderung als die hauptsächliche Aktivität der Menschheit in spätestens 1000 Jahren im Bewusstsein der Menschheit umfassend verankert sein. Die zur Umgestaltung unseres Planeten notwendigen Aktivitäten der Menschheit werden vom Umfange her zuvor nie gekannte Ausmaße annehmen, so dass man hier von einer neuen zivilisatorischen Epoche der Menschheit sprechen kann. Ich nenne diese neue Epoche die „Geologische Epoche“ der Menschheitszivilisation. Sie wird sich zeitlich recht „nahtlos“ an die Biologisch-Genetische Epoche anschließen, und diese Umgestaltung wird einen Zeitraum von vielen Tausend Jahren beanspruchen.

Ihre hauptsächlichen Potentiale sind die Geowissenschaften, also die Geophysik, die Geochemie, die Geologie, die Geodäsie, die Geotektonik, die Geomorphologie, die Geothermie, die Geohydrodynamik, die Geoökologie, die Geografie, die Klimatologie, die Meteorologie, die Geomesstechnik und die Geoinformatik.

Die Hauptaktivitäten der Menschheit in der Geologischen Epoche werden sein:

  1. Erhaltung des lebensfreundlichen Klimas.

  2. Abwehr, bzw. Kanalisierung von Erd- und Seebeben.

  3. Abwehr, bzw. Kanalisierung von Überschwemmungen und Stürmen.

  4. Erhalt der lebensnotwendigen Wasserkreisläufe.

  5. Erhalt des lebensnotwendigen Wärmehaushalts auf der Erde.

  6. Steuerung der Plattentektonik, um Kollisionen zu vermeiden.

  7. Umwandlung lebensfeindlicher Regionen der Erde in lebensfreundliche Regionen.

  8. Manipulationen der Land- Wasserverteilung auf der Erde.

  9. Abwehr von Asteroiden-Einschlägen auf der Erde.

  10. Erhaltung der habitalen Umlaufbahn der Erde um die Sonne.

  11. Erhaltung der Neigung der Rotationsachse der Erde

  12. Verhinderung des weiteren Wegwanderns des Mondes von der Erde, da dieser

hauptsächlich für eine stabile Neigung der Rotationsachse der Erde und auch

für die Dauer der Eigenrotationszeit der Erde „verantwortlich“ ist.

In der Geologischen Epoche der Menschheitszivilisation werden die Geowissenschaften die Fundamente dieser Kulturepoche sein. Die Entwicklung der wissenschaftlichen und danach der praktischen Methoden zur Umwandlung des Naturplaneten Erde in einen Kulturplaneten

wird eine Arbeit für viele Generationen sein und Hunderten von Millionen Menschen hoch interessante Arbeit bieten. Das heißt, die Ziele dieser Umwandlung unseres Planeten müssen von Generation zu Generation weitergetragen werden. Dazu muss die Menschheit, da die praktischen Aktivitäten der Menschheit in der Geologischen Epoche zumeist globale Auswirkungen haben, einen großen Zeithorizont haben. Die Menschheit muss in dieser Epoche sehr zukunftsoptimistisch sein, sie muss ihren schöpferischen Kräften vertrauen, und sie muss einen gemeinsamen Willen zu dieser Umgestaltung haben. Es zeigt sich hier schon ganz deutlich, dass sich in den kommenden zivilisatorischen Epochen der Menschheit die „höherwertigen Aufgaben“ immer mehr in den Vordergrund der Menschheitsaktivitäten schieben werden, da sie auch immer umfangreicher werden, und sie werden der Menschheit immer bedeutendere zivilisatorische Potentiale in ihre Hände geben. Das ist der „zivilisatorische Aufstieg“ der Menschheit.

Dass diese Umgestaltung des Planeten Erde eine existentielle Notwendigkeit ist, dass beschreibe ich im Kapitel 2 dieses Buches. Es ist deutlich zu erkennen, dass für die Umwandlung des Naturplaneten Erde in einen Kulturplaneten die Menschheit eine von allen Völkern anerkannte „Weltregierung“ braucht, welche sich den Wissenschaften, dem Humanismus, der Völkerfreundschaft, der Solidarität zwischen den Völkern verpflichtet fühlt,

und welche durch ihre fachliche und soziale Kompetenz einen Zukunftsoptimismus in die

Gesellschaft tragen kann.

Auch in der Geologischen Kulturepoche wird die Menschheit zu ganz neuen zivilisatorischen

Ufern geführt, also in einen ganz andersartigen Gesellschaftsprozess als den der Biologisch- Genetischen Epoche. In beiden Kulturepochen werden sich die Gesellschaften und auch die

Einzelmenschen vollkommen verändern. Sie sind mit der heutigen Menschheit gar nicht mehr

vergleichbar. Der Mensch ist also nicht nur der ständige Schöpfer neuer zivilisatorischer Potentiale, er ist auch der Schöpfer seiner selbst. Um 1930 fasste Siegmund Freud den Menschheitsprozess in die folgende Aussage:

„Die Kulturentwicklung ist der Lebenskampf der Menschenart“.

Diese so wichtige Erkenntnis des Schöpfers der wissenschaftlichen Psychologie muss die

Menschheit in der Zukunft ganz besonders beherzigen.

    1. Die kosmischen Epochen der Menschheitszivilisation.

Wenn es der Menschheit eines Tages gelungen sein sollte, aus dem Naturplaneten Erde einen Kulturplaneten gemacht zu haben, wenn sie also hier auf Erden alle chemischen, physikalischen, geologischen und biologischen Prozesse in ihrem Interesse steuert und regelt, und der Gesellschaftsprozess innerhalb der Menschheit von humanistischer Art ist, dann wird sich ihr Schöpfertum dem Außerirdischen, also dem Kosmos, hauptsächlich zuwenden. Auch das wird überhaupt kein Selbstzweck sein, sondern notwendig für die Existenz der Menschheit in der ferneren historischen Zukunft. Denn die Sonne wird nicht ewig existieren.

In etwa 1000 Millionen Jahren verliert die Sonne nach und nach ihre innere physikalische Balance, bestehend aus dem nach innen gerichteten Gravitationsdruck und dem nach außen gerichteten Strahlungsdruck, welcher durch die im Inneren der Sonne ablaufende Kernfusion erzeugt wird. Wenn also der für die Kernfusion benötigte Vorrat an Wasserstoff im Inneren der Sonne langsam zur Neige geht, und unser Mutterstern dadurch seine physikalische Balance verliert, dann wird die Sonne sich aufspalten in einen immer heißer werdenden Kern und in eine sich auf das zweihundertfache des Sonnendurchmessers aufblähende sehr heiße Gasblase. Diese heiße Gasblase wird den Merkur, die Venus und schließlich auch die Erde verschlucken und verbrennen. Das alles geht allerdings nicht schlagartig, sondern in sehr großen Zeiträumen,. Aber das ist schon heute gesichertes Wissen der Kosmologie,und deshalb

sollten wir das schon in unseren heutigen allgemeinen Horizont mit aufnehmen.

Das heißt, die fernere Lebensperspektive für die Menschheit ist, dass sie zu einem kosmischen Wanderer werden muss. Diese fernere Zukunft der Menschheit nenne ich daher

die „Kosmischen Epochen“ der Menschheitszivilisation.

Aber die kosmischen Aktivitäten der Menschheit haben mit dem Erstflug eines Menschen im

Erd-Orbit, das war J Gagarin im April 1961, mit den amerikanischen Appollo-Missionen zum Mond ab dem Jahr 1969, mit der sich jetzt im Erdorbit befindlichen Internationalen Raumstation ISS, schon längst begonnen. Dazu wird sie von ihrer grenzenlosen Neugier zur Erkundung und zum Verstehen unseres Heimat-Kosmos und des gesamten Weltalls getrieben. Mit vielen unbemannten Sonden vor allem zum Planeten Mars, und mit vielen sich im Erd-Orbit befindlichen Teleskopen, wie zum Beispiel dem Hubble-Teleskop, schaut die Menschheit schon heute tief in unseren Heimat-Kosmos hinein.

Mit allen ihren kosmischen Aktivitäten wird die Menschheit nicht nur einen enormen Zuwachs an Wissen über die Natur unserer Welt, an zivilisatorischen Potentialen, sondern auch an Wissen über ihr Wesen als eine bewusste und schöpferisch begabte Population in unserer Welt erhalten.

In der „Ersten kosmischen Epoche“ der Menschheitszivilisation wird die Menschheit es anstreben auf den von der Erde aus gesehen äußeren Planeten unseres Sonnensystems zu siedeln. Das ist die Epoche der Wanderung der Menschheit innerhalb unseres Sonnensystems.

Hierbei ist die Besiedlung des Planeten Mars vorrangig, da er nach heutigem Kenntnisstand

die besten Voraussetzung für eine Besiedlung bietet. Die Voraussetzungen für eine solche partielle oder komplette Umsiedlung der Menschheit auf einen neuen Wirtsplaneten sind immer, dass die Menschheit ihren alten Wirtsplaneten genau erkannt hat, das heißt, dass sie genau weiß wie „ihr“ bio-ökologisches System funktioniert. Denn dieses muss sie ja von ihrem alten Wirtsplaneten auf den neuen Wirtsplaneten hinübertransportieren. Und sie muss auch zuvor den neuen Wirtsplaneten chemisch, physikalisch und geologisch genau erkundet haben, damit ihr dort die Installation „ihres“ ökologischen Systems gelingt.

Damit ist eine zweite Begründung dafür gegeben, dass die Menschheit aus dem Naturplaneten Erde einen Kulturplaneten machen musste. Denn nur so konnte sie „ihr“ ökologisches System auf der Erde ganz genau erkennen, und sie hat sich damit zu einem Wechsel des Wirtsplaneten befähigt.

Schon lange bevor die Sonne ihr Leben als Stern „aushaucht“, sie also kein Licht und keine Wärme mehr für das Leben auf der Erde spendet, muss die Menschheit zu interstellaren Wanderungen innerhalb unserer Galaxie befähigt sein. Dass heißt um den Untergang unseres

Heimat-Sonnensystems zu überleben, muss die Menschheit sich ein neues Sonnen-Planeten-

System suchen, in dem sie für längere Zeit heimisch werden kann. Unsere Galaxie hat mehr

als 100 Milliarden Sternen-Planeten-Systeme in sich, und darunter sind sicherlich einige, welche für eine schöpferisch aktive Population bewohnbar sind, bzw. bewohnbar gemacht werden können.

Diese Zeit der interstellaren Wanderungen will ich als die „Zweite kosmische Epoche“ bezeichnen.

In noch ferneren Zeiten wird sich die Menschheit solche Potentiale erarbeiten,die sie auch zu intergalaktischen Wanderungen befähigen. Das wäre dann die „Dritte Kosmische Epoche“.

Dabei ist es auch denkbar, dass die Menschheit durch ihr ständiges schöpferisches Wirken solche Potentiale in ihre Hände bekommt, die sie befähigt, selbst kosmische Strukturen zu synthetisieren, dass sie also solche Sonnen-Planeten-Systeme in unserem Heimatkosmos synthetisiert, die auf ihre Existenz-Notwendigkeiten angepasst sind. Solche Synthesen müsste die Menschheit aber dann in einem Zeitraffer-Tempo von etwas 1 zu 10 Millionen gegenüber den Naturprozessen durchführen können, damit die so etwas gestaltenden Menschen-Generationen auch selbst noch etwas davon haben.

Der „Endpunkt“ dieser Überlegungen ist, dass die Menschheit eines fernen Tages unseren

Heimatkosmos verlässt, und in eine andere chemisch physikalische Realität hinüberwechselt,

hinüberwechseln muss. Denn auch unser Heimatkosmos existiert nicht ewig. Die heutige Kosmologie gibt dessen Existenzdauer mit zehn hoch 150 Jahren an. Das ist eine kaum vorstellbar lange Zeit, aber niemand kann heute sagen, ob unser Heimatkosmos solange bewohnbar ist, selbst bei größten zivilisatorischen Bemühungen von dort lebenden schöpferisch aktiven Populationen. Das wäre dann die „Vierte Kosmische Epoche“.

Hier muss ich den Begriff „Heimatkosmos“ erläutern:

Die heutige Kosmologie nennt unsere chemisch-physikalische Realität das Universum, welches vor etwa 14 Milliarden Jahren durch einen Explosionsprozess, Urknall genannt, entstanden ist. In meinen Überlegungen ist dieses Universum nur eine von unendlich vielen chemisch-physikalischen Realitäten, welche das unendliche Weltschöpfungs-Potential

in der Vergangenheit, der Gegenwart und in der Zukunft geschöpft hat, schöpft und schöpfen wird. Ich nenne diese unendlich vielen chemisch-physikalischen Realitäten nicht Universen, sondern Kosmen. Daher bezeichne ich unsere chemisch-physikalische Realität als unseren Heimatkosmos.

Bisher ist in unserem Heimatkosmos von uns, der Menschheit, trotz großer Bemühungen noch

keine zweite zivilisierte Population entdeckt worden. Sollte es dabei bleiben, dann muss aber

damit gerechnet werden, dass es in anderen unendlich vielen Kosmen solche zivilisierte Populationen gibt. Und darunter auch solche, die sogar schon viele Tausende oder viele Millionen Jahre als zivilisierte Population leben, und die daher über viel bedeutendere zivilisatorische Potentiale verfügen, als wir, die, in kosmischen Zeitdimensionen gesehen, eine ganz junge zivilisierte Population sind. Es ist daher prinzipiell zu erwarten, dass eines Tages eine solche, seit langem zivilisierte Population aus einem anderen Kosmos, in welchem ganz andere chemische und physikalische Naturgesetze gelten, in unseren Heimatkosmos eintritt, und wir ihr dann begegnen. Je nach unserem zivilisatorischen Stand zum Zeitpunkt einer solchen Begegnung können wir über kleinere, gleiche oder größere zivilisatorische Potentiale verfügen, als der „Eindringling“, und davon hängt die Art einer solchen Begegnung ab. Es kann dabei zum Ausweichen voreinander, zur Kooperation miteinander, zur Verschmelzung beider Populationen, aber auch zur kriegerischen Auseinandersetzung und danach zur Beherrschung oder gar zur Vernichtung des schwächeren Begegnungs-Partners kommen. Ich gehe allerdings davon aus, dass bei der Begegnung zweier solcher Populationen aus verschiedenen Kosmen, aber auch bei innerkosmischen Begegnungen, diese aufgrund ihrer langen zivilisatorischen Existenz soviel Klugheit und akkumulierte Weisheit in sich haben, dass sie sehr tolerant miteinander umgehen und zum beiderseitigen Vorteil kooperieren werden.

Diese Betrachtungen erlauben die allgemeine Feststellung, dass es in der Welt, in der es unendlich viele unterschiedliche Kosmen gab, gibt und geben wird, ein die Kosmos-Grenzen

überschreitendes Lebens-Netz gibt, in welchem über alle Zeiten gesehen grenzenlos viele zivilisierte und schöpferisch aktive Populationen gelebt haben, leben und leben werden. Alle

diese Populationen erarbeiten sich im Laufe ihrer Existenz immer bedeutendere Potentiale, um in der Welt längerfristig zu überleben.

Eine solche Population sind wir, die Menschheit. Wir müssen vor allem unsere Doppelnatur, das heißt, wir Menschen sind zugleich Natur- und Kulturwesen, erkennen, und darauf unsere zivilisatorischen Aktivitäten auch ausrichten. Aber mit jeder neuen Kulturepoche werden wir Menschen uns gravierend verändern, und das Gleiche gilt auch für die gesamte Menschheit.

Die Ausführungen dieses ersten Kapitels enthüllen schon recht gut das Wesen der Menschheit

als eine zivilisierte und schöpferisch aktive Population in der Welt. Die wichtigsten der hier

erarbeiteten Wesensmerkmale der Menschheit sollen abschließend zusammengefasst dargestellt werden:

  1. Wir, die Menschheit, sind eine bewusste, intelligente und schöpferisch befähigte Population in der Welt.

  2. Die Menschheit ist davon getrieben, ständig neue zivilisatorische Potentiale zu schöpfen, und dadurch gelangt sie von einer Kulturepoche zu einander. Sie durchläuft

dabei eine Folge ganz unterschiedlicher zivilisatorischer Epochen.

  1. Die Menschheit muss ihr Schöpfertum leben dürfen, andernfalls degeneriert sie.

Das gelebte Schöpfertum ist gleich der Freiheit der Menschheit.

  1. Mit jeder weiteren Kulturepoche bekommt die Menschheit immer bedeutendere

zivilisatorische Potentiale in ihre Hände, und mit jeder weiteren Kulturepoche

wachsen die zivilisatorischen Herausforderungen an sie. Der Menschheitsprozess wird mit jeder weiteren Kulturepoche immer vielschichtiger , immer komplexer.

  1. Die zukünftigen zivilisatorischen Aufgaben, welche die Menschheit bewältigen muss,

können immer nur noch von vielen Menschen-Generationen bearbeitet werden. Dazu braucht die Menschheit in der Zukunft immer gut begründete zivilisatorische Visionen.

  1. Der Weg in eine neue zivilisatorische Epoche ist für die Menschheit immer der Weg

in eine unbekannte Zukunft. Zur Meisterung dieser unbekannten Zukunft braucht die

Menschheit einen geeinten Willen, große Zeithorizonte, eine humanistischen

Gesellschaftsprozess, einen wissenschaftlichen Horizont und einen großen

Zukunftsoptimismus. Das ist „das Abenteuer des Lebens“ der Menschheit.

  1. Mit jeder neuen Kulturepoche verändert sich der Einzel-Mensch, aber auch der

Gesellschaftsprozess der Menschheit, gravierend. Der Mensch ist der Schöpfer seiner selbst. Die Menschheit ist die Schöpferin ihrer selbst.

  1. Die Menschheit wird in fernerer Zukunft zu einem kosmischen Wanderer werden, und

sie wird dabei auch Begegnungen mit anderen zivilisierten Populationen haben.

Solche Begegnungen werden bedeutende Einwirkungen auf den weiteren Verlauf

der Menschheits-Existenz haben.

  1. Die Menschheit wird, falls sie sich sehr lange in der Welt als eine hochzivilisierte

Population behaupten kann, erkennen, dass sie in ein Welt-Lebens-Netz eingebunden

ist, in dem die Überlebenschancen sich dann erhöhen, wenn sie mit anderen

Populationen, denen sie begegnet, friedlich umgeht.Auch in diesem Welt-Lebens-Netz

gelten die Grundsätze der Toleranz, der Kooperation, der Solidarität.

Kapitel 2 : Die kosmische Welt, die irdische Natur und die notwendigen Aktivitäten der

Menschheit zum Erhalt ihrer Existenz als eine hochzivilisierte Population in

dieser Natur, in dieser Welt.

2.1 Einleitung

Nachdem im Kapitel 1 dieser Arbeit der allgemeine Rahmen dieser Arbeit abgesteckt wurde,

sollen in den Kapiteln 2,3,4 wichtige Problemkreise innerhalb dieses Rahmens etwas ausführ-

licher behandelt werden, um das Ziel, die Entwicklung eines allgemeinen Horizonts, zu erreichen.

Dieses Kapitel 2 besteht aus drei Anteilen:

Zuerst werden allgemeine Ausführungen zur Natur unseres Heimat-Kosmos gemacht.

Zum Zweiten werden wichtige Voraussetzungen für die Entstehung und die Entwicklung von

Leben auf einem Himmelskörper in unserer kosmischen Welt erläutert und wichtige allgemeine Merkmale des Lebens angegeben.

Zum Dritten werden die notwendigen zivilisatorischen Aktivitäten der Menschheit zum Erhalt ihrer Hochzivilisation diskutiert

2.2. Kurze Beschreibung unseres Heimat-Kosmos, der Galaxien, der Prozesse der Sternen-

Entstehung, der Sternen- Entwicklung, des „Sterbens“ der Sterne und des Energiekreis-

laufs in den Galaxien..

Unsere kosmische Heimat ist vor etwa 14 Milliarden Jahren als Folge der Explosion von hochverdichteter und hochtemperierter Materie entstanden. Das war der Urknall.

Als Folge dieses Urknalls entstanden die hochenergetischen X-Teilchen und hochenergetische

Strahlung, welche sich in einer starken Wechselwirkung befanden. In einem langen Expansions- und Abkühlungsprozess verringerte sich diese starke Wechselwirkung zwischen den Teilchen und der Strahlung, und es entwickelte sich unser heutiger Heimatkosmos, als Ergebnis der Selbstorganisations-Fähigkeit der Materie.

Diese Selbstorganisations-Fähigkeit der Materie hat die uns geläufigen Erscheinungen wie Massen, Energien, Strahlungen, Kräfte, Potentiale, Felder und auch Raum und Zeit hervor-

gebracht, also unsere physikalische Realität. Und auch unsere chemische Realität, deren Basis

über 90 stabile Elemente sind. In unserer chemisch-physikalischen Realität existieren viele

Naturgesetze, die hinter den in unserem Heimatkosmos ablaufenden Prozessen existieren.

Die in unserem Heimatkosmos existierenden Naturgesetze sind an jedem Ort die Gleichen, und es gibt sie so nur in unserem Heimatkosmos. Unser Heimatkosmos ist ein Unikat in der Welt. In unserem Heimat-Kosmos gibt es über 100 Milliarden Galaxien, und im Mittel enthält jede dieser Galaxien etwa 100 Milliarden Sterne-Planeten-Systeme.

Die unserer Heimatgalaxie am nächsten gelegene Galaxie, das ist der Andromeda-Nebel. Er ist von uns 2,6 Millionen Lichtjahre entfernt. (Das Lichtjahr ist keine Zeit, sondern eine Strecke. Und zwar die Strecke, die das Licht in einem Jahr im Vakuum zurücklegt. Diese Strecke hat die Länge von 9460 Milliarden Kilometer. Damit ist der Andromeda-Nebel von uns 24492 Millionen Milliarden Kilometer entfernt, eine unglaubliche Entfernung)

Die Kosmologie hat es schon erkannt, dass sich unser Heimatkosmos und der Andromeda-Nebel aufeinander zu bewegen, und dass sie in sehr ferner Zeit miteinander verschmelzen werden. Dieser ganz normale kosmische Vorgang wird dann für die dort lebenden zivilisierten Populationen eine existenzielle Herausforderung sein, da sich in der verschmolzenen Galaxie dann ganz neuartige Strukturen herausbilden werden und auch zuvor noch nicht gekannte

chemische und physikalische Prozesse in Gang kommen.

Der uns am nächsten liegende Stern in unserer Galaxie, das ist das Sternengebilde aus dem Doppelstern „Alpha-Centauri“ und dem Einfachstern „Proxima-Centauri“. So strukturierte Sternengebilde haben eine sich schnell verändernde Himmelsmechanik, mit der Folge, dass sich dort kein Leben entwickeln kann. Dieses Sternensystem hat von unserer Sonne eine Entfernung von 4,3 Lichtjahren, das sind etwa 41000 Milliarden Kilometer.

( In unserer Heimatgalaxie sind etwa 80 % Doppel- oder Dreifachsterne)

Da alle anderen Sternen-Systeme noch weiter von uns entfernt sind, ist nach unseren irdischen

Maßstäben unsere Galaxie doch recht leer, aber eben nicht nach kosmischen Maßstäben.

Etwa 200 Millionen Jahre nach dem Urknall leuchteten in unserem Heimatkosmos die ersten Sterne auf. Das geschah aufgrund des Wirkens der Gravitationskräfte innerhalb und zwischen den sich zuvor gebildeten riesigen kosmischen „Staubwolken“, die hauptsächlich aus Wasserstoff-Atomen bestanden. Die Gravitationskräfte verdichteten diese Staubwolken immer weiter, bis in ihnen ein Druck von über 20 Millionen Bar entstand. Parallel zu dieser andauernden Druckerhöhung stieg in diesen Staubwolken die Temperatur ständig an. Als die

Temperatur „eines Tages“ den Wert von 15 Millionen Grad Kelvin erreicht hatte, da wurden

die Abstoßungskräfte zwischen den einzelnen Wasserstoff-Atomen überwunden, und immer zwei Wasserstoff-Atome verschmolzen zu einem Helium-Atom. Das ist die primäre Kernfusion, ein starker exothermischer Prozess, durch den riesige Mengen an Wärmeenergie und an elektromagnetischer Strahlung erzeugt werden, so auch das Licht.

Der nach dem Sterneninneren gerichtete Gravitationsdruck und der nach außen gerichtete Strahlungsdruck erreichen nach einem “Einschwing-Prozess“ einen stationären Zustand, und

in dem Stern existiert für eine längere Zeit, also solange in ihm die Kernfusion stattfindet, eine physikalische Balance zwischen der Gravitationskraft und dem Strahlungsdruck.

Die Kosmologie hat nun folgendes erkannt:

  1. Damit ein leuchtender Stern entstehen kann, muss die Staubwolke mindestens 80 % unserer Sonnenmasse haben..

  2. Die „Lebensdauer“ eines Stern hängt von seiner Masse ab.

  3. Beträgt die Masse des Sterns genau die unserer Sonne, dann findet dort für einen Zeitraum von etwa 10 Milliarden Jahre die primäre Kernfusion statt. In einer so langen

Zeit kann sich, falls ein solcher Stern einige Planeten gravitativ an sich bindet, auf einem Stern Leben entwickeln. So ist es „bei uns“ geschehen.

  1. Hat ein Stern mindestens die achtfache Sonnenmasse, dann sind in seinem Inneren Druck und Temperatur viel größer als in unserer Sonne, und daher verläuft in einem solchen Stern die primäre Kernfusion viel intensiver als in unserer Sonne. Dadurch wird dort der Wasserstoffvorrat viel schneller verbraucht, und ein solcher Stern lebt nur etwa 1 Milliarde Jahre. In einem solchen Sonnen-Planeten-System kann sich kein

Leben entwickeln.

  1. Hat nun ein Stern die zwanzigfache Sonnenmasse, dann verbrennt dieser sein Wasserstoffvorrat in etwa 200 Millionen Jahren, und er kollabiert in einem dramatischen Prozess. Bei diesem Kollaps finden aufgrund des viel höheren Drucks und der viel höheren Temperatur als in unserer Sonne noch sekundäre, tertiäre und quartäre Kernfusionen statt. Das sind:

Die Helium-Atome verschmelzen zu Kohlenstoff-Atomen oder Helium-Atome verschmelzen zu Sauerstoff-Atomen.

Danach verschmelzen Kohlenstoff-Atome zu Magnesium-Atomen, und Sauerstoff-Atome verschmelzen zu Schwefel- oder Silizium-Atomen.

Schließlich verschmelzen die Silizium-Atome zu Nickel- oder Eisen-Atomen.

Die Sterne mit sehr großen Massen sind also die „Schmieden“ für die schwereren Elemente. (Die sekundären, tertiären und quartären Fusionsprozesse verlaufen komplizierter, als ich es hier dargestellt habe. Ich habe hier nur die Ergebnisse angegeben)

Mit dem Verlöschen der primären Kernfusion verliert ein solch massereicher Stern seine physikalische Balance, und 90 % seiner Masse werden zu einer heißen Gasblase, welche ins All hinaustritt. Der Kern dieses Sterns wird durch die Gravitationskraft dermaßen zusammengepresst, dass die dort vorhandenen freien Elektronen mit den dort vorhandenen Protonen zu Neutronen verschmelzen. So entsteht ein hochverdichteter, kompakter Neutronenstern. Zwischen diesem Neutronenstern und der heißen Gasblase kommt es zu Materie-Schwingungen. Dabei wird der Druck auf den Neutronenstern immer weiter erhöht. Dieser Prozess schaukelt sich soweit auf, bis der Druck und die Temperatur in diesem Neutronenstern-Gasblase-System derart

große Werte annehmen, dass der Neutronenstern in einer Gegenreaktion explodiert. Bei diesem gewaltigen kosmischen Ereignis werden sowohl der Neutronenstern als auch die Gasblase vollkommen zerrissen, und ihre Materie wird weit ins All hinausgeschleudert. Diese gewaltige Explosion von kosmischer Dimension erzeugt im

umgebenden All Gravitationswellen, welche dann zu Materieverdichtungen in den

„Staubwolken“ führen, die im Wirkungsbereich solcher Explosionen sind. Diese Materieverdichtungen führen dann zu neuen Sternengeburten. Der Tod sehr massereicher Sterne ist als die Bedingung für die Geburt von neuen Sternen..

Damit ist in grober Form ein Zyklus von Sternenentstehung, Sternenleben und Sternentod beschrieben, wie er auch in unserer Heimatgalaxie gang und gäbe ist.

Aber zu unserer Beruhigung hat die Kosmologie es festgestellt, dass wir, also unser

Sonnensystem, sich zur Zeit nicht im Wirkungsbereich eines Sterns mit der zwanzigfachen Sonnenmasse befindet.

  1. Hat aber nun ein Stern eine Masse von mehr als vierzig Sonnenmassen, dann verbrennt dieser seinen Wasserstoffvorrat in nur wenigen Millionen Jahren, und bei seinem Sterbeprozess passiert dann das Folgende:

Die Gravitationskraft beim Kollaps eines solchen Sterns wird dann dermaßen groß, dass sogar die Abstoßungskräfte zwischen den Neutronen überwunden werden, und es entsteht eine Schwerkrafts-Falle, ein sogenanntes „Schwarzes Loch“, aus der keine Materie mehr entweichen kann. Alle Materie, welche in die kosmischen Nähe des Schwarzen Lochs gelangt wird von diesem verschluckt. Der geniale britische Physiker

Stephen Hawking konnte es aber herausarbeiten, dass diese Schwarzen Löcher auch nicht ewig leben, denn sie geben hochenergetische Strahlung ab und verzehren sich in langen Zeiträumen. Ein solches Schwarzes Loch befindet sich im Zentrum unserer Galaxie. Aber unser Sonnen-Planeten-System ist von diesem Schwarzen Loch über

30.000 Lichtjahre entfernt.

Es konnte auch ein Energiekreislauf für unsere Galaxie erkannt werden:

Das Pendeln zwischen der kinetischen Energie der interstellaren Materie (Staubwolken) und der thermischen Energie der Sterne spiegelt die wesentlichen energetischen Prozesse im galaktischen Energiekreislauf wider. Angetrieben wird dieser Energiekreislauf durch die kinetische Energie der Galaxienbewegung, denn diese speist die Gravitations-Wellen und damit die Materiedichte-Wellen. Dadurch wird, wie oben schon beschrieben, die Sternenentstehung ausgelöst. Mit dem Zünden der Kernfusion in den so entstandenen Sternen öffnen diese das Energie-Reservoir der Galaxien. Dadurch werden Wärme- und Strahlungs-Energien ins All abgegeben, und diese versetzen die galaktischen Staubwolken in höhere energetische Zustände. Durch die Explosionen von sehr massereichen Sternen, wie oben schon beschrieben, werden dann die Energien in den galaktischen Staubwolken soweit erhöht, dass diese sich so sehr verdichten, dass sie zu Sternen werden. Das ist der innere energetische Kreislauf aller Galaxien in unserem Heimatkosmos.

Der innere energetische Kreislauf ist eingebettet in den allgemeinen energetischen

Verlauf unseres Heimatkosmos, welcher durch dessen andauernde Expansion und der daraus folgenden ständigen Abkühlung des Heimatkosmos bestimmt wird. Damit nimmt die Materie- und die Energiedichte in unserem Heimatkosmos ständig ab, und das führt dazu, dass es dort „eines Tages“ keine so starken Verdichtungen von galaktischen Staubwolken mehr geben wird, aus denen dann leuchtende Sterne entstehen können. Es verbleibt dann in unserem Heimatkosmos nur noch ganz energiearme Strahlung übrig. Dieses Schicksal unseres Heimatkosmos wird in Fachkreisen „von Licht zu Licht“ genannt. Die Existenzdauer unseres Heimatkosmos wird mit zehn hoch Einhundertfünfzig Jahren angegeben, ein für uns normale Menschen unvorstellbar langer Zeitraum.

Unser Heimatkosmos wurde also geboren, er hat sich entwickelt, und er vergeht. Wohin er vergeht, dass können heute die Physiker noch nicht erklären. Es werden aber das geschlossene Modell und das offene Modell diskutiert. Das geschlossene Modell sagt aus, dass „eines Tages“ die Expansion beendet sein wird, und die gravitativen Kräfte wieder die Oberhand gewinnen, und ein Kontraktionsprozess in Gang kommt, welcher unseren Heimatkosmos wieder auf seine Anfangs-Dimensionen schrumpfen lässt, und dann werde das „kosmische Spiel“ von neuem beginnen. Ich halte dieses

geschlossene Modell für zu eng und denke, dass das offene Modell richtiger ist. Das offene Modell besagt, dass unser Heimatkosmos vergeht, dass alle materiellen Strukturen zerfallen, ( Die Protonen- und Neutronen-Lebensdauern sind schon erkannt) und dass letztlich nur noch energiearme Strahlung übrigbleibt, welche sich dann in das unseren Heimatkosmos umgebende Weltall irgendwie integriert.

Die einen Kosmos erzeugenden Prozesse bilden mit den Prozessen, die den Untergang eines Kosmos bewirken, eine komplementäre Einheit im kosmischen Weltgeschehen.

Abschließend soll noch die strukturelle Hierarchie in unserer Welt, so wie sie in der heutigen Kosmologie üblich ist, angegeben werden:

(Ich habe dazu noch die oberste „Weltebene“ hinzugefügt)

    1. Welt: Das sind alle unendlich vielen Kosmen, die das Weltschöpfungspotential in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft hervorbringt.

    2. Kosmos: Das ist jeweils eine chemisch-physikalische Realität. Jeder Komos

ist ein Unikat. Der Weltschöpfungsprozess kennt keine Wiederholungen.

    1. Superhaufen von Galaxien: In unserem Heimatkosmos sind die Galaxien an

bestimmten Orten sehr häufig. Zwischen diesen Galaxienhaufen liegen dann

ausgedehnte leere kosmische Räume. Für alle andern Galaxien in unserem

Heimatkosmos gilt das Gleiche.

    1. Galaxienhaufen: Mehrere Galaxien sind an einem „engen kosmischen Ort“.

So ist unsere Heimatgalaxie Bestandteil des Virgo-Galaxienhaufens.

5. Galaxie: Eine Ansammlung von sehr vielen Planeten-Sternen-Systemen, die

das Zentrum ihrer Galaxien umlaufen. Unser Sonnen-Planeten-System

umläuft das Zentrum unserer Galaxie einmal in 250 Millionen Jahren.

6. Sternen-Planeten-Systeme: Das Beispiel sei hier unser Sonnen-Planeten-

system.

7. Planeten: Als Beispiele seien hier der Merkur, die Venus, die Erde, der Mars

der Jupiter, der Saturn, der Uranus, der Neptun genannt.

  1. Monde: Kleinere Himmelskörper, die jeweils an einen Planeten himmels-

mechanisch gebunden sind. Dabei kann ein Planet durchaus mehrere Monde

haben.

    1. Kurze Beschreibung unseres Sonnen-Planeten-Systems

Mit den folgende Ausführungen werden die Aussagen des Kapitels 1.5 sachlich vertieft, in welchem herausgearbeitet wurde, dass die Menschheit aus dem Naturplaneten Erde einen Kulturplaneten machen muss, um ihre Hochzivilisation zu erhalten.

Vor gut 5 Milliarden entstand in einer Entfernung von etwa 30.000 Lichtjahren vom Zentrum unserer Galaxie unser Sonnen-Planeten-System aus Verdichtungen von Gasstaub-Wolken, die hauptsächlich aus Wasserstoff bestanden.

Unser Sonnen-Planeten-System besteht aus drei Anteilen:

  1. Das ist die Sonne, unser Zentralgestirn, unser Stern.

  2. Das sind die acht Planeten Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und deren Monde.

  3. Das ist der Asteroidengürtel, welcher sich zwischen dem Mars und dem Jupiter befindet.

Der Asteroidengürtel besteht aus einer riesigen Anzahl von Gesteinsbrocken, die im Entstehungsprozess unseres Sonnen-Planeten-Systems nicht in die Sonnen- bzw. in die Planeten-Massen „übernommen wurden“, also übrig geblieben sind.

Unsere Sonne ist eine gasförmige Plasma-Kugel mit einem Durchmesser von etwa 1,4 Millionen Kilometern und einer Masse von zehn hoch 27 Tonnen.. Damit vereinigt unsere Sonne 99,9 % der gesamten Masse unseres Sonnen-Planeten-Systems in sich.

Unsere Sonne wird als leuchtender Stern etwa 10 Milliarden Jahre existieren. Sie ist jetzt in der Mitte ihres Lebens angekommen.

Im Inneren der Sonne findet eine Kernfusion von Wasserstoff- zu Helium-Atomen statt. Dabei erzeugt die Sonne täglich eine Energiemenge von zehn hoch 24 Kilowattstunden. Sie erzeugt dabei auch ein sehr breites Spektrum an elektromagnetischer Strahlung. Das sind die infrarote Wärmestrahlung, das Licht, die Ultraviolette, die Röntgen- und die Gamma-Strahlung.

Der innere Kern der Sonne hat einen Durchmesser von etwa 100.000 Kilometer, und dieser Kern rotiert mit einer Periodendauer von 13.5 Tagen. Dagegen rotiert der äußere Teil der Sonne mit eine Periodendauer von 27 Tagen, was zu einer großen Dynamik der Prozesse auch

in den äußeren Schichten der Sonne führt.

Da die rotierende Sonne sich im Aggregatzustand des Plasmas befindet, hat sie ein sehr starkes Magnetfeld in sich und auch an ihrer Oberfläche, welches der „Dirigent“ der äußeren Sonnenaktivitäten ist. (Ein Magnetfeld entsteht immer, wenn elektrisch geladene Teilchen, das sind hier die Plasmateilchen, sich bewegen)

Von der Sonne geht ein ständiger „Sonnenwind“ in ihre Umgebung aus, das heißt, die Sonne emittiert ständig einen Teilchen-Schauer in ihre kosmische Umgebung. Das sind vor allem Protonen, Elektronen und Neutrinos.

Die Sonne hat einen Sonnen-Flecken-Zyklus. Das bedeutet, dass es alle 11 bis 12 Jahre zu eine erhöhten Aktivität auf der Sonnenoberfläche kommt, welche einen erhöhten Teilchen-

Schauer und eine größere Magnetfeldstärke erzeugt.

Die Sonne hat eine Heliosphäre um sich herum. Das ist eine Plasmasphäre von sehr geringer Dichte, welche das ganze Sonnensystem einhüllt.

In etwa 50.000 Jahren wird unser Sonnensystem eine interstellare Gaswolke durchlaufen, welche unsere Heliosphäre zusammendrücken wird, mit bisher unbekannten Folgen für die Naturprozesse auf unserer Erde.

Infolge ihrer so großen Masse verfügt die Sonne über die dominierende Gravitationskraft in unserem Sonnen-Planeten-System, und sie ist damit in der Lage „ihre“ acht Planeten und deren Monde gravitativ an sich zu binden, das heißt, sie auf ihre jeweiligen Bahnen zu „zwingen“

Unser Sonnen-Planeten-System ist in unserer Galaxie, in unserem Heimatkosmos ein Unikat.

Es ist eine von unendlich vielen möglichen Kombinationen zur Strukturierung eines Sonnen-

Planeten-Systems in unserem Heimatkosmos.

Alle oben genannten Parameterwerte zur Sonne haben ihre Einwirkung auf die Naturprozesse

auf unserer Erde. Die Menschheit muss bei Änderungen dieser Werte darauf reagieren,

um ihre Hochzivilisation zu erhalten.

    1. Kurze Beschreibung unseres Heimatplaneten Erde

Nach einem chaotisch verlaufenden Entstehungsprozess ist unsere Erde durch die Gravitationskraft der Sonne auf eine leicht elliptische Umlaufbahn um die Sonne mit einer mittleren Entfernung von 152 Millionen Kilometern gebracht worden. Das himmelsmechanische Gefüge in unserem Sonnen-Planeten-System hat es mit sich gebracht, dass nur die Erde auf einer sogenannten habitalen Bahn die Sonne umläuft. Habitale Bahn bedeutet, dass die Umlaufbahn der Erde sich in einer Ebene befindet und diese Bahn für lange Zeiten stabil ist, dass die Sonne für sehr lange Zeiten eine konstante Menge an Licht und Wärmeenergie an die Erde „liefert“. Das sind die wichtigsten Voraussetzungen für die Entstehung einer Biosphäre auf unserer Erde. Die Sonne „liefert“ der Erde täglich etwa

5214 Milliarden Kilowattstunden an Energie. Das ist etwa das Tausendfache dessen, was die

gesamte Menschheit heute an einem Tag an Energie erzeugt.

Die von der Sonne kommende lebensfeindliche Ultraviolett-, Röntgen- und Gamma-Strahlung wird von der Ionosphäre der Erde absorbiert, und zwar durch die Ionisierung der dortigen Luftmoleküle.

Der von der Sonne ankommende Teilchenschauer wird durch das Magnetfeld der Erde am Erdkörper vorbeigeleitet. Aber einige dieser Teilchen wandern an den Magnetfeldlinien zu den Magnetpolen der Erde, die sich in der Nähe der geografischen Pole der Erde befinden. Dort ionisieren sie die Luftmoleküle der oberen Erdatmosphäre, die dabei Photonen abgeben, und es entsteht so das Phänomen der Polarlichter.

Die Erde dreht sich einmal am Tag um sich selbst. Diese Rotationszeit wird maßgeblich durch unseren Mond bestimmt, dessen Schwerkraft auch auf die Erde einwirkt.

Die alle etwa 500.000 Jahre stattfindende Umpolung des Erdmagnetfeldes führt dazu, dass während dieses Umpolungs-Prozesses die Erde für einige Jahrzehnte keinen Schutz vor den lebensfeindlichen Strahlen von der Sonne und auch aus dem All hat. Diesen Zustand, welcher

unser Leben hier bedrohen kann, muss die Menschheit mit Hilfe der ihr dann zur Verfügung stehenden Potentiale verhindern.

Unser Planet Erde ist vor etwa 4,5 Milliarden Jahren aus einem Feuerball entstanden. Bei der Abkühlung dieses Feuerballs sanken infolge der Schwerkraft die schweren Elemente Nickel und Eisen in Richtung Erdmittelpunkt, und sie bildeten dort den Erdkern. Dort herrscht eine Temperatur von über 5.000 Grad Kelvin, aber dort herrscht ein so hoher Druck, dass weder das Eisen noch der Nickel geschmolzen sind. Daher hat die Erde einen festen, aber sehr heißen inneren Erdkern, und einen flüssigen äußeren Nickel-Eisen-Erdkern, welcher von dem Erdmantel umgeben ist. Der Erdmantel besteht aus Mineralien und Gesteinen, welche durch den Erdkern ständig aufgeheizt werden, so dass sich im Erdmantel eine zähflüssige Schicht, die Magma-Schicht, gebildet hat. Oberhalb der Magma-Schicht befindet sich die Erdkruste, welche aus großen Platten besteht, die auf der Magma-Schicht „schwimmen“. Diese Platten „tragen“ die Landflächen und die Ozeane/Meere auf der Erdoberfläche. Sie sind also in einer ständigen Bewegung, welche die Kontinental-Drift genannt wird. An den Bruchstellen zwischen diesen Platten drängt die zähflüssige und sehr heiße Magma nach oben, und sie verursacht dadurch den Vulkanismus auf unserem Planeten. Stoßen zwei Kontinentalplatten aneinander, dann entstehen Erd- oder See-Beben auf der Erde, oft mit schrecklichen Folgen für die dort lebenden Menschen.

In Zeiträumen von Millionen Jahren verändert die Drift der Kontinental-Platten die Wasser-Land-Verteilung auf der Erde erheblich. Dadurch werden neue Landschaften, wie zum Beispiel neue Gebirge, erzeugt und bestehende Landschaften verändern sich gravierend. Das führt zu regionalen, kontinentalen und auch zu globalen Änderungen der biologischen Ökosysteme und auch zu Änderungen des Wetters und des Klimas.

Die Erdoberfläche hat mehrere Sphären. Das sind:

  1. Das feste Land auf der Erdoberfläche mit einer Fläche von etwa 150 Millionen Quadrat-Kilometern.

  2. Die Hydrosphäre, das sind die Ozeane, die Meere, die Seen und die Flüsse mit einer Fläche von etwa 360 Millionen Quadrat-Kilometern.

  3. Die Atmosphäre über der Erdoberfläche, welche zu 78% aus Stickstoff, zu 21% aus Sauerstoff, zu 0,8 % aus Kohlendioxid und zu 0,2 % aus anderen „Spurengasen“ besteht

  4. Die Kryosphäre. Das sind die vereisten Gebiete der Arktis und der Antarktis mit einer Fläche von etwa 20 Millionen Quadrat-Kilometern.

  5. Die Biosphäre.

  6. Die nahe kosmische Sphäre, in der das Erdmagnetfeld die wichtigste Erscheinung ist.

Die Umlaufbahn der Erde um die Sonne liegt in einer Ebene, aber die Rotationsachse der Eigendrehung der Erde ist im Mittel um 23,5 Grad gegen die Umlauf-Bahnebene geneigt. Diese Tatsache führt zu den unterschiedlichen Klimazonen und zu den sehr unterschiedlichen

Jahreszeiten in denjenigen Erdregionen, welche nördlich und südlich der 40. Breitenkreise liegen, denn dort ändert sich während eines Jahresumlaufs der Erde um die Sonne der Sonnenstandswinkel erheblich. Man kann daher das Erdklima in vier Zonen einteilen. Das sind:

  1. Die tropische Zone. Sie liegt zwischen dem nördlichen und südlichen Wendekreis,

also zwischen 23,5 Grad südlicher Breite und 23,5 Grad nördlicher Breite. In diesem Gebiet erreicht die Sonne den 90 Grad-Winkelstand, und daher ist es dort das ganze Jahr über sehr warm.

  1. Die subtropische Zone. Sie ist zwischen den Wendekreisen und dem 40. Grad

südlicher und nördlicher Breite gelegen. Dort gibt es sehr warme Sommer und recht

milde Winter.

  1. Die gemäßigte Zone. Sie liegt zwischen dem 40. und dem 60. Breitenkreis südlicher

und nördlicher Breite. Hier gibt es mäßig warme Sommer und mäßig kalte Winter.

(In ihr liegen die fruchtbarsten Böden für die Landwirtschaft der Welt.)

  1. Die polaren Klimazonen. Sie liegen zwischen dem 60 .Breitenkreisen und den Polen

der Erde. Hier gibt es nur kurze, milde Sommer und nach einer kurzen Übergangszeit

sehr lange und strenge Winter. Die südlichen und nördlichen Breitenkreise 67,5 Grad

heißen Polarkreise, weil es jenseits davon das Phänomen der Polarnacht gibt. Und in

Gebieten mit Polarnacht wird es im Polarwinter dann bitter kalt. Daher sind diese

Regionen bis heute fast unbewohnt, aber mutige Forscher weilen dort auch in der

Polarnacht, um diese „Welt“ für die Menschheit zu erkunden.

Die Vielschichtigkeit der Erdoberfläche wird zusätzlich durch das Vorhandensein ganz unterschiedlicher Landschaften weiter erhöht. Das sind die Tiefländer, die Gebirge, die Steppenlandschaften, die Wüsten, die Seen- und Flusslandschaften.

    1. Die physikalische, chemische, geologische, klimatologische und biologische Geschichte unserer Erde

Unser Heimatplanet Erde hat eine sehr dynamische geologische und klimatologische Geschichte hinter sich, die durch himmelsmechanische Parameter, durch Wärmeprozesse, durch die Plattentektonik, durch den Vulkanismus, durch die großen Strömungen in der Hydrosphäre und der Atmosphäre, durch die Einwirkungen der Sonne auf die Erde, durch die

Erde-Mond-Beziehungen wesentlich bestimmt wurde.

Wir wollen hier hauptsächlich nur die geologische und biologische Erdgeschichte im Auge haben. Die ersten 4000 Millionen Jahre der Erdgeschichte liegen weitgehend im Dunkeln. Die

Geologische Forschung konnte das zeitlich so weit entfernte Geschehen auf der damals ganz jungen Erde bisher nicht schlüssig rekonstruieren.

Aber es wurde herausgearbeitet, dass es vor 3000 Millionen Jahren schon belebte Wesen auf der Erde gab. Das waren die Einzeller, Stomatolithen genannt. Wie dieses Leben hier entstehen konnte, das ist bisher nicht exakt geklärt. Diese Einzeller lebten in den Meeren, und sie haben vor etwa 2300 Millionen Jahren die Fotosynthese „erfunden“. Ab dieser Zeit haben

die Einzeller damit begonnen, die ursprüngliche Kohlendioxid-Methan-Wasserstoff- Atmosphäre in eine Stickstoff-Sauerstoff-Atmosphäre umzuwandeln. Eben mithilfe der Verfahrens der Fotosynthese. In einem sehr langen Zeitraum von 1500 Millionen Jahren, also

von 2300 bis 800 Millionen Jahren vor unserer Zeitrechnung (v.u.Z.) haben diese Einzeller mithilfe der Fotosynthese soviel Sauerstoff in die Erdatmosphäre abgegeben, dass dadurch später das Leben auf der Erde möglich wurde. Bei diesem Umwandlungsprozess kühlte die Erdoberfläche ständig ab, weil die Treibhausgase Kohlendioxid und Methan in der Erdatmosphäre immer weniger wurden.

Die Abkühlung ging soweit, dass von 770 bis 570 Millionen Jahren v.u.Z., also 200 Millionen Jahre lang, die Erdoberfläche von einem dicken Eispanzer eingehüllt war. Das war eine totale Eiszeit. An Land konnte sich in dieser Zeit kein Leben entwickeln, aber die Einzeller in den Meeren hielten diese Eiszeit durch, sie überlebten.

Ab 570 Millionen Jahren v.u.Z. wurde durch weltweit stake vulkanische Aktivitäten die Vormachtstellung des Eises auf der Erdoberfläche gebrochen. Die heiße Magma im Inneren der Erde ließ sich nicht länger von dem Eispanzer auf der Erde „unterdrücken“. Sie drängte nun vehement an die Erdoberfläche und besorgte dadurch, also durch ihre vulkanischen Aktivitäten für einen globalen gravierenden Klimawechsel auf der Erdoberfläche.

Es folgte von 570 bis 435 Millionen Jahren v.u.Z. eine anhaltende Warmzeit, Kambrium genannt. In dieser Zeit „explodierte“ das Leben in den Meeren, und etwa um 500 Millionen Jahren v.u.Z. „gingen“ die ersten pflanzlichen Lebewesen auf das Festland. Zum Ende des Kambriums vereiste die Erde regional.

Die Zeit von 435 bis 410 Millionen Jahren v.u.Z. war wieder eine Warmzeit, Silur genannt, in welcher das sich das Leben auf der Erde, also an Land und in den Meeren, weiter entfaltete.

Die Zeit von 410 bis 355 Millionen Jahren v.u.Z., Devon genannt, war wieder eine Warmzeit, in welcher die ersten großen Nadelholzwälder auf der Erdoberfläche wuchsen, und es gingen in dieser Zeit erstmals tierische Lebewesen an Land. Das waren amphibische Tierarten, also solche Lebewesen, die sowohl im Wasser als auch an Land existieren können.

Die Zeit von 355 bis 290 Millionen Jahren v.u.Z., Karbon genannt, war wieder eine Warmzeit. Es war die Zeit der großen Wälder auf der Erdoberfläche, und aus den amphibischen Tierarten entwickelten sich die Reptilien, und aus diesen später die Vögel.

In der Zeit von 290 bis 250 Millionen Jahren v.u.Z., Perm genannt, existierte auf der Südhalb-

Kugel der Erde der Riesenkontinent „Pangäa“, der in dieser Zeit vollkommen vereist war, was zum Aussterben von 80 % der dort lebenden Tier – und Pflanzenarten führte.

In der Zeit des Trias,das war die Zeit von 250 bis 205 Millionen Jahren v.u.Z. teilte sich, durch die Plattentektonik verursacht, der Riesenkontinent Pangäa in zwei Kontinente auf, von denen der eine, „Eurasia“ genannt, in Richtung Nordhalbkugel abdriftete, während der andere, „Gondwana“ genannt, auf der Südhalbkugel verblieb.

(Aus Eurasia sind später die Kontinente Eurasien und Nordamerika, und aus Gondwana sind später die Kontinente Afrika, Südamerika, Australien und Antarktika entstanden)

Zum Ende des Trias sind die ersten Saurier in Erscheinung getreten.

In der Zeit 205 bis 135 Millionen Jahren v.u.Z., Jura genannt, entwickelten sich die ersten Säugetiere auf der Erde. Sie waren aber nur mausgroß und mussten ihr Leben in Furcht vor den riesigen Sauriern in Höhlen verbringen.

Vor 135 bis 65 Millionen Jahren v.u.Z., das war die Kreidezeit, erlebte die Erde eine Warmzeit, in der es auf der Erde eine großartige Pflanzenwelt gab, und in der die großen Saurier als dominierende Tierart an der Spitze der „Nahrungskette“ standen und im Tierreich maßlos wüteten.

Vor 65 Millionen Jahren stürzte ein großer Asteroid mit einem Durchmesser von etwa 15 Kilometern in der Gegend von Yucatan/Mexiko auf die Erde. Aufgrund seiner hohen Geschwindigkeit hatte er eine riesige kinetische Energie in sich, welche der Explosions-energie von etwa 100 Millionen Tonnen TNT entsprach. (TNT heißt Trinitro-Toluol )

Dieser Einschlag wirbelte soviel Staub auf, dass sich der Himmel für mehrere Jahrzehnte verdunkelte, er löste weltweit See- und Erd-Beben aus, viele Vulkane wurden aktiv. Es gab weltweit viele Überschwemmungen und Brände. Die Folgen dieses Asteroiden-Einschlags waren für die Lebewesen auf der Erde verheerend. Diese bio-ökologische Katastrophe vernichtete 90 % aller Arten sowohl in der Pflanzenwelt als auch im Tierreich. Auch die Saurier, welche über 100 Millionen Jahre lang die dominierende Tierart auf unserer Erde waren, starben aus, was aber ein großes Glück für die Säugetiere war.

(Man stelle es sich nur einmal vor, wie die biologische Entwicklung auf der Erde verlaufen wäre, wenn dieser Asteroid eine etwas andere Bahn gehabt hätte, und vielleicht in eintausend

Kilometern Entfernung an der Erde vorbei geflogen wäre. Die Kosmologen haben errechnet,

dass etwa alle 100 Millionen Jahre ein solcher Asteroiden-Einschlag auf die Erde passiert. Daher gibt es vor allem in den USA schon heute Gremien, die sich mit der Abwehr von größeren Asteroiden-Einschlägen auf die Erde befassen)

Einige Tausend Jahre nach dieser Katastrophe hatte die Erde eine neue bio-ökologische Balance gefunden, und die überlebenden Pflanzen- und Tierarten richteten sich darin ein. Es begann in diesem neuen bio-ökologischen System der biologische Aufstieg der Säugetiere.

Im Zeitraum von 65 bis 1,6 Millionen Jahren v.u.Z., welcher Tertiär genannt wird, entstanden

die Kontinente in unserer heutigen Gestalt und auch die heutige Biosphäre. Vor etwa fünf Millionen Jahren entwickelte sich in dieser Biosphäre der Affenmensch und seit etwa zwei Millionen Jahren daraus der Mensch. Der Ursprung der Menschheit liegt in Afrika.

In der Zeit von 1,6 Millionen Jahren v.u.Z. bis heute passierte dann das Folgende auf der Nordhalbkugel der Erde:

Dort wechselten periodisch Warm- und Eiszeiten einander ab. Die Klimatologen haben über

zwanzig solcher Wechsel in diesem Zeitraum festgestellt. Vor 115.000 Jahren passierte die letzte große Vergletscherung der Nordhalbkugel, und diese letzte große Eiszeit ging vor 20.000 Jahren zuende.

Vor etwa einer Million Jahren begann die Besiedlung der Kontinente Asiens, Nordamerikas und Europa durch die werdenden Menschen, die Urmenschen. Vor etwa 35.000 Jahren wurde

in Europa der Neandertaler-Mensch durch den „Homo Sapiens“ verdrängt. Damit begann der Aufstieg des Homo Sapiens zur dominierenden Art in der Biosphäre unseres Planeten Erde.

Die soeben kurz dargestellte Erdgeschichte zeigt, dass unsere Erde ein geologisch, klimatologisch und bio-ökologisch chaotisch es System ist, welches sich nicht determiniert berechnen lässt. Die Menschheit kann sich in Zukunft den so unberechenbaren gravierenden

Veränderungen des geologischen, klimatologischen, bio-ökologischen des Erdzustandes gegenüber nicht passiv verhalten. Um ihre Existenz als eine hochzivilisierte Population auf diesem Planeten Erde für längere Zeit zu erhalten, muss sie aus dem Naturplaneten Erde einen

Kulturplaneten Erde machen, so wie ich es im Kapitel 1.6 kurz beschrieben habe.

    1. Wichtige chemisch-physikalische Voraussetzungen für die Entstehung und Entwicklung einer Biosphäre auf einem Planeten

  1. Der entsprechende Planet muss einem Sonnen-Planeten-System angehören und seine Sonne in einer habitalen Bahn umlaufen.

  2. Die das Leben spendende Sonne muss mindestens 5 Milliarden Jahre existieren und in

dieser Zeit kontinuierlich eine bestimmte Menge an Wärmeenergie und Licht zu diesem Planeten schicken.

  1. Auf diesem Planeten muss ausreichend Wasser vorhanden sein, und dort muss eine

Atmosphäre existieren, in welcher das Wasser weder verdampft noch gefriert. Diese

Atmosphäre muss wasserhaltig sein, denn das Wasser in der Atmosphäre und in der Hydrosphäre ist dasjenige Transportmittel, welches den für das Leben notwendigen

Stoffwechsel zwischen der Biosphäre und den unbelebten Sphären unseres Planteten ermöglicht.

  1. Der Planet muss eine ausreichend große Masse haben, damit seine Schwerkraft eine

Atmosphäre gravitativ an sich binden kann.

( Unserem Nachbarplaneten Mars fehlt die dazu ausreichende Masse )

  1. Der Planet muss diejenigen Rohstoffe, welche die atomaren Bausteine einer

Biosphäre bilden, das sind vor allem Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff und Stickstoff, in größeren Mengen in sich haben.

  1. Der Planet muss einen Vulkanismus in sich haben, denn dadurch werden immer wieder wichtige Mineralien an die Oberfläche des Planeten befördert, welche für das pflanzliche Leben nötig sind. Es muss also auf dem Planeten einen „Kreislauf der Steine“ geben.

  2. Die durch den Vulkanismus an die Oberfläche des Planeten beförderte Wärmemenge

stützt den lebensbejahenden Wärmezustand auf der Planetenoberfläche.

( Im Folgenden sollen die Fakten speziell für unsere Erde angegeben werden )

  1. Unserer Erdoberfläche wird Sonnen-Wärme und Vulkanismus-Wärme zugeführt.

Einen Teil davon strahlt die Erde in den Kosmos ab. Beide Prozesse müssen für eine

lange Zeit sich in einer thermischen Balance befinden, die unser Leben hier ermöglicht. Das Leben auf der Erde verlangt eine mittlere Temperatur von 15 Grad Celsius. Diese Temperatur wird vor allem durch den Treibhaus-Effekt unserer Atmosphäre sichergestellt. Das besorgt vor allem der Kohlendioxid-Anteil in unserer Atmosphäre. Ohne ihn wäre die mittlere Temperatur auf der Erdoberfläche bei minus

18 Grad Celsius, und es wäre kein Leben auf Erden möglich.

( Durch die Kohlenstoff-Abgase der Industrien und der 600 Millionen Autos greift

die Menschheit zur Zeit rabiat in den Zustand der Erdatmosphäre ein, und sie

verstärkt damit den Treibhaus-Effekt, mit zur Zeit kaum abschätzbaren Folgen

für unser Erdklima)

  1. Die Ozonschicht in 20 bis 30 Kilometern über der Erdoberfläche schützt die

Biosphäre der Erde vor den von der Sonne und auch aus dem All kommenden

lebensfeindlichen Ultraviolett-, Röntgen- und Gamma-Strahlen.

  1. Die Erde braucht ein Magnetfeld um sich herum, um die von der Sonne aber

auch aus dem All hier ankommenden Teilchenschauer an dem Erdkörper vorbei zu

leiten.

  1. Zum Erhalt des Lebens muss die Biosphäre mit den unbelebten Sphären der Erde in

einer engen Wechselwirkung stehen. Dazu haben sich sehr viele Stoff- und Energie-

Kreisläufe im System Erde herausgebildet, von denen zwei im folgenden kurz erläutert werden:

Der Wasser-Wasserdampf-Wasser-Kreislauf, durch den die Hydro-, die Bio- und

die Atmosphäre eng miteinander verknüpft sind.

Der Kohlenstoff- Sauerstoff-Kreislauf, in welchen die Atmosphäre, die Hydrosphäre

die Pflanzenwelt und das Tierreich miteinander verbunden sind, durch die Fotosynthese vermittelt.

  1. Damit das Leben überhaupt entstehen kann, muss ein ständiger Fluss von Energie

und Stoffen durch ein biologisches System, hier unsere irdische Biosphäre, möglich sein.

  1. Das Leben kann nur entstehen und sich entfalten, wenn es in ein übergeordnetes

System eingebettet ist, welches sich in einem thermodynamischen Nichtgleich-

Gewichts-Zustand befindet. Dieser Zustand wird in unserer Biosphäre durch die Stoffwechsel-Aktivitäten der in der Biosphäre lebenden Organismen, der Pflanzen und

Tiere, aufrechterhalten.

14. Die unbelebte Materie strebt immer den thermodynamischen Gleichgewichts-Zustand

an, was das Ende aller energetischen Prozesse bedeutet. Dagegen muss das Leben

ständig ankämpfen. Dieses gelingt der Biosphäre unseres Planeten durch den

Stoffwechsel und den ständigen Energieaustausch mit den unbelebten Sphären auf

unserem Planeten Erde.

  1. Die thermodynamische Definition des Lebens lautet: Jede Art von Leben muss ein

sich selbst organisierendes dissipatives System sein, also ein System im thermo-

dynamischen Nichtgleichgewicht.

  1. Das Leben ist gekennzeichnet durch Stoffwechsel, Wachstum, Fortpflanzung,

Differenzierung in unterschiedliche Arten, Entwicklungs- und Anpassungs-

Fähigkeit, durch Reizbarkeit und Reaktionsfähigkeit.

  1. Alle irdischen Lebewesen haben die gleiche Vererbungsstruktur in sich. Das sind die

artspezifischen DNS-Moleküle als Träger der jeweiligen Erbsubstanz.

    1. Die notwendigen Aktivitäten der Menschheit zum Erhalt ihrer Zivilisation

gegenüber der Naturdynamik unseres Planeten Erde

Die Antwort darauf ist schon im Kapitel 1.6 gegeben: Die Menschheit muss ihre in der Industriegesellschaft und in der Biologisch-Genetischen Kulturepoche gewonnenen Potentiale

dazu nutzen, um aus dem Naturplaneten Erde einen Kulturplaneten Erde zu machen. Diese Aufgabe hat einen in der Menschheitsgeschichte zuvor nie gekannten Umfang, sowohl zeitlich als auch materiell. Zur Bewältigung dessen wird eine viel gebildetere und menschlich

viel reifere Menschheit gebraucht, als wir dies heute sind. In den beiden kommenden Kapiteln will ich es etwas herausarbeiten, wie die Menschheit zu einer größeren Reife kommen kann. Diese höhere Reife der Menschheit ist existentiell notwendig.

Damit komme ich zur dritten Komponente der im Vorwort angegeben Dreiheit dieser Arbeit.

Kapitel 3: Der Freiheitsbegriff in den Menschen-Gesellschaften und die dort erreichbaren

Freiheiten.

    1. Die geistige Basis des heutigen Freiheitsbegriffs

Der heutige Freiheitsbegriff wurde durch das wissenschaftliche Denken in Europa seit der Renaissance erarbeitet. Daran waren die folgenden Geistesströmungen beteiligt:

  1. Die europäische Renaissance, repräsentiert durch Thomas Morus, Erasmus von Rotterdam, Leonardo da Vinci.

  2. Die Reformation, ausgelöst durch den Thesenanschlag des Martin Luther im Jahre 1517.

  3. Die europäische Aufklärung, vertreten durch Baruch Spinoza, Francois-Marie Voltaire, Jean-Jaques Rousseau.

  4. Die neuzeitliche Philosophie, repräsentiert durch Immanuel Kant, Georg. F.W. Hegel, Ludwig Feuerbach, Karl Marx, Karl Raimund Popper.

  5. Die modernen Naturwissenschaften, wesentlich geschöpft durch Galilei, Newton Leibniz, Descartes, Huygens, Euler, Lagrange, Laplace, Gauß.

  6. Die moderne Mechanik, wesentlich geschöpft durch Newton, Euler, Lagrange , Hamilton

  7. Die Ökonomie, hier seien Ricardo, Smith und Keynes genannt.

  8. Die moderne Geografie/Geologie. Hier seien die Pioniere Kolumbus, Magellan, Cook

und A. von Humboldt genannt.

  1. Die Sozialwissenschaften, deren wichtige Vertreter Fourier, Owen, Marx, Weber sind.

  2. Die Relativitätstheorie, die Kosmologie, als deren Vertreter hier A.Einstein und

St. Hawking genannt seien

  1. Die Quantentheorie, deren wichtigste Schöpfer M.Planck, N.Bohr, W.Heisenberg,

E.Schrödinger, M.Born, W.Pauli, P.Dirac, M.Gellman, R.Feynman sind.

  1. Die Evolutionstheorie, geschöpft von C. Darwin.

  2. Die Vererbungslehre auf der Basis der Molekularbiologie und der Gentechnik.

  3. Die Psychologie, hier seien S.Freud, E.Fromm und A.S.Neill genannt.

  4. Die sich in einem „Modernisierungs-Prozess“ befindlichen monotheistischen Religionen des Christentum und des Islams.

  5. Die Informationstheorie, geschöpft durch C.E. Shannon

  6. Die Systemtheorie, geschöpft durch K.Küpfmüller

  7. Die Ökologie, hier war der „Club of Rome“ ein Impulsgeber.

Vor dem Beginn der europäischen Renaissance gaben die traditionellen Konfessionen, das waren der Konfuzianismus in China und Asien,der Hinduiamus und der Budhismus in Indien und Asien, die jüdisch-christliche Religion in Europa und die islamische Religion in Arabien und Afrika den Menschen ihre jeweiligen Weltbilder und Freiheitsbegriffe vor. Doch mit dem

Aufkommen allgemeiner wissenschaftlicher Horizonte innerhalb der Menschheit zeigte sich recht schnell die Überlebtheit der traditionellen Religionen. Seitdem müssen diese sich dem „Zug der Zeit“ etwas anpassen und ihre „Lehren“ etwas modernisieren. Aber mit ihrer langen Erfahrung bei der „Seelsorge“ für die Menschen haben die Konfessionsführer noch einige starke „Trümpfe“ in ihren Händen. Sie wissen es sehr genau, dass die Lichtgestalten ihrer jeweiligen Konfessionen, wie zum Beispiel Jesus oder Mohammed, mit jedem Jahrzehnt der weiteren Existenz ihrer Konfessionen immer „heller erstrahlen“ werden, und dass die Menschen sich in irrationaler Weise weiter an diese Lichtgestalten binden lassen.

Alle die hier genannten Geistesströmungen gehen in den heutigen Freiheitsbegriff irgendwie mit ein. Das zeigt schon jetzt die große Komplexität des Freiheitsbegriffs, aber er hat eine noch wesentlich breitere Basis, wie es im folgenden gezeigt wird.

    1. Die existentiellen Lebensbedürfnisse des Einzelmenschen und die jedem Menschen

unabdingbar zustehenden Menschenrechte als elementare Bestandteile der menschlichen Freiheit.

Heute ist es allgemein akzeptiert, dass die individuelle menschliche Persönlichkeit ein sehr vielschichtiges Wesen ist. Der Mensch ist ein biologisches, ein geistiges, ein psychologisches, ein ethisch-moralisches, ein kulturelles, ein schöpferisches, ein ökonomisches und ein politisches Wesen. Als ein bewusstes intelligentes Wesen in dieser Welt ist der Mensch in viele Sphären eingebettet. Diese sind:

  1. Das Universum, die Welt.

  2. Unser Heimatkosmos.

  3. Unsere Galaxie.

  4. Unser Sonnen-Planeten-System.

  5. Unser Heimatplanet Erde.

  6. Unsere irdische Biosphäre.

  7. Unsere Menschengesellschaft.

  8. Die geografische Region, der Heimatkontinent.

  9. Das Heimatland

  10. Die Nation

  11. Die Provinz.

  12. Die Heimatstadt

  13. Die zivilisatorische Epoche.

  14. Der Gesellschaftstyp.

  15. Die soziale Schicht.

  16. Die Konfession, die Ideologie.

  17. Die Familie, der Clan.

  18. Der Berufsstand, der Kollegenkreis.

  19. Die Freundschaften, die Nachbarshaften.

  20. Das Selbst, also die individuellen Anlagen und Fähigkeiten.

Aus diesen vielen Einbettungen in unsere so vielschichtige Welt, welche sich in jeder dieser Sphären in zeitlich unterschiedlichen Zyklen ständig ändert, stellen die Menschen, die Menschengruppe, die Völker und die Menschheit insgesamt ihre Fragen an diese Welt, und sie suchen mithilfe ihres rastlosen Schöpfertums Antworten darauf.

Aus der soeben gegebenen Auflistung der Sphären, in welche der Mensch in unserer Welt eingebettet ist, geht es sofort hervor, dass der Mensch eine ganze Reihe von existenziellen Bedürfnissen hat, um in dieser Welt menschlich leben zu können.. Das sind:

10. Besitz eines eigenen allgemeinen Weltbildes.

9. Besitz von Transzendenzen, das sind Visionen, rationaler Glauben, Hoffungen.

8. Selbstverwirklichung: Das bedeutet Definition und Realisierung selbstbestimmter

Lebensziele.

7. Ästhetische Bedürfnisse: Das bedeutet, dass der Mensch in ausgewogener Balance aktiven

und passiven Kunstgenuss betreiben kann, dass er kulturell tätig werden kann.

6. Kognitive Bedürfnisse: Das sind eine Ausbildung, die Neugier auf die Welt, das Erkennen

und Verstehen, das sind Wissen und Können.

5. Selbstwertbedürfnis: Das bedeutet Anerkennung der individuellen Fähigkeiten und

Anerkennung der für die Gesellschaft erbrachten Leistungen.

  1. Soziale Bindungen: Das sind die Zugehörigkeit zu einer Familie, zu einem Berufsstand, zu einer Konfession, zu einer Ideologie, Zugehörigkeit zu einer Nation, zu einer geografischen Heimat, das Gebraucht werden in der Gesellschaft.

  1. Sicherheitsbedürfnis: Das bedeutet frei sein von Ängsten, das Vorhandensein von

Frieden, Sicherheit und Ordnung, und sozialer Sicherheit, das Gefühl des

Geborgenseins in der Menschengesellschaft.

2. Biologische Bedürfnisse: Das sind Nahrung, Bewegung, Erholung und Gesundheit,

körperliche Unversehrtheit, Sexualität.

  1. Menschengerechte ökologische Systeme: Das bedeutet saubere Luft, sauberes Wasser, sauberer Boden, saubere Landwirtschaft, ausreichend Licht, verträgliches Wetter und Klima.

(Diese Auflistung ist von unten her zu lesen!)

Diese existenziellen Bedürfnisse des Menschen sind nur dann realisierbar, wenn ihm von der Gesellschaft ohne jede Vorbedingungen eine Reihe von Menschenrechten zugebilligt werden. Diese lassen sich am besten durch die kurze Darstellung des Lebensweges eines Menschen erläutern:

  1. Jedes im Mutterleib werdende Kind hat ein Recht auf eine in sozial gesicherten Verhältnissen, in guten familiären Bindungen lebende werdende Mutter, die sich von Herzen auf die Ankunft ihres Kindes freuen kann.

  2. Nach seiner Geburt hat das Neugeborene ein Recht auf eine umfassende elterliche Fürsorge. Es hat also von seiner ersten Lebensstunde an ein Recht auf Nahrung, Ruhe,

Hygiene und menschliche Zuwendung.

  1. Wenn das Kind dann „auf die Beine gekommen“ ist, dann hat es ein Recht auf eigene

Wünsche, auf Spielzeuge, auf Spielgefährten.

  1. Das erstgeborene Kind in einer Familie hat ein Recht auf Geschwister, denn die

Erfahrung geschwisterlicher Beziehungen ist für die Heranwachsenden unverzichtbar.

  1. Der junge Mensch hat ein Recht auf eine gute Schulbildung und danach ein Recht auf

eine Berufsausbildung.

  1. Die nun ausgebildete Facharbeiter oder junge Akademiker hat ein Recht auf eine

Arbeitsstelle in seinem gelernten/studierten Beruf, in der er auch auskömmlich entlohnt wird.

  1. Der junge Berufseinsteiger hat ein Recht darauf, dass ihm seine Arbeitgeber eine

zeitlich weit gefasste Berufsperspektive mit guten Aufstiegschancen anbietet, denn

etwa ab ihrem 40. Lebensjahr muss die neue Generation dazu befähigt sein, die „tragende Generation“ in der Gesellschaft zu sein.

  1. In seinem ganzen Berufsleben hat der schaffende Mensch ein Recht auf soziale Sicherheit, auf eine eigene Wohnung, auf Gesundheitsfürsorge, auf Erholung.

  2. Der nun erwachsene Mensch hat ein Recht auf die Gründung einer eigenen Familie.

  3. Der erwachsene Mensch hat ein Recht auf Mobilität im Inland und auch ins Ausland.

  4. Der erwachsene Mensch hat ein recht auf Gewissens- und Glaubens-Freiheit, hat ein

Recht auf eigene Überzeugungen und ein Recht auf einen allgemeinen Horizont.

  1. Der Staatsbürger hat ein Mitsprache-Recht in allen gesellschafts-politischen Fragen,

in allen gesellschaftlichen Ebenen.

  1. Der Mensch hat ein Recht auf wahrhaftige Information, auf Kommunikation.

  2. Der Mensch hat ein Recht auf Kontakt zur irdischen Natur, vor allem zur Tier-

und Pflanzenwelt.

  1. Der Mensch hat Anspruch auf materielle und menschliche Solidarität, wenn er in

sehr schwierige Lebenslagen geraten ist.

  1. Jeder Mensch hat ein Recht auf eine Privatsphäre.

  2. Jeder Mensch hat ein Recht auf begrenztes Privateigentum.

  3. Jeder Mensch hat ein Recht darauf Liebe zu geben und geliebt zu werden.

  4. Jeder Mensch hat ein Recht auf Lebensfreude, Lebenslust und Lebensglück.

Jeder Mensch hat ein Recht darauf positive Leidenschaften zu leben.

  1. Jeder Mensch hat ein Recht auf eine geografische, ethnische und menschliche

Heimat.

(An dieser Stelle sei auf die UNO-Menschenrechts-Deklaration vom 10.12.1948. Allerdings sind darin die sozialen Menschenrechte viel zu kurz gekommen)

    1. Definitionen des Freiheitsbegriffs für die Einzelmenschen, die Menschengruppen, die

Völker, die Menschheit.

Nach dem es schon erarbeitet wurde, dass der Freiheitsbegriff eine sehr breite, „mehrdimensionale“ Basis hat, erkennt man ganz deutlich, dass der Freiheitsbegriff nicht mit einer Aussage zu definieren ist. Daher will ich mit einer Reihe von Aussagen das „Mosaik“ des Freiheitsbegriffs aufzeigen, ohne den Anspruch auf eine Vollständigkeit zu erheben.

Die jetzt folgenden Aussagen sind im wesentlichen von den Psychologen Erich. Fromm und Peter Lauster erarbeitet worden. Ich habe sie aufgegriffen, selbstständig formuliert, und stelle sie in den Kontext der vorliegenden Arbeit:

Die menschliche Existenz ist untrennbar mit der Freiheit verbunden. Ohne Freiheit gibt es nur eine nicht-menschliche Existenz, bis hin zu unmenschlichen Existenzen.

Das Verlangen nach Freiheit ist eine physiologische, geistige und seelische Reaktion des menschlichen Organismus auf seine Umwelt. Dieses Verlangen dient der Gesunderhaltung des Menschen.

Die volle Verwirklichung der Freiheit des Menschen gründet sich auf der Individualität und der Einmaligkeit jedes einzelnen Menschen. Jeder Mensch ist ein Unikat. Die Anerkennung der Individualität und der Einmaligkeit jedes einzelnen Menschen, das ist die größte Errungenschaft der Menschheitskultur. (Allerdings ist die Menschheit real davon noch sehr weit entfernt, aber das Ziel ist schon erkannt, fixiert.)

Nur das Vorhandensein von Freiheit in der Menschengesellschaft ermöglicht das zivilisatorische Weiterschreiten der Menschheit in humanistischer Art und Weise.

Menschliche Freiheit bedeutet im Kern, dass der Mensch sich auf seine Existenz als Individuum einlässt, einlassen darf.

Der Kern der seelischen Entwicklung im Menschen ist sein Kampf um individuelle Freiheit und Unabhängigkeit.

Die Lösung der Freiheitsproblematik beim Menschen liegt in der Entwicklung des Menschen zur universellen menschlichen Persönlichkeit. Eine universelle menschliche Persönlichkeit lebt in aktiver Solidarität mit allen Mitmenschen, in der universellen Liebe zum Leben, zu den

Mitmenschen, in der Liebe zur Natur, in der schöpferischen Arbeit für das Gemeinwohl.

Die universelle menschliche Persönlichkeit gründet ihre Existenz auf eigene produktive Arbeit. Als großes Beispiel für eine universelle menschliche Persönlichkeit kann hier der Arzt, Theologe und Friedenskämpfer Albert Schweitzer, 1875-1965, genannt werden, der von allen Menschen die „Ehrfurcht vor dem Leben“ eingefordert hat.

Der Mensch wird erst dann frei, wenn er in seinem Leben alle seine körperlichen, emotionalen, intellektuellen, kulturell-künstlerischen und sozialen Potentiale und Kompetenzen tätig zum Ausdruck bringen kann. (Dazu muss die Gesellschaft aber die Voraussetzungen schaffen.) Wenn ein Mensch das erreicht, dann entsteht in ihm das „lebens-

fördernde Syndrom“. Das bedeutet, dass ein so freier Mensch auf die von ihm vorgefundene äußere und innere Wirklichkeit mit seinen körperlichen, geistigen und seelischen Kräften so bezogen ist, dass er sich zu einem unabhängigen, produktiven und schöpferischen Menschen entwickelt, in dem die universelle Liebe zum Menschen, zum Leben und zur Natur existiert.

Wenn ein Mensch sich das lebensfördernde Syndrom erarbeitet, erlebt er seine zweite Geburt.

(Mit der äußeren Wirklichkeit ist seine natürliche und gesellschaftliche Umgebung, und mit der inneren Wirklichkeit sind seine Anlagen und erworbenen Fähigkeiten gemeint.)

Freiheit, Würde, Wahrhaftigkeit, Gerechtigkeit, Liebe und Solidarität wurzeln in den Existenzbedingungen des Menschseins. Ohne dieses gibt es keine menschliche Existenz.

Freiheit bedeutet, dass die staatlichen Apparate dem einzelnen Menschen gegenüber auf Allmacht, Allwissen und Allgegenwärtigkeit verzichten.

Frieden, Freiheit und Demokratie in einer Menschengesellschaft sind immer „Kinder“ der sozialen Gerechtigkeit.

Die reife menschliche Liebe ist immer ein „Kind“ der Freiheit. Die reife menschliche Liebe bedeutet den freien Fluss der körperlichen, geistigen und emotionalen Energien des Menschen

In der liebenden Vereinigung zweier Menschen findet die tiefste Erkenntnis des Menschen statt. In der reifen Liebe zwischen zwei Menschen bleiben die individuelle Unabhängigkeit,

Würde, Produktivität der beiden Partner erhalten. Die reife Liebe ist niemals berechnend, statt

dessen ist sie weitgehend irrational motiviert.

In der reifen Liebe werden beiden Partnern neue Freiheitsräume eröffnet. Wer so liebt und zugleich geliebt wird, der ist in dieser Welt geborgen, der wird in dieser Welt gebraucht.

Die reife Liebe zwischen zwei Menschen erhält diese seelisch andauernd gesund. In der reifen Liebe manifestiert sich die ganze Schönheit des menschlichen Lebens, in ihr manifestiert sich

die Freiheit des Menschen.

Nur freie Völker leben dauerhaft in friedlicher Nachbarschaft miteinander. Ein Volk, das andere unterdrückt, kann selbst nicht frei sein.

Wenn im gesamten Gesellschaftsprozess das Wachsen der individuellen Persönlichkeit bis hin zur universellen menschlichen Persönlichkeit im Zentrum aller Bemühungen der Gesellschaft steht, dann entsteht das „Reich der Freiheit“ innerhalb der Menschheit.

Echte und wahre Ideale und Visionen befördern das psychologische Wachstum der individuellen Persönlichkeit, der Menschengruppen, der Völker und der Menschen.

In einer reifen, und freiheitlichen Menschengesellschaft kann der Mensch die in ihm schlummernden humanistischen Potentiale wie Liebe, Anteilnahme, Geben, Teilen Fürsorge, Solidarität, Mitgefühl, Kameradschaft, Partnerschaft, Freundschaft, Lebensfreude, Kultur, Schönheit und Verantwortungs-Übernahme voll zur Geltung bringen.

In sozialen und politischen Unrechtssystemen können weder eine allgemeine gesellschaftliche noch eine individuelle Freiheit entstehen, da dort kein humanistischer gesellschaftlicher Nährboden für das psychologische Wachstum des Einzelmenschen existiert.

Der Sinn aller religiösen Bemühungen sollte darin bestehen, das Gute im Menschen zu befördern.

Nur der reife und freie Mensch findet in der Gemeinschaft mit anderen freien und reifen Menschen die richtigen Orientierungen und Ziele in seinem Leben, und er wird dann durch seine Lebensaktivitäten auch die richtigen Antworten auf die Fragen an seine Existenz geben.

Die Intelligenz eines Menschen ist weitgehend eine Funktion seiner Unabhängigkeit, der Reife seines Charakters, seines Mutes, seiner Lebendigkeit.

Die Dummheit eines Menschen ist vor allem das Resultat von Entrechtung, von Unterwürfig-

keit, von Angst, von innerer Leere. Dummheit ist direkte Unfreiheit.

In einem freien, körperlich, geistig und seelisch gesunden, produktiven Menschen wächst die Lebenskraft ständig nach. Er schöpft in diesem Zustand aus einem fast grenzenlosen Reservoir an Lebensenergie.

Um zu einer freien und reifen Persönlichkeit zu gelangen, muss der Mensch ein Gespür für die „innere Stimme“ seines Körpers, seines Geistes und seiner Seele haben. Diese Aussage besagt, dass wir Menschen auch stark irrational angelegt sind.

Der rationale Glaube beruht auf realen Tatsachen und Fakten. Er ist damit ein Bestandteil der menschlichen Freiheit.

Der irrationale Glaube, das ist die Unterwerfung unter einen allmächtigen, allwissenden, allpräsenten, virtuellen Gottvater. Diese Unterwerfung verhindert den Weg in die Freiheit für

die so glaubenden Menschen.

Freie und reife Menschen wissen sehr genau, was sie in ihrem Leben wollen und real erreichen können. Daher brauchen sie keine Götter über sich, die sie „lenken und leiten“.

Im wachen Alleinsein und im intensiven sinnlichen Erleben liegt das Geheimnis von Zufriedenheit und Freiheit.

Reife, freie und produktive Menschen sind frei von jeder Bösartigkeit und Heuchelei. Sie sind statt dessen wahrhaftige Menschen.

Nur reife und freie Menschen finden Zugang zu dem Unbewussten Teil ihrer Seele, also dem

Irrationalen in ihrer Psyche.

Der unreife und unfreie Mensch verdrängt sein gestörtes Leben in das Unterbewusstsein, und damit verbleibt ein solcher Mensch im Reich der Unfreiheit gefangen. In ihm wirkt dann der Regelkreis aus Verdrängung und Unfreiheit, und es besteht dann die reale Gefahr, dass ein so seelisch gestörter Mensch eines Tages destruktiv handelt.

Zur Freiheit gelangt die Menschengesellschaft erst dann, wenn der allgemeine Humanismus zur gestaltenden Kraft im Gesellschaftsprozess geworden ist.

Zur Freiheit gelangt die Menschheit erst dann, wenn die in ihrer Gesellschaft existierenden Weltbilder frei von Irrationalitäten sind, wenn sie realitätsnah sind.

Humanismus in der Menschengesellschaft bedeutet den Glauben an die Würde des Menschen, an die Fähigkeit des Menschen zu seiner Vervollkommnung, bedeutet die Überzeugung, dass die Menschen zur Vernunft, zur Klugheit, zur Besonnenheit, zur Objektivität, zur Solidarität, zur Kooperation, zur Toleranz, zum Frieden, zur universellen Liebe fähig sind.

Individuelle Freiheit bedeutet, dass der Mensch sein Leben selbstbestimmt gestalten dar. Des Menschen Wille ist sein „Himmelsreich.“

In einer freiheitlichen, humanistischen Menschengesellschaft existieren sowohl die vertikale als auch die horizontale Solidarität.

Vertikale Solidarität bedeutet, dass jeder Mensch sich dessen bewusst ist, dass er auf einem breiten zivilisatorischen Fundament steht, welches die Menschengenerationen vor ihm unter großen Mühen geschaffen haben. Er leitet daraus die persönliche Verpflichtung ab, sich in diese Generationen-Kette durch eine lebenslange produktive Tätigkeit einzureihen.

Horizontale Solidarität bedeutet, dass jeder Mensch anerkennt, dass alle produktiven Berufe in der Gesellschaft wichtig sind, dass also kein Beruf prinzipiell über dem anderen steht.

Nur auf dieser Basis, also auf der Basis der vertikalen und der horizontalen Solidarität entsteht

eine tolerante, produktive und freiheitliche Menschengesellschaft.

Freiheit ist niemals Zügellosigkeit und Verantwortungslosigkeit.

Mit diesen Aussagen zur Freiheitsdefinition und dem in den Kapiteln 3.1 und 3.2 Dargestellten ist der Freiheitsbegriff in seiner Komplexität schon recht gut erfasst, aber es fehlt nach meiner Erkenntnis noch ein wesentlicher Teil dazu. Damit meine ich das große Feld der Kindererziehung, welches immer ein Spiegelbild der Freiheitlichkeit einer Menschen-Gesellschaft ist. Im Kindesalter werden durch die Erziehung für den heranwachsenden Menschen ganz wesentliche Weichen für sein späteres seelisches Profil, für seinen Charakter, für sein Verhalten als erwachsener Mensch gestellt. Daher gehören die Aussagen zu einer freiheitlichen und humanistischen Kindererziehung direkt in die Definitionen des Freiheitsbegriffs hinein..

Hier will ich im wesentlichen die bedeutenden Erfahrungen des britischen Pädagogen, Psychologen und Humanisten A.S. Neill wiedergeben:

Freie Kinder sind voller Originalität und Tatendrang. Das sind seelisch gesunde Kinder.

Ein Kind will die „ganze Welt“ selbstständig erobern. Das ist seine Freiheit.

Frei erzogene Kinder haben einen sehr sicheren Gerechtigkeitssinn.

Bei einer freiheitlichen Erziehung haben die Eltern niemals „Ruhe“ vor ihren Kindern, denn diese wollen immer in der Nähe ihrer geliebten Eltern sein und „alles über die Welt“ von ihnen erzählt bekommen.

Bei einer freiheitlichen Erziehung stehen die Kinder immer auf „Augenhöhe“ mit ihren Eltern. Das lassen deren Eltern zu.

Frei erzogene Kinder dürfen in der Öffentlichkeit „über alles in der Welt“ ganz ungehemmt sprechen. Dabei sind sie ganz natürlich und ungehemmt.

Frei erzogene Kinder erkennen von selbst die Grenze zwischen Freiheit und Zügellosigkeit. Sie sind niemals unverschämt.

Einem Kind Freiheit zu gewähren bedeutet, es mit Konfessionen und Ideologien zu verschonen. Es soll sich dann als Erwachsener selbstbestimmt und unvoreingenommen den Konfessionen und Ideologien stellen können.

Frei erzogene Kinder sehen ihrer Zukunft als Erwachsene mit Freude und Optimismus entgegen.

Freie Kinder dürfen ihre Aktivitäten täglich vielfach und auch ganz spontan ändern.

Die freiheitliche Erziehung der Kinder beginnt damit, dass die Eltern erkennen, dass ihre Kinder niemals lügen. Alle ihre Bedürfnisse, die sie vielfach auch schreiend äußern, sind ehrlich, authentisch und wahrhaftig. Nur, wenn alle kindlichen Bedürfnisse von den Eltern ohne „Wenn und Aber“ erfüllt werden, dann strömt andauernd Gutes in das Unterbewußtsein der kindlichen Seele ein. Das ist eine Grundvoraussetzung für das Heranwachsen eines seelisch gesunden Menschen.

Sexuell frei erzogene Kinder neigen als Erwachsene nicht zu sexuellen Ausschweifungen. Die

Kinder sollen ihre „sexuelle Neugier“ ausleben dürfen. Das gehört zur „Erkundung der Welt“ durch die Kinder.

Ein freiheitlich erzogenes Kind ist als Jugendlicher gegen Verführungen durch Schein, Fanatismus, Religionen, Ideologien, Idole gut gewappnet. Der Jugendliche verfügt aufgrund seiner freiheitlichen Erziehung schon über einen großen inneren Reichtum, über einen recht starken Persönlichkeitswert, welcher ihn dagegen immunisiert.

Auch freiheitlich erzogene Kinder haben in der Gruppe den Hang zur Abenteuerlust, zur Angeberei, zur Führerschaft, zum Wagemut. Aber bei ihnen gibt es dabei nichts Bösartiges, alles ist gutartig angelegt.

Freiheitliche Erziehung eines Kindes bedeutet, in allen Lebenssituationen auf der Seite des Kindes zu stehen, alle in ihm schlummernden Talente zu entdecken und zu fördern.

Das Gegenteil von Erziehung ist Manipulation. Die Manipulation eines Kindes bedeutet, dass die Eltern, die Erzieher und die Gesellschaft nur das im Kinde fördern, was ihnen als wichtig erscheint, und dass sie alles, was ihnen nicht als wünschenswert erscheint, im Kinde unterdrücken. Die Manipulation der Kinder, das ist der direkte Weg in eine unfreie Menschengesellschaft.

Die freiheitliche Erziehung eines Kindes ist nur unter der Voraussetzung der grenzenlosen Liebe der Eltern zu ihren Kindern möglich. Freiheitliche Kindererziehung kommt ohne Bestrafungen und ohne körperliche Züchtigungen der Kinder aus.

Zur freiheitlichen Kindeserziehung gehört es, dass die Lebensumgebung der Kinder kindgemäß sein muss.

In der freiheitlichen Erziehung vermitteln die Eltern und die Erzieher dem Kind ein Gefühl des vollen Selbstvertrauens.

Freiheitliche Erziehung bedeutet, dass die Eltern keine Besitzansprüche an ihre Kinder stellen.

In freiheitlich erzogenen Kindern existiert nur eine konstruktive Aggressivität, die darin besteht, die eigene körperliche Unversehrtheit zu erhalten und die Welt in gutartiger Art und Weise zu erobern.

Freie Kinder entwickeln sich in einer Familie nur dann, wenn die Eltern alle ihre Kinder gleichermaßen lieb haben.

Freiheitlich erzogene Kinder benötigen keine verordnete Schulbildung, denn ab einem bestimmten Alter lernen sie das, was sie interessiert, sehr intensiv und erfolgreich.

Freiheitlich erzogene Kinder akzeptieren das Urteil der Gemeinschaft freier Kinder.

Auch freiheitlich erzogene Kinder haben vielfach spontanes und irrationales Verhalten. Aber dabei ist alles gutartig.

Freien Kindern ist dünkelhaftes und übermäßig extrovertiertes Auftreten völlig fremd.

Bei Kindern unter sechs Jahren liegen Realität und Phantasie noch ganz nahe beieinander. Freie Eltern tolerieren das, und sie unterstützen ihre Kinder in dieser Lebensphase aktiv.

(Hat zum Beispiel ein freies Elternpaar drei Kinder im Alter von 5, 10 und 15 Jahren, so kann man sich ganz gut vorstellen, welch eine Kunst es ist, eine so gruppierte Familie in Liebe und Eintracht zu steuern. Das ist nur durch die grenzenlose Liebe der Eltern zu ihren Kindern und durch den grenzenlosen Dienst der Eltern an ihren Kindern erfolgreich zu gestalten)

Kleine Kinder machen sehr gerne Lärm. Sie wühlen auch gern in der Erde und auch im Schmutz. Die freiheitliche Erziehung toleriert das in der Erkenntnis, dass das heranwachsende Kind eines Tages diese Schmutzphase von selbst beendet, und dass sich danach in dem heranwachsenden Menschen ein starkes Hygieneempfinden entwickelt. In dieser Schmutzphase müssen die Eltern das Kind nur vor Gefahren schützen.

Freiheitlich erzogene Kinder haben in ihrer Pubertät keine Phase der Rebellion gegen die Erwachsenen.

Freiheitlich erzogenen Kindern wird in ihrer Pubertät das Onanieren nicht verboten, da dessen Verzicht die körperliche und seelische Entwicklung des Jugendlichen beeinträchtigt

Freie Kinder leben gern in Gemeinschaften von freien Kindern, und sie üben darin eine natürliche Selbstdisziplin.

In Freiheit erzogene Kinder leben auf der Basis des Gefühls und nicht auf der des Verstandes.

Während ihrer freiheitlichen Erziehung nehmen diese Kinder auch gern Verantwortung in ihrer Kindergemeinschaft wahr.

Kinder, die freiheitlich erzogen werden, brauchen überhaupt keine Belohnungen. Das freie Leben unter der Obhut ihrer liebevollen Eltern ist ihr ganzes Lebensglück. Das ist ihre ständige Belohnung.

In einer freiheitlichen Erziehung dürfen die Kinder sich ihre tägliche Nahrung selbst aussuchen. Es zeigt sich dabei, dass diese Kinder in einem Wochenzyklus eine ernährungs-physiologisch ganz ausgewogene Nahrung zu sich nehmen.

In Freiheit erzogene Kinder dürfen sich ihre Kleidung selbst aussuchen. Erst wenn sie in die Pubertät kommen, werden sie in ihrer Kleidung wählerisch. Zuvor tragen Kinder wirklich alles, was sie gerade finden. Bis zum 6.Lebensjahr laufen freie Kinder in den Sommermonaten in Haus und Garten am liebsten nackt herum.

Ein freies Kind darf in seinen eigenen Angelegenheiten, vor allem beim Spielen, das tun und lassen, was es will. Die Eltern und Erzieher müssen dabei nur Gefahren vom Kinde abwehren.

Freie Kinder sind den ganzen Tag lang aktiv und schöpferisch. Sie gehen nur ganz ungern schlafen.

Freiheitlich erzogene Kinder lösen ihre Gemeinschaftsprobleme am liebsten alleine, also ohne

die „Hilfe“ der Erwachsenen. Und das gelingt ihnen sehr erfolgreich, nämlich nachhaltig und ohne Gewalt.

Freie Kinder sind große Spaßvögel. Sie haben einen guten Humor, und sie „wissen“, dass den Fröhlichen die Welt gehört.

Freie Kinder brauchen keine Verhaltensregeln, welche ihnen die Erwachsenen aufzwingen.

(Damit ist vor allem die „Höflichkeit“ gemeint) Sie benehmen sich auch so recht ordentlich,

eben kindgemäß, und sie sind dabei froh.

Freie Kinder haben weder Hass noch Angst in sich. Beides ist ihnen wesensfremd.

Freiheitliche Betreuung der Kinder heißt, dass die Eltern und die Erzieher sich die Interessen der Kinder zu eigen machen müssen. Sie müssen ein Teil des kindlichen Lebens werden.

Die „schlechten Angewohnheiten“ eines Kindes, zum Beispiel das Spucken, Rülpsen und das sich Herumfläzen darf ein Kind in der Zeit seiner freiheitlichen Erziehung ausleben. Nach der Pubertät verschwinden dann diese Angewohnheiten ganz von selbst aus dem Leben des nun jungen Erwachsenen. Sie haben sich bei ihm einfach überlebt. So freiheitlich erzogene Kinder werden als Erwachsene in aller Regel reife Kulturmenschen.

Ein freies Kind soll sich durchaus mit anderen gleichartigen Kindern messen dürfen, nicht aber mit seinen älteren Geschwistern.

Ein in Freiheit und Liebe erzogenen Kind kennt keine Eifersucht zu seinen älteren und jüngeren Geschwistern, da sein Elternhaus von Liebe, Zärtlichkeit, Zuwendung und Zutrauen ausnahmslos für alle Geschwister geprägt ist.

An dieser Stelle möchte ich auf Andre Stern, einen französischen Staatsbürger, geboren im Jahre 1971, aufmerksam machen, der von seinen Eltern freiheitlich erzogen wurde, und der diese Erziehung und seinen Lebensweg in seiner Autobiografie unter dem Titel: „Ich war nie in der Schule“ im Jahre 2006 veröffentlicht hat.

In die Betrachtungen zu freiheitlichen oder unfreiheitlichen Menschengesellschaften gehört auch die Beziehung zwischen Mann und Frau. Die Menschenart ist zweigeschlechtlich, sie besteht aus männlichen Menschen, den Männern, und weiblichen Menschen, den Frauen. Nur gemeinsam können sie die Fortpflanzung des Menschengeschlechts betreiben. Daher sind sie eine Menschengemeinschaft. Die uns gegebene Natur hat aber Mann und Frau ganz unterschiedlich ausgestattet, vor allem biologisch. Denn die Frau trägt praktisch die ganze Last der Fortpflanzung des Menschen. Das sind die Schwangerschaften, die schweren Geburten der Kinder, die Wöchnerinnen-Zeiten und hauptsächlich auch die Aufzucht der Kinder. Damit ist das Frauenleben von Inhalten mitgeprägt, die sich die Männer überhaupt nicht vorstellen können. Da die Menschheit bisher nur in Unrechtsgesellschaften gelebt hat und zu großen Teilen noch lebt, in denen die Männer das Sagen hatten/haben, also in den patriarchalischen Gesellschaften der Sklavenhalterzeit, der Feudalzeit, des Frühkapitalismus wurden und werden die Frauen von der Männergesellschaft als Gebärmaschinen, als Arbeitstiere und als Lustobjekte schamlos ausgebeutet. Erst die sozialistischen Länder haben nach dem 2.Weltkrieg, und mit einigen Jahrzehnten Verzögerung auch die westlichen Industrieländer, den Frauen wesentlich größere Lebenschancen eingeräumt. Aber die Last der Fortpflanzung blieb bei den Frauen. So konnte und kann auch in diesen Ländern von einer Gleichberechtigung der Frauen keine Rede sein. Die Frauen in diesen Ländern haben zwar sehr mutig ihre erweiterten Lebenschancen ergriffen, aber sie haben sich damit eine Doppelbelastung im Leben, also die Bewältigung von Beruf und Familie „eingehandelt“. Nur ein geringer Prozentsatz der Männer hat in dieser Zeit den Frauen etwas von dieser Last abgenommen. Daher können auch diese „modernen“ Gesellschaften nicht freiheitlich sein, da die Lasten des Lebens, biologisch und gesellschaftlich bedingt, nach wie vor zu ungunsten der

Frauen verteilt sind. Solange die Männerwelt auf Kosten der Frauen lebt, wird es auch immer Spannungen in der Menschengesellschaft und damit auch keine allgemeine Freiheit geben.

(Nur, wenn Frauen kinderlos bleiben, dann haben sie in den westlichen kapitalistischen Industriegesellschaften gewisse Chancen beruflich aufzusteigen. Ob aber das Opfer, ohne eine

eigene Familie durchs Leben gehen zu müssen, gerechtfertigt ist, muss sehr bezweifelt werden.)

Die Chance für eine Gleichberechtigung der Frauen eröffnet sich real erst dann, wenn die Menschheit mithilfe der Potentiale der Molekularbiologie/Gentechnik in der Lage ist sich extrakorporal fortzupflanzen. Das wird in einigen Jahrhunderten der Fall sein, es ist für die längerfristige Existenz der Menschheit sogar zwingend erforderlich. Wenn das aber Realität geworden ist, dann haben wir eine ganz andere Menschengesellschaft, dann gibt es keine zwei

Geschlechter innerhalb der Menschheit mehr, und das so problematische Verhältnis zwischen

Mann und Frau hat sich historisch überlebt, es existiert nicht mehr. Wie dann diese ganz anderen Menschengesellschaften ihre Freiheiten definieren, ist im Detail nicht angebbar, aber im Allgemeinen finden auch diese anderen Menschengesellschaften ihre Freiheiten in der konstruktiven Handhabung der Potentiale der Biologisch-Genetischen Epoche.

Aus den bisherigen Ausführungen ist es deutlich erkennbar, wie vielschichtig der Freiheits-

Begriff ist, und wie sehr er von dem zivilisatorischen Stand der Menschheit, von ihrer Stellung in der Natur, und vor allem von den Sozialstrukturen innerhalb der Menschengesell-

schaften abhängt.

Bisher ist es der Menschheit nicht gelungen, sich einen Freiheitsraum für alle Menschen zu erarbeiten, denn die Menschheit lebte/lebt bisher nur in gesellschafts-politisch und sozial-

ökonomischen Unrechtsgesellschaften. Das soll im folgenden Kapitel 3.4 etwas dargestellt werden.

3.4: Der historische Weg der Menschheit in die Unrechtsgesellschaften., in die Unfreiheit

      1. Die Unrechtsgesellschaften der Sklavenhalterei und der Leibeigenschaft.

Das Leben der Menschen in den Jäger- und Sammlergesellschaften war sozial noch weitgehend egalitär, denn zum Überleben in dieser Zeit war noch jeder gleichermaßen auf jeden anderen angewiesen. Das änderte sich fundamental, als die Menschen sesshaft und zu Produzenten von landwirtschaftlichen Gütern wurden. Das war der Eintritt der Menschheit in die Agrarische Kulturepoche. In historisch kurzer Zeit entstand eine soziale Differenzierung derart, dass die Stammesführer und deren Getreue die einfachen Stammes-Angehörigen für sich auf den Feldern und in der Viehzucht und später im Bauwesen für sich arbeiten ließen.

In historisch kurzer Zeit entstanden die sozialen Klassen der Herrscher, der Vollzugsbeamten

und die große Klasse der Beherrschten. Es begann die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen als eine neue historische Erscheinung. Die ersten Herrscher übten ganz schnell ihre gewonnene Macht mit unverhüllter, roher Gewalt aus. Sie machten die von ihnen beherrschten Menschen zu ihren Sklaven. Das war der Weg der Menschheit in die Unfreiheit, die bis heute weltweit alle Menschengesellschaften prägt. Seit der Sklavenhalterzeit sind alle Unrechtsgesellschaften patriarchalisch geprägt, was bedeutet, dass die Frauen besonders stark unterdrückt wurden/werden.

Die Menschengesellschaften wurden von da an gespalten in „Freie“, das waren die Herrscher, und in Unfreie, das waren die Unterworfenen, die Ausgebeuteten, die Entrechteten, die Gedemütigten. Die Beamten und Soldaten der Herrscher, die deren Herrschaftsansprüche mit grausamer Gewalt durchsetzten, das waren die Abhängigen.

Vor allem den Sklaven wurde als erste Menschengruppe in der Menschheitsgeschichte die Bedeutung des Freiheitsbegriffs sehr bewusst. In vielen verzweifelten Aufständen versuchten sie ihre verlorene Freiheit wieder zurückzugewinnen. Beispielhaft sei hier der Spartacus-Aufstand von (74 – 71) vor unserer Zeit genannt, bei dem sich bis zu 70.000 Sklaven gegen die Sklavenhalterei des Römischen Reichs erhoben hatten. Dieser Freiheitskampf inspiriert nunmehr seit über 2000 Jahren alle Freiheitsbewegungen weltweit.

Die Herrscher der antiken Sklavenhalterstaaten, die sich dann auch vielfach zu Königen ausriefen, führten andauernd Eroberungskriege, um andere Völker zu unterwerfen und sich von dort neue Sklaven zu holen. (Beispiel: Das Römische Reich) Sie übten ihre Macht mit grausamer Gewalt aus, lebten selbst aber einen zügellosen Hedonismus (Genuß-Sucht) und pressten aus den Sklaven enorme Arbeitsleistungen heraus. So wurden in der Sklavenhalter-zeit große Paläste und Grabstätten (Beispiel: Die ägyptischen Pyramiden) für die Herrscher errichtet, und es wurden auch die ersten großen Städte der Menschheitsgeschichte gebaut, wie

zum Beispiel Babylon, Athen, Alexandria, Rom. Dabei betrieben die Sklavenhalter die physische Vernichtung der Sklaven durch deren extremste Ausbeutung.

Es wurden auch große Landwirtschaftsbetriebe errichtet und die ersten Waffenschmieden, in denen die Sklaven bis zum Umfallen schuften mussten.Es wurden die ersten „Rechtssysteme“

entworfen, in denen die Herrscher ihre Macht gegenüber den Unterworfenen dokumentierten.

Seitdem gilt, dass das „Recht“ immer der zum Gesetz erhobene Wille der Herrscherschicht ist. Es entstand erstmalig in der Menschheitsgeschichte eine Bekleidungs-Hochkultur für die Herrscher, und es wurden große Protokolle für die Festlichkeiten der Herrscher, wie Siegesfeiern, Krönungen, Geburten von Thronfolgern und Trauerfeiern entwickelt.

Es wurden für die Herrscher sogar erste Bildungsstätten errichtet, um mit einem gewissen Wissen die Herrschaft besser abzusichern. Damit war eine zweite Säule für die Machtabsiche-

rung der Herrscher geschaffen.

Im Verlaufe der Sklavenhalterzeit entstanden die ersten Konfessionen. Das waren die ersten

ethisch-moralischen Wertesysteme in der Menschheitsgeschichte. Die Schöpfer dieser Konfessionen waren damals die besten Köpfe der Menschheit, denn sie forderten in ihren „Bibeln“ Menschlichkeit, Nächstenliebe, Barmherzigkeit, Solidarität, Frieden und Freiheit für

alle Menschen. Doch in historisch kurzer Zeit haben sich die den Konfessionsschöpfern nachfolgenden Konfessionsführer auf die Seite der Herrscher gestellt, und dann die Inhalte der „Bibeln“ im Sinne der Herrscher umgedeutet. Die Sklavenhaltergesellschaft und die Feudalgesellschaft waren nun „gottgewollt“, und vor allem die Unterworfenen hatten sich in ihr irdisches Schicksal als Sklaven oder als Leibeigene zu fügen. Wenn sie dieses Jammertal hier auf Erden durchstehen und sich fügen, dann winke ihnen nach ihrem irdischen Tod ein

ewiges Leben im Paradies in der Nähe des gütigen Gottvaters. Diese hinterhältige und menschenverachtende Lehre wurde den Unterworfenen und Ausgebeuteten über viele Jahrhunderte von den Priestern ständig eingehämmert. Ihnen wurden damit aber auch alle Freiheiten und Lebenschancen verwehrt.

In der Feudalordnung mussten alle Unterworfenen auf Anordnung der adligen Herrscher die

Konfession ihrer Herrscher annehmen, und den Worten der Priester unbedingt glauben. Andernfalls drohte den Leibeigenen die Strafe Gottes. Das war die Hölle im Jenseits, die irdische Ausgrenzung aus der Gemeinschaft (der Bann) und die Verfolgung wegen Ketzerei, welche meist mit der Tötung des „Ungläubigen“ endete.

Mit dem Konzept von „Sünde, Schuld und Sühne“ hielt vor allem die römisch-katholische Kirche in Europa die einfachen Menschen für viele Jahrhunderte in einem Zustand des Eingeschüchtert-Seins. Diese konfessionelle Macht über die einfachen Menschen war somit eine dritte Säule für die Machterhaltung der Sklavenhalter und der Feudalisten.

Des weiteren säten die Herrscher in diesen Zeiten immer wieder den Hass auf die Nachbar-

Völker, und so konnten die Herrscher immer wieder die einfachen jungen Männer zur Teilnahme an ihren verbrecherischen Raubkriegen bewegen. Dabei versprachen die Herrscher

ihren Soldaten stets reiche Beute, wenn der „Todfeind“ besiegt ist. Dieses Konzept des Säens von Zwietracht zwischen den Völkern war eine vierte Säule der Machtabsicherung und Machterweiterung für die damaligen Herrscher.

Eine fünfte Säule der Machtabsicherung war das Patriarchat. Sowohl die weltlichen wie auch die klerikalen Herrscher wiesen im Verlaufe der Sklavenhalter- und der Feudalzeit den Frauen die geringsten Stellungen in den Gesellschaftshierarchien zu. Die Frauen wurden in diesen Gesellschaften vollkommen entrechtet, sie waren in den patriarchalischen und sozialen

Unrechtsgesellschaften nur noch Gebärmaschinen, Arbeitstiere und Lustobjekte der Männer.

Selbst in den untersten Schichten wurde das Patriarchat gelebt. Die selbst ausgebeuteten und entrechteten Männer führten sich in ihren Familien als Patriarchen auf, beuteten ihre Frauen aus und verschlimmerten deren Leid ins Grenzenlose.

Das Herrschaftskonzept des „Teile und Herrsche“ funktionierte für die Herrscher der Sklavenhalterzeit und der Feudalzeit für viele Jahrhunderte „ganz hervorragend“.

Diese Ausführungen zeigen es ganz deutlich, dass die Sklavenhalter- und die Feudal-gesellschaft keine freiheitlichen Gesellschaften waren, denn sie waren soziale Unrechtsgesellschaften, deren Herrscher roh und gewalttätig gegenüber den arbeitenden Menschen waren, in denen konfessioneller Dogmatismus und eine allgemeine geistige Entmündigung der Menschen betrieben wurde. An ihrem Ende hinterließen sie der Menschheit eine schlimme Erbschaft, nämlich eine sich im materiellen Elend befindende Menschheit, die sehr ungebildet, konfessionell manipuliert und seelisch verkrüppelt war.

Dieser so schlimme gesellschafts-politische, ökonomisch-soziale, juristische, ethisch-moralische, geistige und psychologische Zustand der Menschheit war die Triebkraft,die dafür

sorgte, dass zuerst in Europa durch die Geistesströmungen der Renaissance, der Reformation und der Aufklärung die Feudalzeit, und mit ihr Reste der Sklavenhalterei, historisch beendet wurde, also Sklavenhalterei und Leibeigenschaft innerhalb der Menschengesellschaft nach und nach beendet wurden.

Vor allem hatte sich in diesen schrecklichen Gesellschaften schon das spannungsgeladene Verhältnis zwischen Macht und Geist als eine neue Qualität innerhalb der Menschheitszivilisation gezeigt. In der Sklavenhalterzeit und der Feudalzeit war der Geist der Macht und den Konfessionen untergeordnet, und die „Früchte dieses Geisteslebens“ waren dann Völkerhass, Gewalthorizonte, Heimtücke und Hinterlist, geistige Entmündigung und Unterwürfigkeit, Dogmatismus und Intoleranz.

Im folgenden Kapitel wird nun untersucht, welche Freiheitsräume die Menschheit sich in der der Agrarischen Epoche der Menschheitsgeschichte nachfolgenden Industriegesellschafts-

Epoche erobern/erschließen konnte.

      1. Die Industriegesellschaft, eine Epoche der Menschheitszivilisation.

Die kapitalistische Unrechtsgesellschaft.

Im Kapitel 1.4 dieser Arbeit wurde es schon herausgearbeitet, dass die Menschheit in der Industriegesellschaftsepoche hauptsächlich unter kapitalistischen gesellschafts-politischen, ökonomisch-sozialen Bedingungen leben musste/muss, und dass die Herrscher in dieser Gesellschaft, die Kapitalisten, auch nur menschenverachtende Herrscher waren und sind.

Sie haben keine allgemeine Freiheit für die Menschen zugelassen, statt dessen haben sie die

Menschen extrem ausgebeutet, nun im strengen Wochentakt, sie haben die großen Verbrechen des Kolonialismus, des ersten Weltkriegs, des Faschismus, des zweiten Weltkriegs und des

Kalten Krieges betrieben und damit der Menschheit vom Umfange her nie zuvor gekanntes Leid zugefügt.

Im Zeitraum des Frühkapitalismus, der bis zum ersten Weltkrieg dauerte, waren die Millionen von Fabrikarbeitern nur Arbeitskreaturen, die man bis zu deren Tode ausbeuten sollte. Menschenrechte, Arbeitsrechte und Freiheit gab es in dieser schrecklichen Zeit für das Millionenheer der Fabrikarbeiter gar nicht. Aber die Arbeiterklasse der Industrieländer nahm etwa ab 1860 den Kampf für ihre Befreiung von der kapitalistischen Arbeitssklaverei auf.

Sie organisierte sich in Gewerkschaften und Parteien national und bald auch international.

Nach dem ersten Weltkrieg gelang den russischen Kommunisten unter der Führung des

W.I.Lenin die „proletarische Revolution“ in dem von dem Adel, von den Militaristen und

von den Frühkapitalisten vollkommen heruntergewirtschafteten und nun noch kriegszer-

störten Russland. Die russischen Kommunisten eliminierten den Adel, die Militaristen und die Kapitalisten aus dem Gesellschaftsprozess in Russland. Mit der Gründung der Sowjetunion im Jahre 1922 war die Allmacht des Kapitals innerhalb der Menschheit gebrochen. Millionen Werktätige in der ganzen Welt bekundeten ihre Sympathie mit dem ersten antikapitalistischen Staat in der Welt.

Die kapitalistischen Herrscher in den anderen Industrieländern mussten auf diese historische Herausforderung reagieren. Zuerst taten sie es in ganz „klassischer“ Art und Weise. Die deutschen Großkapitalisten „fütterten“ die verbrecherische Nazi-Bewegung groß, verhalfen ihr zur Macht, und als diese dann ab 1939 fast ganz Europa gewalttätig unterwarf und beherrschte, unternahm das internationale Kapital nichts gegen die Nazis, denn diese hatten

ja erklärt, dass sie den Marxismus und den Bolschewismus „ausrotten“ werden, also den anti-

kapitalistischen Staat Sowjetunion vernichten werden. Damit war das kapitalistisch-faschisti-

sche Deutschland von dem internationalen Großkapital genau in die „richtige Richtung“ gesteuert worden.

Aber die von den deutschen Faschisten in Osteuropa und in der Sowjetunion begangenen Verbrechen, und ebenfalls die von den japanischen Militaristen in China begangenen Verbrechen waren dermaßen grausam und vom Umfange her noch nie da gewesen, so dass

die USA und Großbritannien sich genötigt sahen, in einer Allianz mit der Sowjetunion diese

gefährlichen Menschheitsfeinde, den deutschen Faschismus und den japanischen Militarismus

niederzuringen, sie militärisch zu besiegen. Unter großen Anstrengungen gelang dies auch.

Der Kapitalismus hatte zwischen 1914 und 1945 die Menschheit zweimal in die schlimmsten Katastrophen ihrer Geschichte gestürzt und dabei Bomben-Profite gemacht, und damit seine

politische, ökonomische und militärische Macht gestärkt. Er hat mit dieser Kriegspolitik den

politischen und den sozialen Interessen der Menschheit diametral entgegengesetzt operiert,

um eben seine menschenverachtende Macht- und Profitgier zu befriedigen. Nach dem zweiten

Weltkrieg waren nur die USA und Kanada als stabile Staaten existent. Die Länder Europas, die Sowjetunion und Japan waren schwer zerstört, ihre Wirtschaft lag danieder, deren Völker hatten zig Millionen Kriegstote und Verwundete (Kranke) zu beklagen, Hunger und Krankheiten grassierten dort. Und die koloniale Versklavung der Völker der Welt wurde weiter betrieben, kaum dass sich die Völker Westeuropas wieder etwas erholt hatten.

Das war die „Völkergemeinschaft“ kapitalistischer Prägung unmittelbar nach dem 2.Weltkkrieg. Keine soziale und freiheitliche Entwicklung gab es innerhalb der Menschheit in der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts, statt dessen hat der Kapitalismus die von tüchtigen Menschen geschöpften zivilisatorischen Potentiale der Industriegesellschaft in skrupellosester

Weise missbraucht, um Kriege anzuzetteln und die Völker der dritten Welt weiterhin in kolonialer Versklavung zu halten.

Nach dem 2.Weltkrieg hatten alle Völker der Welt eine große Sehnsucht nach einer humanistischen Weltordnung, in welcher der Kolonialismus beendet wird, in welcher der Frieden gesichert ist, in der die Menschen in sozialer Sicherheit und Freiheit leben können, in der nicht wieder die Rüstungsindustrie das Primat in den Volkswirtschaften hat, in der die Menschen in fleißiger Arbeit, nun unter Nutzung der Potentiale der Industriegesellschaft, sich endlich einen guten materiellen Wohlstand erarbeiten können.

Doch die Menschheit wurde bitter enttäuscht. Die Kapitalisten, nun mit den USA als neue Führungsmacht der kapitalistischen Länder, betrieben schon wenige Jahre nach dem 2.Weltkrieg ganz unverhüllt wiederum die Konfrontation mit der antikapitalistischen Sowjetunion und deren Verbündete.

Es begann ab1946 die Systemauseinandersetzung zwischen Ost und West, der „Kalte Krieg“.

Sie wurde auf allen Feldern des Lebens geführt, aber vor allem mit einer in der Menschheitsgeschichte nie da gewesenen militärischen Hochrüstung, welche bis 1992 dauerte

und mit der Niederlage der antikapitalistischen Sowjetunion und deren Verbündete endete.

Die materiellen Belastungen, welche die Herrscher in Ost und West dabei ihren Völkern auf-

bürdeten waren so groß, dass die Menschheit heute sozial ausgezehrt dasteht, wie es im Kapitel 1.4 dargestellt ist. Und dieser Kalte Krieg hat der Menschheit eine Reihe schwerer zivilisatorischer Probleme eingehandelt, welche die Stabilität des Gesellschaftsprozesses der ganzen Menschheit bedrohen. Der Kalte Krieg, das war das dritte Mal in einem Jahrhundert, dass die kapitalistischen Herrscher der Welt die zivilisatorischen Potentiale der Industriegesell

schaft skrupellos missbrauchten, um ihre Profite zu realisieren und ihre gesellschaftliche und

ökonomische Macht zu erweitern. Die Sowjet-Stalinisten haben aktiv am Kalten Krieg mitgemacht und recht gern mit ihren großen Militär- und Sicherheits-Apparaten ihre Völker beherrscht. Das „Sozialistische Lager“ konnte aus seinen Strukturen heraus, welche die Stalinisten diktatorisch bestimmten, nicht einmal die halbe industrielle Arbeitsproduktivität erreichen, wie das kapitalistische Lager. Das wussten die Funktionäre des stalinistischen Lagers sehr genau, und dennoch haben sie pro Person das Gleiche für die militärische Rüstung und für die Machtstrukturen ausgegeben. Das hatte den Niedergang des Ostblocks zur Folge. Auch die kapitalistischen Herrscher kannten die wirtschaftliche Schwäche des Ostblocks sehr genau. Sie rieben sich die Hände und erklärten unverblümt, dass sie den Ostblock zu „Tode rüsten“ werden. Diese von beiden Seiten betriebene zynische Politik auf dem sozialen Rücken der Volker konnte nicht gut gehen, sie war abermals den sozialen, den humanistischen Interessen und der Sehnsucht der Völker nach Freiheit diametral entgegengesetzt. Und selbst nach der „gewonnenen Schlacht“ gegen das stalinistische System betreibt das nun „siegreiche“ kapitalistische System, nun unter der Führung der USA, weiter seine Hochrüstungs- und seine weltweite Konfrontations-Politik. Der neue Feind, den die USA nun „erkannt“ haben, dass ist der „islamische Fundamentalismus“. Die kapitalistischen Herrscher haben überhaupt kein Mitgefühl für die verelendete Menschheit, sie wittern wiederum große Rüstungsprofite und Machtzuwächse. Zum vierten Male in einhundert Jahren gelingt es dem international hochorganisierten Großkapital die Menschheit durch eine Hochrüstungspolitik sozial auszurauben, und sie verhindern im Gefolge dessen die Entwicklung eines weltweit friedlichen und humanistischen Gesellschaftsprozesses.

Die Führer des Ostblocks hatten den Menschen, den Völkern, der Menschheit, eine Gesellschaft ohne kapitalistische Ausbeutung, ohne Krieg, eine Gesellschaft mit sozialer Sicherheit für jeden, Bildung für alle, Gesundheitsfürsorge für alle, Gleichstellung der Frauen,

internationale Solidarität und Völkerfreundschaft versprochen.

Die Führer der kapitalistischen Welt versprachen den Menschen Freizügigkeit des Wirtschaftens, des Handels, sozialen Wohlstand bei entsprechenden Leistungen, Erwerb von großem Privatvermögen, nationale und internationale Mobilität, freie bürgerlich- parlamentarische Demokratie, freie Wahlen, Presse- und Versammlungs-Freiheit, Freiheit des

Denkens, Freiheit für das Individuum, Rechtssicherheit, Liberalität, Toleranz, große Freiräume für private und gesellschaftliche Aktivitäten aller Art.

Heute ist es klar erkannt, dass von diesen vielen Versprechungen in der gesellschaftlichen Realität praktisch nichts allgemein verwirklicht worden ist, weder im Osten noch im Westen.

Statt dessen müssen wir ernüchtert erkennen, dass der Menschheit die Gestaltung der Industriegesellschaft gründlich misslungen ist. Und die Hauptverantwortung dafür tragen die Kapitalisten, da diese die Industriegesellschaft gesellschafts-politisch, ökonomisch-sozial hauptsächlich geprägt haben. Die Menschheit ist also in der zivilisatorischen Epoche der Industriegesellschaft nicht aus dem Reich der Unfreiheit herausgekommen, und die im Kapitel 1.4 aufgelisteten, durch den Kapitalismus verursachten, historischen Defizite der Menschheit werden sich mit jedem Jahrzehnt der weiteren Herrschaft des Kapitalismus weiter verschärfen.

Nach meiner Erkenntnis besteht aber für die Menschheit eine historische Chance aus ihrer derzeit sehr prekären zivilisatorischen Lage herauszukommen, und zwar durch den zielstrebigen Wechsel von der jetzt schon abklingenden Industriegesellschaftsepoche in die Biologisch-Genetische Kulturepoche. Dazu wird im kommenden Kapitel Stellung genommen.

      1. Die Chancen der Menschheit zum Gewinn von Freiheitsräumen beim Wechsel von der

Industriegesellschafts-Epoche in die Biologisch-Genetische Epoche

Im Kapitel 1.5 dieser Arbeit sind die Hauptinhalte der Menschheitsaktivitäten in der Zeit der Biologisch-Genetischen Gesellschaftsepoche der Menschheitszivilisation kurz beschrieben worden. Der Kulturepochen-Wechsel hat schon begonnen. Seit dem Jahre 2000 hat der Forschungsumfang für die biologischen Wissenschaften alle Forschungsgebiete der nunmehr

abklingenden Industriegesellschaft überholt.

Beim Wechsel von einer Kulturepoche zur nächsten werden alle „Fundamente“ der alten Kulturepoche „hinweggeschwemmt“, und die neue Kulturepoche wird auf ganz neuen, zuvor nicht gekannten Fundamenten aufgebaut.

Der gesamte gesellschafts-politische, ökonomisch-soziale, geistige, ethisch-moralische, kulturelle, juristische und psychologische Prozess wird in der Biologisch-Genetischen Kultur-

Epoche von ganz anderer Art sein als in der jetzigen Industriegesellschafts-Epoche. Der Weg in die Biologisch-Genetische Epoche ist für die Menschheit ein Weg ins Unbekannte.

Die Industriegesellschafts-Epoche war die erste zivilisatorische Epoche in der Menschheits-

Geschichte, die von einer grenzenlosen Vielfalt von Prozessen, Strukturen und Erscheinungen

geprägt war. Sie war und ist eine hochkomplexe Gesellschaft. Die Komplexität des Gesellschaftsprozesses wird sich in der Biologisch-Genetischen Epoche weiter erhöhen, da zu den vorhandenen zivilisatorischen Potentialen, welche die Menschheit in der agrarischen und in der industriellen Zivilisation geschöpft hat, nun noch die grenzenlos vielen neuen Potentiale der Biologisch-Genetischen Epoche hinzukommen werden.

In der Beherrschung dieses noch komplexeren Gesellschaftskörpers der Biologisch-Genetischen Kulturepoche liegt die Freiheit der Menschheit in ihrer nahen zivilisatorischen Zukunft. Wird die Menschheit diese große zivilisatorische Herausforderung meistern?

Ich glaube ja, denn erstmalig in ihrer zivilisatorischen Geschichte hat die Menschheit auf allen Feldern des Lebens ausreichend Wissen und ausreichend praktische und historische Erfahrungen, um sich auf eine neue zivilisatorische Epoche, die unausweichlich auf sie zukommt, fachlich einigermaßen richtig und mental optimistisch vorzubereiten.

Der zentrale Inhalt dieser Vorbereitung muss es sein, möglichst schnell zusätzlich zur Schöpfung der neuen zivilisatorischen Potentiale den dazu notwendigen neuen gesellschaftlichen Überbau, bestehend aus den neuen gesellschafts-politischen, ökonomisch-

sozialen, juristischen, geistigen, ethisch-moralischen, kulturellen und psychologischen Struk-

turen, aufzubauen, mit dem Ziel, den neuen Regelkreis aus Basis und Überbau in der Biologisch-Genetischen Kulturepoche recht schnell zum Funktionieren zu bringen. Darin liegen die Freiheitsräume für die Menschheit beim Start in die Biologisch-Genetische Epoche begründet.

Es ist sofort zu erkennen, dass mit dem Wachsen des „Zivilisationskörpers“ der Menschheit

beim Wechsel von der Industriegesellschafts-Epoche zur Biologisch-Genetischen Epoche die

Menschen geistig, ethisch-moralisch, kulturell und psychologisch mitwachsen müssen.

Nur reife, gebildete, das lebensfördernde Syndrom in sich habende Menschen haben dasjenige Format, welches zur Bewältigung der kommenden zivilisatorischen Herausforderungen notwendig ist. Das heißt, es ist in der Biologisch-Genetischen Epoche eine der zentralen Aufgaben, mithilfe der Potentiale der Molekular-Biologie/ Gentechnik den Menschen geistig, ethisch-moralisch, kulturell und psychologisch aufzubessern. Erst mit dieser Aufbesserung des Menschen eröffnet er sich die Möglichkeit, mit gewachsenem Wissen, mit Vernunft, mit Klugheit und Besonnenheit, mit Menschlichkeit die Biologisch-Genetische Epoche zum Erfolg zu führen, sich bisher ungeahnte Freiheitsräume zu erschließen.

Wenn es der Menschheit gelungen sein sollte, die Biologisch-Genetische Epoche erfolgreich zu gestalten, dann wird sie zivilisatorisch nicht auf der Stelle treten, sondern zu neuen zivilisatorischen Ufern fortschreiten. Schon heute ist es sehr deutlich zu erkennen, von welcher Art zum Ende der Biologisch-Genetischen Epoche die danach kommenden zivilisatorischen Herausforderungen sein werden. Es wird der Wechsel von der Biologisch-

Genetischen Epoche zur Geologischen Epoche der Menschheitszivilisation sein. Welche Freiheitsräume sich der Menschheit in dieser Epoche eröffnen können, darüber will ich im kommenden Kapitel etwas ausführen.

3.4.4: Das Ringen der Menschheit um ihre Freiheit in der Geologischen Epoche der

Menschheitszivilisation.

Im Kapitel 1.6 dieser Arbeit habe ich die notwendigen zivilisatorischen Aktivitäten der Menschheit beschrieben, und im Kapitel 2.4 habe ich die geologische Erdgeschichte in kurzer Form dargestellt. Dabei wurde es herausgearbeitet, dass die hohe Naturdynamik unseres Planeten Erde unsere Hochzivilisation bedrohen und sogar vernichten kann. Die Erde hat es in ihrem Natur-Potential, dass auf der Erdoberfläche folgende Extremzustände eintreten können:

  1. Es passiert wieder eine totale, lang anhaltende Vereisung der gesamten Oberfläche der Erde.

  2. Die gesamte Erdoberfläche wird in einer lang anhaltenden Hitzeperiode zu einer einzigen Wüste.

  3. Die ganze Erdoberfläche wird zu einem einzigen Ozean. Alles Land ist versunken.

  4. Die Erdoberfläche wird zu einem einzigen tropischen Urwald nach der Art der heutigen Amazonas-Gebiets.

Bisher hat das Leben auf der Erde alle geologisch-klimatischen Extremfälle irgendwie überlebt, hat es dabei aber mehrfach hinnehmen müssen, dass dabei bis zu 90% der Arten untergegangen sind.

Selbst, wenn diese Extremfälle sich „nur“ auf kontinentale Ausmaße beschränken sollten, dann wird die Menschheit, nun mit den Potentialen dreier zivilisatorischer Epochen ausgestattet, solche geologischen, chemisch-physikalischen und biologischen Extremzustände

auf der Erdoberfläche nicht passiv über sich ergehen lassen. Sie ist durch die hohe Naturdynamik der Erde dazu herausgefordert, nachdem sie in der Biologisch-Genetischen Epoche die Biosphäre der Erde vollkommen unter ihre Kontrolle gebracht hat, sich nun auch

alle anderen Sphären der Erde wissenschaftlich und praktisch zu erschließen mit dem Ziel, auch dort eines Tages alle Prozesse selbst zu steuern und zu regeln.

Die Menschheit ist also dazu herausgefordert, aus dem Naturplaneten Erde einen Kulturplaneten Erde zu machen, der in ihrem Interesse „funktioniert“.

Diese zivilisatorische Aufgabe der Umwandlung unseres Planeten Erde zu einem Kulturplaneten ist für das längerfristige Überleben der hochzivilisierten Menschheit existenziell notwendig. Diese Aufgabe übertrifft vom Umfange her alles, was die Menschheit bis dahin zivilisatorisch geleistet hat, bei weitem. Und diese Aufgabe wird nur in einem sehr langen Zeitraum zu bewältigen sein. Wenn man einmal annimmt, dass dafür 10.000 Jahre zu veranschlagen sind, dann müssen etwa 400 Menschengenerationen daran arbeiten. Das heißt, die Ziele dieser Aufgabe müssen von Generation zu Generation weitervermittelt werden, um erfolgreich zu sein. Sofort ist es zu erkennen, dass für die erfolgreiche Bewältigung dieser zivilisatorischen Aufgabe es notwendig ist, dass die Menschheit geeint, hochqualifiziert, friedlich, zukunftsoptimistisch und sehr tatkräftig sein muss. Hier zeigt es sich das erste Mal ganz deutlich, dass in unserer historischen Zukunft sich die „höherwertigen“ zivilisatorischen

Aufgaben immer deutlicher in den Vordergrund der Menschheitsaktivitäten schieben werden.

Die „elementaren“ zivilisatorischen Aktivitäten der Menschheit, wie Ernährung, Fortpflan-

zung, Kommunikation, Mobilität, müssen dann sehr effektiv gelöst sein, um so die Hauptkräfte der Menschheit für die höherwertigen zivilisatorischen Aufgaben mobilisieren zu

können. Eine solch umfassende zivilisatorische Aufgabe wie die Umwandlung unseres Planeten Erde in einen Kulturplaneten Erde wird den Trend zu einer Homogenisierung der Menschheit verstärken. Vom Grad des Erfolges, wie die Menschheit diese zivilisatorische Herausforderung besteht, hängen die möglichen Freiheitsräume für die Menschheit in dieser Zeit ab.

Mit steht es sehr klar vor dem geistigen Auge, dass die eben so global und „glatt“ beschriebene Bewältigung dieser zivilisatorischen Herausforderung, den Naturplaneten Erde durch die Menschheit in einen Kulturplaneten Erde umzuwandeln, in der Lebenspraxis der Menschheit doch nicht so glatt verlaufen wird. Die dann noch gar nicht total homogene Menschheit wird sich sehr um die praktischen Aktivitäten in ihrer örtlichen und zeitlichen Platzierung streiten, ebenso über deren Umfang. Dabei wird sie möglicherweise die Effektivität ihrer Aktivitäten sehr herabmindern. Aber ich bin mir recht sicher, dass bei plötzlichem Herannahen von gravierenden geologisch-klimatischen, die Hochzivilisation der Menschheit akut bedrohenden Veränderungen, sich die Menschheit ganz schnell einen wird, und unmittelbar alle ihre Kräfte und Potentiale aufbieten wird um ihr Leben und ihre Hochzivilisation zu retten. Dieses im kontinentalen und auch im globalen Maßstab.

(Hier muss es festgehalten werden, dass das Naturgeschehen des Planeten Erde einen nichtlinearen Charakter hat. Das bedeutet, dass die vorhandenen klimatischen und bio-ökologischen Zustände in ganz kurzer Zeit, also in wenigen Jahrzehnten, in ganz andere, sehr unwirtliche ökologische Zustände umkippen können.)

Zum Gestalten der Planeten-Umwandlung wird die Menschheit heute noch nicht erkennbare neuartige zivilisatorische Potentiale in ihre Hände bekommen. Der Zivilisationskörper der Menschheit wird in der Geologischen Epoche der Menschheit sowohl an Umfang als auch in seiner Vielfalt erheblich größer werden. Ihr konstruktiver Gebrauch wird der Menschheit viele neuartige Lebensmöglichkeiten eröffnen, also den Freiheitsraum der Menschheit erweitern. Ihr Missbrauch muss unter allen Umständen verhindert werden.

In der Geologischen Epoche werden auch die in der Biologisch-Genetischen Epoche gewonnenen Potentiale aktiv genutzt, um den Menschen ihr Leben unter veränderten bio-ökologischen Zuständen in hoher Qualität zu sichern.

Es ist sicher, dass bei dieser hochkomplexen Aufgabe der Umwandlung unseres Planeten auch

Fehlentscheidungen und praktische Fehler begangen werden, also dass die Menschheit bei diesem so großen Vorhaben auch Rückschläge erleiden wird. Aber um das zu verkraften und ihre Ziele weiterhin fest im Auge zu haben, also den „Kurs zu halten“, muss die Menschheit viel reifer sein, als es wir heute sind. Die heutige Menschheit, welche in mehrere konfessionelle, ideologische und soziale Lager zerteilt ist, und deren Führer nicht bereit sind,

umfassend miteinander zu kooperieren, hat nicht das allgemeine Format, um eine solche die ganze Menschheit direkt betreffende Aufgabe wie die Umwandlung unseres Planeten Erde anzupacken. Es ist von existenzieller Bedeutung für die Menschheit, dass sie in der Biologisch-Genetischen Epoche sich eine weit größere gesellschafts-politische, ökonomisch-

soziale, geistige, ethisch-moralische, kulturelle und psychologische Reife erarbeitet, bevor sie in die Geologische Kulturepoche der Menschheitszivilisation eintritt.

Wenn es der Menschheit gelungen ist aus dem Naturplaneten Erde einen Kulturplaneten Erde

in ihrem Sinne gemacht zu haben, also alles hier auf Erden „gut gesteuert und geregelt“ ist, dann wird sich ihr rastloses Schöpfertum dem Kosmos zu wenden. Davon soll im kommenden Kapitel etwas berichtet werden.

3.4.5: Die Freiheitsräume für die Menschheit, wenn sie zu einem kosmischen Wanderer

geworden ist.

Die Aufgaben der Menschheit als kosmischer Wanderer habe ich schon im Kapitel 1.7 dieser Arbeit beschrieben.

Die Menschheit als kosmischer Wanderer wird gesellschafts-politisch, ökonomisch-sozial, geistig, ethisch-moralisch, kulturell von ganz anderer Art sein, als sie es heute ist. Auch die Einzelmenschen werden morphologisch, physiologisch, geistig, kulturell und psychologisch von ganz anderer Art sein.

Die Richtung der kosmischen Wanderungen oder die Ziele eigener kosmischer Synthesen zu bestimmen, das sind Menschheits-Entscheidungen von solcher Tragweite, wie wir uns sie heute überhaupt nicht vorstellen können. Aber sie müssen getroffen werden, denn das Schicksal der Menschheit hängt davon ab. Auch den Umfang der aus solchen Entscheidungen folgenden Aufgaben für die Menschheit können wir uns heute kaum vorstellen. Aber es ist davon auszugehen, dass die Menschheit dann über zivilisatorische Potentiale verfügt, mit denen sie solche riesigen Aufgaben von kosmischer Dimension anpacken kann Diese Aufgaben werden auch die Arbeit vieler Menschengenerationen verlangen, aber es ist durchaus vorstellbar, dass die Menschen in dieser ferneren Zeit mithilfe der Potentiale der Molekularbiologie/Gentechnik ihre Lebensdauer auf das Zehnfache der jetzigen verlängert haben, dass sie daher physisch viel robuster, viel tatkräftiger, viel intelligenter, seelisch viel stärker, als menschliche Persönlichkeiten viel größer sind als die besten Köpfe innerhalb der

jetzt lebenden Menschheit.

Als kosmischer Wanderer muss die Menschheit reif und klug sein, sie muss vernünftig und besonnen handeln. Dann wird sie auch zu jedem Zeitpunkt die neuartigen zivilisatorischen Herausforderungen an sie erkennen, die richtigen Entscheidungen treffen und praktisch recht zielsicher handeln, und sich auch bei Begegnungen mit anderen zivilisierten Populationen richtig verhalten. In der Meisterung dieser hochkomplexen Probleme liegt die Freiheit der Menschheit in ihrer Existenz als kosmischer Wanderer begründet. Wie diese Freiheitsräume dann im einzelnen aussehen werden, ist heute nicht angebbar, aber eine Invariante des Lebens der Menschheit bleibt: Sie stets muss ihr Schöpfertum leben, das heißt, dass sie andauernd neuartige zivilisatorische Potentiale schöpft, nun in kosmischer Dimension, um sich der kosmischen Natur anzupassen oder für sie lebensgünstige kosmische Strukturen zu synthetisieren.

Kosmischer Wanderer zu sein, bedeutet nun nicht, dass die Menschheit alle 100 Jahre einen neuen Planeten besiedelt. Sie wird auf einen für sie lebensgünstigen oder auf einem von ihr synthetisierten Planeten auch sehr lange verweilen, aber es ist in ihrem Bewusstsein fest verankert, dass sie nun auf immer zu einem kosmischen Wanderer geworden ist. Diese Lebensart und diese Lebenserkenntnis ist der „Normalfall“ für alle intelligenten und schöpferischen Populationen, wenn sie über eine längere Zeit irgendwo in der Welt der unendlich vielen Kosmen existieren. Erst damit enthüllt sich das Wesen von intelligenten und schöpferischen Populationen in der Welt in voller Allgemeinheit.

Nachdem ich mit den Ausführungen in diesem Kapitel in den „Himmel“ aufgestiegen bin und dort fast an den „Endpunkt allen Geschehens“ angelangt bin, will ich im folgenden Kapitel wieder in „irdische Gefilde“ zurückkehren und von dort weiter Aspekte zum Freiheitsbegriff beschreiben.

3.4.6: Momente im Gesellschaftsprozess, welche die Freiheitsräume einengen.

Die bisherigen Ausführungen zeigen die große Komplexität des Freiheitsbegriffs. Das, was als Freiheit in der Gesellschaft erkannt wird, ist abhängig von der gerade ablaufenden Kulturepoche, die Freiheit wird in jedem Volke unterschiedlich definiert, ebenso in den politischen, sozialen und konfessionell unterschiedlichen Gruppen innerhalb eines Volkes, und schließlich definiert sich noch jeder Einzelmensch seine „persönliche Freiheit“.

(„Des Menschen Wille ist sein Himmelreich“)

Die Heterogenität der Menschheit von heute ist einfach zu groß, um alle Menschen unter einem Freiheitsbegriff zu versammeln.

Es müssen aber, an die jeweilige Zeitepoche und Kulturepoche angepasst, immer wieder neue allgemeine Freiheitsvisionen entworfen werden. Diese Entwürfe zeigen auch immer die Größe des in der jeweiligen Zeit innerhalb der Menschheit existierenden Schöpfertums.

Neben dem Individualcharakter eines jeden Menschen gibt es auch für jede gesellschaftliche Gruppe einen spezifischen Gruppencharakter, denn jede gesellschaftliche Gruppe verfolgt in erster Linie ihre Partialinteressen in der Gesellschaft. Dadurch wird sie charakterlich geprägt.

Die einzelnen Gruppen streben also nicht den in der jeweiligen Zeit maximal möglichen Freiheitsraum an, und dieses wirkt freiheitseinengend in der Gesellschaft.

In allen bisherigen Gesellschaften, die alle Unrechtsgesellschaften waren/sind, hat immer eine gesellschaftliche Gruppe die Macht in ihre Hände bekommen, und sie hat dann danach gestrebt, ihren Gruppencharakter der gesamten Gesellschaft aufzuprägen. Als Ergebnis dieser vielfach auch gewalttätiger Bemühungen der herrschenden Menschengruppe, auch Klasse genannt, entstanden die Gesellschaftscharaktere. Das waren dann ein monarchistischer,

oder ein militaristischer, oder ein rassistischer, oder ein religiöser, oder ein kapitalistischer, oder ein sozialistischer, oder ein diktatorischer Gesellschaftscharakter, die dann immer eine gewisse Zeit lang in den Gesellschaften existierten. Solche Gesellschaftscharaktere waren/sind bisher in allen Völkern die gesellschaftliche Realität, und sie engten/engen die möglichen Freiheitsräume erheblich ein.

Im Verlaufe ihrer bisherigen Geschichte haben alle Völker innerhalb der Menschheit die unterschiedlichsten gesellschaftlichen Gruppen als ihre Herrscher erlebt, und dabei in den unterschiedlichen Zeiten die unterschiedlichsten Gesellschaftscharaktere annehmen müssen.

Diese Ansammlung solcher unterschiedlichen Gesellschaftscharaktere im Laufe von vielen

Jahrhunderten in einem Volk erzeugt in diesem den Nationalcharakter, welcher von Volk zu Volk ganz verschieden ist. Der Nationalcharakter eines Volkes wird aber noch von anderen „Parametern“ wie die Klimazone, die Landschaft, in welcher das Volk lebt, von der Größe des Volkes, von der Größe seines Territoriums, von dem im Lande vorhandenen Rohstoffen und dem allgemeinen zivilisatorischen Stand des jeweiligen Volkes und auch von den Auseinandersetzungen mit seinen Nachbarvölkern mitgeprägt. Der Nationalcharakter ändert sich in den Völkern nur sehr langsam, er ist identitätsstiftend für die Menschen des jeweiligen Volkes, und er bietet jedem Volk seine spezifischen Freiheitsräume. Diese sind bei den jetzt innerhalb der Menschheit existierenden Völkern sehr unterschiedlich groß. In den bisherigen Menschengesellschaften haben nur die Herrscherschichten für sich große Freiheitsräume erreicht, aber eben auf Kosten der Unterdrückung, der Ausbeutung und der Manipulation der Masse der einfachen, die Werte schaffenden Menschen

Aber auch im Wesen des heutigen Menschen existieren starke Momente, welche eine Einengung der möglichen Freiheitsräume bewirken.

Der Mensch ist in seinem Wesen ein zum Teil bewusstes Wesen, aber er hat auch ein sehr großes Unterbewusstsein. Er ist zu einem Teil ein rationales, und zum anderen Teil ein irrationales Wesen. Er handelt vielfach planmäßig, aber auch vielfach spontan, er ist ein emotionales Wesen, er lebt Leidenschaften. Ich habe eine kleine Ungleichung zum Wesen des Menschen erstellt, in welcher einige Kategorien des menschlichen Wesens ins Verhältnis zueinander gebracht werden. Sie lautet:

Verstand < Gefühl < Glaube < Fanatismus < Vorurteil < Tradition

Diese Ungleichung soll nun etwas erläutert werden:

Im Lebensalltag erfährt man es immer wieder, dass man sich bei Entscheidungen, die ganz schnell gefällt werden müssen, zum Beispiel in akuten Notsituationen, man sich ganz und gar auf sein Gefühl verlässt, da es unmöglich ist die zumeist komplexe Situation erst mit dem Verstand genau zu analysieren. Das dauert zu lange, das Gefühl gibt also viel schneller und sicherer die notwendigen Handlungsanweisungen. Der Verstand ist schwächer als das Gefühl.

Wie stark der Mensch durch seine Gefühle gebunden ist, das erfährt man, wenn man einmal die Gefühle eines anderen Menschen verletzt hat. Er ist dann am Rande seiner seelischen Stabilität.

Viel stärker als das Gefühl ist der Glaube, denn er ist ein in vielen Jahrzehnten/Jahrhunderten zur Doktrin entwickeltes Gedankengebäude, das sich „bewährt“ hat, dem man „blind vertrauen“ kann. Man kann also größere Lebensprobleme viel besser bewältigen, wenn man nur fest glaubt. Und man ist in eine Lebensgemeinschaft von Gläubigen eingebunden, in welcher man seine Lebensprobleme viel besser lösen kann als allein. (Der Glaube versetzt Berge)

Der Fanatismus ist höchster, in extatischer Weise verstärkter Glaube, der keine noch so kleine Abweichung von der Glaubens-Doktrin duldet. Er ist die Intoleranz in Reinkultur. Der Fanatismus hat in der Geschichte immer wieder zu schlimmsten Gewaltexzessen zwischen den Anhängern verschiedener Glaubensrichtungen/Ideologien geführt und dort seine große zerstörerische Kraft offenbart Kurt Tucholski charakterisierte den Fanatismus mit dem Satz:

„Eins in die Fresse ist ein Argument, das ein Jahrtausend Weisheit überrennt“. Der deutsche Faschismus ist ein warnendes Beispiel dafür, was passiert, wenn Fanatismus eine ganze Gesellschaft erfasst. Fanatismus führt, wenn er sich auslebt, zum Ende der Menschlichkeit und zum Ende der Freiheit.

In seiner Wirkung noch stärker als der Fanatismus ist das Vorurteil, denn das Vorurteil ist eine „Langzeitgröße“. Ist es erst einmal in einem Menschen, in einer Menschengruppe, in einem Volk „drin“, dann lässt es sich mit rationalen Argumenten nicht „wegdiskutieren“. Es verschwindet erst dann, wenn der das Vorurteil tragende Mensch sein Leben beendet, wenn die ein Vorurteil in sich habende gesellschaftliche Gruppe sich historisch überlebt, also aus dem Gesellschaftsprozess verschwunden ist, wenn ein Volk in eine neue Zeitepoche eintritt. Vorurteile sind sehr freiheitseinengend, sie stehen der friedlichen Kooperation zwischen den Menschen, zwischen den gesellschaftlichen Gruppen und zwischen den Völkern diametral entgegen.

Die Traditionen sind die in einem Volk, in einer Ethnie, fest verankerten Sitten, Gebräuche, Verhaltens- und Denkweisen. (Jedes Volk hat seine eigene „Denke“) Die Traditionen sind ein bedeutender Teil des Kulturgutes eines Volkes und ein Teil seines Nationalcharakters. Sie sind im Lebensprozess eines Volkes die stabilsten Größen, denn sie haben sich im Laufe von vielen Jahrhunderten herausgebildet. Die Traditionen lassen sich nicht rational verändern oder gar beenden, denn das ist doch das im Leben „Bewährte“. Traditionen ändern sich nur in ganz langen Zeiträumen, viele Menschengenerationen andauernd, daher fast unbemerkt.

Die Erläuterung der obenstehenden Ungleichung erhellt es sehr deutlich, dass wir, die gegenwärtigen Menschen, hauptsächlich irrational in unserem Wesen sind. Aber das Rationale und das Irrationale im Menschen bilden eine komplementäre Einheit. Der Mensch würde in seinem Wesen verarmen, wenn er zum Beispiel es versuchen würde, das Irrationale

aus seinem Wesen zu eliminieren. Aus dem irrationalen Teil unseres Wesens kommen immerhin fast alle schöpferischen Impulse, mit der wir die Welt erkennen und unsere zivilisatorische Hochkultur aufbauen. Auch unsere Emotionen und unsere Leidenschaften kommen aus dem irrationalen Teil unseres Wesens. Die Menschen müssen ständig daran arbeiten, diese Komplementarität von Rationalem und Irrationalem in uns in der jeweiligen Zeit- und/oder Kulturepoche in eine wissenschaftlich gut begründete Proportion zu bringen.

Diese Arbeit „am Wesen des Menschen“ muss in Zukunft sehr ernsthaft betrieben werden. Denn, wie es die Erläuterungen zur obigen Ungleichung zeigen, hat das Nichtwissen der Menschheit über die Verhältnisse von Rationalem und Irrationalem in seinem Wesen bisher stets zu starken Einengungen der möglichen Freiheitsräume geführt.

Hier muss ich es noch „nachreichen“ dass mit der Kategorie „Glauben“ in obiger Ungleichung der irrationale Glaube gemeint ist. Also, der Gläubige unterwirft sich ohne deren geistige Prüfung einer konfessionellen oder ideologischen Doktrin. Ganz im Gegensatz dazu gibt es den rationalen Glauben, welcher sich auf reale Fakten und Gesetze in der Natur und im Gesellschaftsprozess stützt, und von daher geistig in die Zukunft und auch ins Transzendente

schaut. Während der irrationale Glaube stark freiheitseinengend wirkt, eröffnet der rationale Glaube den Menschen, den Menschengruppen, den Völkern und der Menschheit die „Tore“ für ihre Zukunft, er eröffnet also reale Freiheitsräume und Visionen für die Menschheit.

3.4.7: Die Abwehrmechanismen der menschlichen Seele gegen die Unerträglichkeiten des

Lebens in den Unrechtsgesellschaften.

Die Unrechtsgesellschaften, in denen die „zivilisierte“ Menschheit bisher leben musste/leben muss, haben solche die menschliche Freiheit stark einengenden Erscheinungen wie Ausbeutung, Entrechtung, Entwürdigung, Verdummung, Versklavung, Hass, Gewalt, Aggression, Krieg, Kolonialismus, Völkermorde, bewusste Zerstörung materieller Werte, soziales Elend, menschliches Leid, Hunger und Seuchen, Kriminalität, Hinterlist, Denunziantentum, autoritäre Herrschsucht, Diktaturen, Diskriminierung der Frauen, Wirtschaftskrisen, Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit, Rücksichtslosigkeit hervorgebracht, die

die Werte schaffenden Menschen zu allen Zeiten im Reich der Unfreiheit gehalten haben, gegen ihren Willen.

Wie konnten die so nun schon viele Jahrtausende geschundenen einfachen Menschen dieses „Reich der Unfreiheit“ bisher überleben? Eine Antwort darauf kann die im letzten Jahrhundert geschöpfte wissenschaftliche Psychologie geben. Sie hat es erkannt, dass die menschliche Seele über eine Reihe von Abwehrmechanismen gegen die Unerträglichkeiten des Lebens verfügt. Die wissenschaftliche Psychologie hat die fundamentale Erkenntnis gewonnen, dass die menschliche Seele die flexibelste Daseinsweise der Natur ist

Im Folgenden sollen einige wichtige seelische Abwehrmechanismen vorgestellt und etwas erläutert werden:

  1. Die Verdrängung: Das Unerträgliche des Lebens wird in das Unterbewusstsein

abgeschoben, verdrängt.

  1. Die Identifizierung: Der „kleine Mann“ identifiziert sich mit seinem Beherrscher,

und so kann er in dessen Unterdrückungsapparat zu einem

Vollzugsbeamten Herrschers aufsteigen. Und er geht dann

skrupellos und vielfach auch gewalttätig gegen Seinesgleichen

vor.

3. Die Verschiebung: Ein Teil des Unerträglichen wird auf die Mitmenschen abgewälzt.

So zum Beispiel auf die Ehefrau.

4. Die Sublimierung: Destruktive Erscheinungen in den Unrechtsgesellschaften werden

in etwas „Edles“ umgedeutet. So entsteht das Dienen für Gott,

Führer, Volk und Vaterland.

5. Die Vermeidung: Der „kleine Mann“ geht seelisch auf Distanz zu den realen

Problemen des Lebens. Er resigniert gegenüber den

Unerträglichkeiten des Lebens in den Unrechtsgesellschaften. Er

gerät so in die Position des gehorsamen, willfährigen Untertan.

6: Die Rationalisierung: Das Unerträgliche des Lebens wird irgendwie intellektuell

gerechtfertigt. So zum Beispiel die „Notwendigkeit“ des

Opferns für einen Krieg.

7. Die Betäubung: Das ist die Flucht vor den Unerträglichkeiten des Lebens in den

Alkohol, in die Drogen, in die Fress-Sucht, in ein irrationales

„Fröhlichsein“.

8. Die Ohnmachtserklärung: „Man kann gegen die Unerträglichkeiten des Lebens gar

nichts ausrichten.“ Damit wird der Mensch vollkommen

passiv im Leben. So entsteht der eingeschüchterte Konformist.

Dieser Menschentyp ist den Herrscher besonders „willkommen“,

denn er ist willfährig und bei Gelegenheit auch für andere

Menschen gefährlich.

9. Das Rollenspiel: Der Mensch begibt sich in eine feste Lebensrolle und verharrt

darin sein ganzes Leben lang, kapselt sich weitgehend von der

Vielfalt des Lebens ab. Beispiele sind die Berufs-, die

Geschlechter- und die Status-Rolle.

10. Die Gefühlspanzerung: Der Mensch umgibt seine Seele mit einem „eisernen

Panzer“. Er lacht nicht, er weint nicht, er singt nicht, er tanzt

nicht, er feiert nicht. Er ist emotional tot, kaltherzig, unnahbar.

Damit versucht er die Unerträglichkeiten des Lebens von sich

fern zu halten, und er wird so zu einem einsamen, unglückli-

chen, seelisch vollkommen verkrüppelten Menschen.

11. Die Flucht in einen irrationalen Glauben:

Dieser Abwehrmechanismus ist allen religiös gläubigen Men-

schen eigen. Er ist mittlerweile fast eine gesellschaftliche

Norm. Die Menschen,die also „fest im Glauben sind“, fühlen

sich in ihrer Gemeinde geborgen, und sie kommen als „selbst-

verschuldet geistig entmündigte Menschen“ (I. Kant) im Leben

einigermaßen über die Runden.

  1. Der Galgenhumor: Man flüchtet in die Rolle des Narren und kann sich so einige

leicht kritische Äußerungen zu den Unerträglichkeiten des Lebens

erlauben.

14. Das Destruktive: In diesen seelischen Abwehrmechanismus gelangen Menschen

dann, wenn sie in den Unrechtsgesellschaften keine Ausbildung,

keine Arbeit, keine Anerkennung erhalten, wenn sie durch Arbeits

losigkeit, Obdachlosigkeit, Rechtlosigkeit, Demütigungen sozial

und seelisch schwer diskriminiert wurden. Bei längerem Verbleib

unter solchen Lebensbedingungen beginnen sie zuerst die etablier-

ten Herrscher und schließlich das ganze Leben zu hassen. Sie

sinnen auf Rache für das erlittene soziale und seelische Leid, sie

wollen dann nur noch zerstören

  1. Das Autoritäre: Dieses Verhalten ist bei den Herrschern zumeist üblich, es ist zu den

Abwehrmechanismen der Unterdrückten praktisch spiegelbildlich

Entsprechend ihrer Machtstellung kennen sie nur das Schwarz-Weiß-

Muster aus Befehlen und Gehorchen, ohne jede Toleranz den

Unterstellten gegenüber. Wenn durch Krieg oder Revolution die

Macht der autoritären Herrscher beendet wird, dann sind solche

Menschen in der Regel seelisch gebrochen, zerstört. Sie finden dann

keinen Weg mehr in das normale Leben.

  1. Die Dissoziation: Dieser seelische Abwehrmechanismus ist nicht hauptsächlich

sozial bedingt, er ist von allgemeinerer Art. Er bedeutet folgendes:

In plötzlich eintretenden existentiellen Bedrohungen des Lebens,

wie zum Beispiel Erleiden von Unfällen, Opfer von Schwerkrimina-

lität, Opfer von Kriegsereignissen oder Naturkatastrophen, ist die

menschliche Seele in der Lage, sich von dem realen schrecklichen

Geschehen abzukoppeln. Sie geht ins Virtuelle, das heißt, der betrof-

fene Mensch „erlebt“ seelisch eine heile Welt, während parallel

dazu seine physische Existenz bedroht ist.

Menschen, die so etwas erlebt und überlebt haben, sind, wenn sie

keine ausreichenden psychologischen Kenntnisse hatten, vollkom-

men überrascht, dass so etwas passiert ist. Sie glauben dann eben

an Wunder oder an Gottes direkte Hilfe.

Die Auflistung dieser Abwehrmechanismen zeigt es sehr deutlich, dass die Menschen, die

bisher in den Unrechtsgesellschaften leben mußten/leben müssen keine freien und glücklichen Menschen sein konnten/ sein können. Sie lebten/leben im Reich der Unfreiheit, welches vor allem durch die sozialen Unrechtsgesellschaften begründet ist.

In unglücklichen Gesellschaften entwickeln sich nur unglückliche Menschen.

Um aus dem Reich der Unfreiheit herauszukommen, bedarf es umfangreicher gesellschafts-politischer, ökonomisch-sozialer, ethisch-moralischer, juristischer, geistiger,

kultureller und psychologischer Veränderungen innerhalb der Menschengesellschaft.

Diese notwendigen Veränderungen werden im Rahmen der jetzt noch, unter kapitalistischen Strukturen stattfindenden Industriegesellschaft nicht möglich sein. Die Hoffnungen der Menschheit liegen in dem Wechsel der Menschheit von der Industrie-

Gesellschaftsepoche in die Biologisch-Genetische Epoche.

Zusammengefasst erklärt die Psychologie, dass der bisherige Mensch immer „auf der Flucht vor sich selbst“ ist, da es ihm durch die Unrechtsgesellschaften bisher verwehrt wurde/wird seiner Wesensart gemäß zu leben. Die Psychologie hat es nunmehr als sicher festgestellt, dass der Mensch im Kern seines Wesens auf Liebe, Kooperation, Solidarität, Mitmenschlichkeit, Lebensfreude, Aktivität eingestellt ist.

Es gilt fast als ein Phänomen, dass es unter diesen bedrückenden Realitäten der Unrechts-

Gesellschaften doch etwa (1 bis 2)% der Menschen als seelisch gesund bezeichnet werden können, mehr nicht. Sie aber stellen den wahren Menschentyp dar.

Als der weltberühmte Gelehrte Albert Einstein von dem humanistischen Wirken des indischen Freiheitskämpfers Mahatma Gandhi erfuhr, und sich mit dessen Persönlichkeit befasste, da sagte er, dass einfach ein Wunder sei, dass in dieser gesellschafts-politisch, ökonomisch-sozialen so ungerechten und so voller Menschenverachtung strotzenden Menschheit ein solcher Mensch wie Mahatma Gandhi sich herausbilden konnte. Und Mahatma Gandhi wurde für sein aktives humanistischen Eintreten gegen die koloniale Versklavung seines Volkes durch die britischen Kolonialherren von diesen auch sehr verfolgt.

Ab schließend soll hier noch festgestellt werden, dass im seelischen Profil, also im Charakter eines Menschen durchaus mehrere Abwehmechanismen zugleich wirksam sein können, und dass im Charakter des heutigen Menschen zumeist ein Gemisch aus positiven und negativen Eigenschaften existiert, was die Charakter-Erkennung bei den Menschen sehr schwierig macht. Es gibt aber auch eine schon sehr alte Erkenntnis zum Charakter des Menschen, die eine Grobbeurteilung des Charakters eines Menschen ermöglicht. Sie lautet: „Sage mir, mit wem Du gehst, und ich sage Dir, wer du bist!“

3.4.8: Das Verharren der Menschheit im Reich der Unfreiheit infolge der

Zwangserziehung der Kinder.

Schon im Kapitel 3.3 habe ich die fundamentale Bedeutung der Erziehung der Kinder für

die Eröffnung der möglichen Freiheitsräume für die Menschengesellschaft hervorgehoben

und über die freiheitliche, von Liebe und Zutrauen zum Kind getragene Erziehung berichtet.

Hier muss ich leider die „Kehrseite dieser Medaille“ präsentieren, das heißt vorstellen, dass in der großen Mehrheit die Kinder nach wie vor mit Zwang, heute zumeist in subtilerer Art als noch vor einhundert Jahren, erzogen werden. Kinder die so „erzogen“

werden ,wie ich es im folgenden beschreibe, sind die Garanten dafür, dass sie dann als Erwachsene die Unrechtsgesellschaften weiter erhalten und betreiben. Auch hier beziehe ich mich weitgehend auf die fundamentalen Erkenntnisse des humanistischen britischen Pädagogen und Psychologen A.S.Neill, die dieser Humanist in über fünfzig Jahren der freiheitlichen Erziehung von Kindern gewonnen hat:

Das mit Zwang erzogene Kind wird in einem Teufelskreis aus Zwang, Auflehnung, Strafe,

Unterwerfung und neuem Zwang gehalten.

Zur zwanghaften Erziehung gehört es, dass die Kinder in eine Konfession/Ideologie „hineingepresst“ werden. Als Erwachsene fehlt ihnen dann die Freiheit der Auswahl über

den Inhalt ihres Weltbildes.

Das zwanghaft erzogene Kind ist ein Kind unglücklicher Eltern/Erzieher, welche nun ihr eigenes Lebensunglück auf die nächste Generation übertragen.

Ein zwanghaft erzogenes Kind ist immer ein schwieriges Kind, weil es ein unglückliches Kind ist. Ihm widerfährt durch die Zwangs-Erziehung das erste große Unglück seines Lebens. Es gibt aber a priori keine schwierigen und problematischen Kinder, sondern nur schwierige und problematische Eltern/Erzieher und unglückliche Gesellschaften.

Ein zwanghaft erzogenes Kind bekommt von seinen Eltern/Erziehern keine kindgemäße Umwelt angeboten.

Ein zwanghaft erzogenes Kind hat niemanden der an seiner Seite steht, der ihm beisteht,

es erhält immer nur Schimpfe, Prügel und Strafen.

Ein zwanghaft erzogenes Kind entwickelt kein Selbstvertrauen, es hat Furcht vor seinen

Eltern/Erziehern, anderen Erwachsenen und vor Fremden.

Ein zwanghaft erzogenes Kind wird zu einem seelenlosen Roboter abgerichtet.

Zwanghaft erzogene Kinder sind passiv, ängstlich und unschöpferisch.

Zwanghaft erzogene Kinder werden von ihren Eltern wie ein Privatbesitz behandelt.

Zwanghaft erzogene Kinder „freuen“ sich, wenn ihren Eltern/Erziehern ein Ungemach zustößt, denn sie hassen diese. Wenn die so erzogenen Kinder dann eines Tages groß sind,

dann „begleichen“ sie viele „offene Rechnungen“ mit ihren Peinigern.

Zwanghaft erzogene Kinder sind bei passender Gelegenheit aggressiv und auch bösartig. Das sind ihre Protestreaktionen der Erwachsenen-Welt gegenüber, welche sie so quält. Bei

passender Gelegenheit machen sie auch ihresgleichen das Leben zur Hölle in Unkenntnis

ihrer so schwierigen Lebenssituation.

Zwanghaft erzogene Kinder werden zu Feiglingen, da ihnen eigene, risikovolle Erlebnisse

verwehrt und verboten werden.

Das zwanghaft erzogene Kind bekommt wenig Gelegenheit zum Spielen, da es sehr viel lernen muss, und da es vielfach in den Familien eine Reihe von „Pflichten“ zu erledigen hat.

Zwanghaft erzogene Kinder finden keine echten Freunde. Sie haben nur gleichartige Kameraden. Dieses, den Kindern von ihren Eltern „besorgte“ Defizit in den zwischen-

menschlichen Beziehungen haben diese Kinder, wenn sie dann erwachsen geworden sind,

ein Leben lang in sich.

Den zwanghaft erzogenen Kindern sind Originalität und Unternehmergeist von der Zwangsgesellschaft ganz zielstrebig ausgetrieben worden. Dieser Gesellschaft reicht es, wenn diese dann als Erwachsene gut gehorchen, wenn dies gute Konformisten sind.

Die „normalen“ Schulen in unserer Zeit sind „Fabriken“, in denen „Menschenmaterial“ hergestellt wird.

Zwanghaft erzogene Kinder gelangen nur ganz selten in schöpferische Berufe, und noch viel seltener werden sie dort erfolgreich.

Zwanghaft erzogene Kinder werden in ihrem Erwachsenenleben vielfach zu Sadisten, Masochisten, Konformisten, Egoisten, Narzissten, Nekrophilen.

(Der Narzisst ist ein in seine Person krankhaft „Verliebter“, der Nekrophile fühlt sich von allem Toten und Verwesten magisch angezogen)

Zwanghaft erzogene Kinder sind bei der Vertretung ihrer eigenen Interessen sehr gehemmt und verschüchtert. Bei der mündlichen Artikulation ihrer Interessen fangen sie

zumeist zu stottern an.

Zwanghaft erzogene Kinder sind ein Leben lang im Umgang mit den Menschen des anderen Geschlechts gehemmt.

Zwanghaft erzogene Kinder entwickeln keinen Gemeinschaftssinn und auch kein Verantwortungsbewusstsein.

Zwanghaft erzogene Kinder dürfen keine Phantasien ausleben, statt dessen müssen sie nach den strengen Vorschriften der Erwachsenen leben.

Zwanghaft erzogene Kinder trauern ein Leben lang ihrer verschandelten Kindheit nach. Dies geschieht aber aus dem Unterbewusstsein heraus, denn zumeist wollen sie von ihren

schlimmen Kindheitserfahrungen nichts mehr wissen. Sie haben diese in ihr Unterbewusst

sein verdrängt.

Zwanghaft erzogene Kinder haben kaum irgendwelche Spielzeuge, die sie in ihrer Kindheit lieb gewinnen konnten, denn sie wurden ganz früh „mit dem Ernst des Lebens“ konfrontiert.

Zwanghaft erzogene Kinder müssen stets ganz reinlich sein, andernfalls gibt es Strafen.

Zwanghaft erzogene Kinder lachen nicht, singen nicht, tanzen nicht, weinen nicht. Statt dessen lügen, heulen, zanken, prügeln, stehlen und schimpfen sie.

Die mit den letztgenannten „Fähigkeiten“ beladenen Kinder sind dann als Erwachsene seelische Krüppel, die weder klassisches Theater noch klassische Musik lieben, sie sind statt dessen willfährige Konsumenten von Gewalt- und Horror-Filmen und von Schund- und Schmutz-Literatur.

Das zwanghaft erzogene und dadurch abgerichtete, gedrillte, disziplinierte, eingeschüchterte Kind findet man überall in der Welt, in jeder Konfession, im jeder Ideologie, in allen Diktaturen, aber auch in allen „Demokratien“, in allen Völkern. Sie stellen die Mehrheit der Kinder in der Menschengesellschaft.

Der Drill zur „Menschenkreatur“ beginnt beim planmäßigen Stillen des Säuglings.

Zwanghaft erzogene Kinder kennen keine eigenen freien Gefühle.

Zwanghaft erzogene Kinder erleben zum Beginn ihrer Pubertät eine Phase der Rebellion. Darauf reagieren die Zwangsgesellschaften in aller Regel mit Strafmaßnahmen, und so halten sie die nun jugendlichen Menschen im Kreislauf der Auflehnung und Bestrafung.

Zwanghaft erzogene Kinder werden in ihrem Jugend- und Erwachsenen-Leben vielfach herrisch, zügellos und unverschämt, wenn sich dazu Gelegenheiten ergeben.

Unter Zwang erzogene Kinder werden im Verlauf ihrer „Erziehung“ immer unaufrichtiger, verlogener, verstockter und hinterlistiger.

Die mit Hass, Zwang und Abweisung erzogenen Kinder sind das Potential des zukünftigen Verbrechertums in der Gesellschaft. Aber die wirklichen Verbrecher, das sind die Herrscher der Unrechtsgesellschaften, und die Eltern/Erzieher sind die „Agenturen“ dieser Unrechtsgesellschaften.

Zwanghaft erzogene Kinder werden von ihren Eltern und Erziehern immer wieder mit der

„guten alten Zeit“ konfrontiert, in welcher noch alle Kinder „aufs Wort“ gehorcht haben.

Zwanghaft erzogene Kinder werden zumeist zu engstirnigen, intoleranten und gering intelligenten „Erwachsenen“

In einer Atmosphäre von Engstirnigkeit, Intoleranz, Freudlosigkeit und Angst vor den Eltern und den Erziehern entwickelt sich im Kinde der Hass auf diese und auch auf alle anderen Menschen.

Der Hass, das ist der schlimmste soziale Virus innerhalb der Menschengesellschaften.

Das zwanghaft erzogene Kind wird für seine infantilen sexuellen Interessen bestraft. Es wird dadurch an der Entwicklung eines positiven Sexualcharakters behindert, was auch eine Behinderung der allgemeinen Persönlichkeitsentwicklung bedeutet.

Dem zwanghaft erzogenen Kind wird vielfach mit dem „schwarzen Mann“ und mit Gespenstern gedroht, die sie bei Unartigkeiten auflauern werden. Damit werden in dem unschuldigen Kind irrationale Ängste erzeugt, die diese dann in ihrem ganzen späteren Leben nicht mehr los werden. Das sind Traumatisierungen.

In das Leben eines kleinen Kindes irrationale Angst und Furcht hinein zu bringen, das gehört zu den schlimmsten Verbrechen der Eltern und Erzieher an den unschuldigen Kindern.

Den zwanghaft erzogenen Kindern werden von den Eltern „Liebesbeweise“ und von den

Erziehern „Autoritätsbeweise“ abverlangt. Damit werden die Seelen und die Charaktere der Kinder, die ihre Eltern und Erzieher hassen, nachhaltig geschädigt. Es entsteht so der

heuchlerische, frustrierte und charakterlose Mensch.

Zwanghaft erzogene Kinder meiden die Nähe ihrer Eltern und Erzieher. Ihnen geht es sofort besser, wenn sie außerhalb deren Reichweite sind.

In zwanghaft erzogenen Kindern können Phobien aller Art entstehen, weil sie zu unnatürlichen Wesen gemacht wurden.

Zwanghaft erzogene Kinder haben kein Selbstvertauen, und daher haben sie auch nur eine ganz unsichere Vorstellung von ihrer Zukunft. Nur eines wissen sie ganz genau: Sie wollen von ihren Eltern und Erziehern für immer weg. Damit ist ihnen aber weitgehend die Fähigkeit geraubt worden, selbst einmal eine glückliche Familie zu haben.

Zwanghaft erzogene Kinder haben viel Wachträume, da ihnen eine kindgerechte Wirklichkeit verwehrt wird. Durch diese vielen Wachträume bleiben sie in ihrer Entwick-

lung zurück.

Zwanghaft erzogene Kinder erleben keine Ich-Befriedigung.

Zwanghaft erzogene Kinder sind ganz egoistisch auf ihren kleinen persönlichen Besitz fixiert, da sie außer diesem nichts anderes auf der Welt für sich haben.

Zwanghaft erzogene Kinder sind sehr lange Primitive, also Bettnässer, Petzen, Schimpfer,

Prügler, Lügner.

Zwanghaft erzogene Kinder sind sehr häufig krank. Sie machen so auf sich aufmerksam.

Zwanghaft erzogene Kinder lügen aus Angst vor ihren Eltern und Erziehern diese fortwäh

rend an. Wenn diese Kinder eines Tages zu Jugendlichen geworden sind, dann erkennen sie, dass ihre Eltern und Erzieher auch nur Lügner und Betrüger sind. Damit schließt sich der Teufelskreis des seelischen Unglücks in den meisten Familien, aus dem die Menschen

nur in den seltensten Fällen im Laufe ihres weiteren Lebens herauskommen. Die neue

„Erwachsenen“-Generation betreibt dann in aller Regel die „Erziehung“ ihrer Kinder nach

den gleichen Mustern, wie sie es erfahren hat. So wird das menschliche Unglück von

Generation zu Generation weitergereicht.

Von zwanghaft erzogenen Kindern wird immer kategorisch verlangt, dass sie nur die

Wahrheit sagen. Auf diese Art und Weise erzieht man die perfekten Lügner.

In einer unaufrichtigen Ehe wachsen keine ehrlichen Kinder heran.

Einem zwanghaft erzogenen Kind wird niemals eine altersgerechte Verantwortung übertragen.

Bei der zwanghaften Erziehung der Kinder realisieren die „Autoritäten“ ihre perversen Machtgelüste.

Dem zwanghaft erzogenen Kind wird ständig eingehämmert, dass der absolute Gehorsam die größte menschliche Tugend ist.

In allen Zwangs-Erziehungssystemen werden den Kindern diejenigen Menschen als

Helden angeboten, die ihr Leben für Führer, Volk, Gott und Vaterland auf den Schlachtfeldern „bereitwilligst“ hergegeben haben.

In einer unglücklichen Familie werden die Kinder mit Gewalt, mit Hass, mit Drill und absoluten Gehorsam regiert, beherrscht.

Eltern, die in ihrer Kindheit auch zwanghaft erzogen wurden und daher selbst nie lebendig sein durften, verbieten dann in aller Regel auch ihren Kindern das Lebendigsein.

Eltern und Erzieher, welche die ihnen anvertrauten Kinder ständig auf ihre Fehler aufmerksam machen, bringen diesen nur Minderwertigkeits-Komplexe bei.

Kinder, die man einer strengen Disziplin unterwirft, macht man zu Sklaven. Und in modi-

fizierter Form bleiben diese in ihrem Erwachsenenleben auch Sklaven. Sie sind dann die

eingeschüchterten Konformisten.

Wenn die Eltern und Erzieher auch weiterhin die so originelle Lebenskraft der Kinder durch ihre despotische Autorität zerstören, dann werden auch weiterhin solche destruktiven Erscheinungen innerhalb der Menschengesellschaften wie massives Verbrechertum, Kriege und Elend existieren. Despotische Autoritäten existieren vor allem in stark konfessionell, militaristisch und diktatorisch geprägten Menschengesellschaften.

Strenge elterliche Zucht führt vielfach zu Neurosen bei den davon betroffenen Kindern.

(Neurosen sind seelische Erkrankungen)

Eltern, die ihre Kinder bestechen, um ihr Verhalten in ihrem Interesse zu manipulieren, ziehen damit Menschen heran, welche in ihrem Erwachsenenleben die habgierigen Profit-Gesellschaften tolerieren und dann vielfach selbst zu asozialen Profitjägern werden.

Die Bestrafung von Kindern ist immer ein Akt des Hasses der Eltern und Erzieher gegenüber den Kindern, und zugleich ein exakter Indikator für eine falsche und inhuma-

nistische Erziehung der Kinder.

Die den Kindern von den Erwachsenen aufgezwungene „Höflichkeit“ führt zu frustrierten

Kindern und später zu heuchlerischen Erwachsenen.

Das „schlechte Verhalten“ eines Kindes, zum Beispiel ein „Bock“,ist immer das Symptom

einer seelischen Störung im Kind, dessen Ursache immer in einer zwanghaften, unfreien

und autoritären Erziehung liegt.

Zwanghaft erzogene Kinder werden in ihrem Erwachsenenleben zumeist zu Geizkragen,

ihnen fehlt jede Freigiebigkeit.

Den zwanghaft erzogenen Kindern fehlt der natürliche Humor. Im Erwachsenenleben fehlt diesen unglücklich gemachten Menschen dann der reife Humor. Dafür sind sie aber immer sehr schadenfroh über das Unglück anderer Menschen.

Zwanghaft erzogene Kinder entwickeln aufgrund ihrer unfreien Einstellung zur menschli-

chen Intimsphäre als Erwachsene ein reges Interesse an allem „Schlüpfrigen“ in

dieser Sphäre der menschlichen Aktivität. Wenn sich dann für sie Gelegenheiten ergeben,

neigen sie zu sexuellen Ausschweifungen.

Den zwanghaft erzogenen Kindern werden moralische Verhaltenssysteme aufgezwungen,

die sie überhaupt nicht verstehen und erfassen können. Aber sie werden darauf abgerich-

tet diese genau einzuhalten.

Die bei dem zwanghaft erzogenen Kind durch die Eltern und Erzieher unterdrückten

Lebenswünsche wie freies Spielen, phantasieren, kindliche Sexualität, egoistisch sein,

sich etwas aneignen, sie werden alle in das Unterbewußtsein verdrängt, bleiben dort

bestehen, kommen aber in modifizierter Form bei dem Erwachsenen in ihrem Charakter

wieder hervor. Und zwar als menschliche und auch sexuelle Impotenz, als Geiz, als

Intoleranz, als Hass, als Sadismus, als Masochismus, als Narzissmus, als Autorität, als

Destruktion, als Neurosen, als Phobien, als krankhafter Ehrgeiz.

Neurosen entstehen aus Konflikten, welche zwischen den Wünschen an das Leben und dem Verbot dieser Wünsche entstanden sind.

Hinter der Kleptomanie eines Erwachsenen steckt eine zwanghafte Kindheitserziehung..

Ein zwanghaft erzogenes Kind ist in seinem Erwachsenenleben dann sehr anfällig für Illusionen, für Schein, für Vorurteile, für Fanatismus, für Gewalt, für Ideologien, für doktrinäre Religionen.

In einem zwanghaft erzogenen Kind entwickelt sich keine universelle Liebe zur Welt. Durch diese Vorbelastung ist es fast ohne Chance, in seinem Leben die „zweite Geburt“ zu erleben, also zu einer reifen Persönlichkeit zu werden.

Viele Eltern und Erzieher treten den Kindern mit Hochmut und Sarkasmus gegenüber auf.

Das ist seelische Grausamkeit gegenüber den Kindern

Die totale Unterdrückung des kindlichen Ego verletzt das Kind seelisch tief. In ihm entsteht der seelische Zustand des Trotzes. Und Trotz in der Seele eines Menschen sinnt auf Rache. Die Kriminalität eines Menschen ist vielfach der Racheakt für diese Art der erlittenen seelischen Beschädigungen des Menschen in seiner Kindheit.

Ungeliebt erzogene Kinder stehlen vielfach aus Mangel an Liebe. Sie wollen so etwas Wertvolles für sich bekommen, was die Erwachsenenwelt ihnen verwehrt. Ihr Stehlen kommt aus dem Unterbewusstsein.

Noch niemals in der Menschheitsgeschichte ist ein Gesetzesbrecher durch Gewalt, durch Grausamkeit, durch Einsperren und durch Hass seitens der Gesetzgeber und der Justiz gebessert worden.

Zwanghaft erzogene Kinder sind zumeist eigensinnig, ehrgeizlos, freudlos, apathisch und gering intelligent.

Die große Jugendkriminalität lässt sich nur dann beseitigen, wenn die Gesellschaft von ihrer amoralischen Gleichgültigkeit gegenüber den Kindern und Jugendlichen wegkommt, wenn sie sich diesen aktiv und humanistisch zuwendet. Dieses wird in den Unrechtsgesell-

schaften aber nicht realisierbar sein, denn diese sind in sich inhumanistisch angelegt)

Alle Probleme, welche ein Kind hat, beruhen im Grund auf einem Mangel an Liebe, an Zuwendung und an Zutrauen zum Kind.

Das verwöhnte Kind ist sich selbst und seiner Umgebung lästig, da es in Zügellosigkeit und nicht in einer Kindergemeinschaft erzogen wird..

Das verwöhnte Kind ist vollkommen Ichbezogen, und dies bleibt dann auch so in seiner Erwachsenenzeit. Verwöhnung ist die „Erziehung“ zur Asozialität.

Das verwöhnte Kind weiß alle die „schönen Dinge, die es geschenkt bekommt, überhaupt nicht zu schätzen.

Die Eifersucht eines Menschen zeigt dessen unterentwickeltes Ich in seiner Persönlichkeit

ganz deutlich an. Es ist die Folge einer Fehlerziehung in seiner Kindheit.

Ein Kind, welches niemals Liebe in seiner Kindheit bekam, wird zu einem ewigen Nörgler

im Leben. Es hat dann als Erwachsener auch nicht die Fähigkeiten in sich, in einer guten Menschengemeinschaft ein glückliches und erfülltes Leben zu führen und andere Menschen glücklich zu machen.

Über-Besorgnis und Über-Ängstlichkeit der Eltern ihren Kindern gegenüber schadet diesen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung.

Ängstliche Eltern machen ihre Kinder zu Objekten ihrer ungelösten Lebensprobleme. Dadurch werden ihre Kinder auch zu ängstlichen Erwachsenen.

Die Schulen halten die Kinder „klein“ und machen diese unterwürfig. Damit frönen die

Lehrer ihrem Machttrieb, und sie opfern so das Lebensglück der ihnen anvertrauten Kinder.

Das Gesetz schreitet nur bei großer physischer Gewalt Kindern gegenüber ein, nicht aber bei deren seelischer Zerstörung.

Wer als Kind und als Jugendlicher seine Originalität, sein persönliches Interesse an den Dingen, Strukturen und Prozessen in dieser Welt niemals erproben durfte, der ist als „Erwachsener“ willens- und orientierungslos.

Eine Gesellschaft, welche auf einer „Sklavendisziplin“ beruht, braucht zu ihrer Erhaltung auch nur willensschwache Menschen, welche sich den Herrschern schnell unterwerfen.

Ein Kind, einen Jugendlichen nur nach seinen schulischen Leistungen zu beurteilen, das ist ganz falsch.

Ein trotziges Kind trägt Kummer in sich, und dies sollte für die Eltern und Erzieher das stärkste Alarmzeichen dafür sein, dass dieses Kind sehr dringend menschliche Fürsorge und menschliche Wärme benötigt.

Bei unglücklichen Kindern zeigt sich der Selbsthass noch in ganz unverhüllter Form, und zwar als asoziales Verhalten, als Streitsucht, als Gehässigkeit, als Jähzorn, als Zerstörungswut. Im Erwachsenenleben existiert dann der in der Kindheit erworbene Selbsthass in verhüllter Form als Intoleranz, Fremdenfeindlichkeit, Rücksichtslosigkeit, verbaler Gewalt, Unterwerfung unter „Volk, Vaterland und Führer“.

Die hier soeben getroffenen Aussagen zeigen auf ernüchternde Weise, wie sehr wir Menschen seelisch gestört, verkrüppelt sind. Sie zeigen auf ernüchternde Weise, wie sehr

die bisherigen „Erziehungssysteme“ uns im Reich der Unfreiheit hielten/halten.

Alle Erziehungssysteme weltweit sind zumeist noch Zwangserziehungssysteme oder mindestens Manipulationssysteme, und sie verhindern so der Menschheit einmal mehr den

Weg in freiheitliche Menschengemeinschaften. Die Kinder werden nicht artgerecht groß-

gezogen.Aus humanistischer Sicht liefern diese Erziehungssysteme der Menschheit große zivilisatorische Defizite. Diese Defizite muss man als ein ganz schlimmes Erbe aus den Unrechtsgesellschaften der Vergangenheit und der Gegenwart erkennen. Sie reichen weit in die „zivilisierte“ Zeit der Menschheit zurück, das heißt die inhumanistischen Erziehungssysteme haben eine große Tradition und sind selbst bei bestem Willen nur in langen Zeiträumen zu überwinden. Aber deren Überwindung ist für die Menschheit der Zukunft existentiell notwendig. Mit Menschen, die unter Zwang und Lieblosigkeit erzogen wurden/werden, lassen sich die auf die Menschheit in den kommenden zivilisatorischen Epochen zukommenden großen Aufgaben nicht konstruktiv lösen. Ein Abgleiten der Menschheit in destruktive psychologische Zustände, die aber dann die Potentiale der Biologisch-Genetischen und danach auch die der Geologischen Epoche in ihren Händen hält, würde deren Existenz unmittelbar bedrohen. Nach meiner Erkenntnis wird das Ringen um seelisch gesunde, aktive und zukunftsoptimistische Menschen viel mehr Kraft kosten als die Schöpfung der neuen zivilisatorischen Potentiale.

Die große Chance dafür, dass dieses gelingt, besteht in der Biologisch–Genetischen Epoche der Menschheitszivilisation. Dort besteht die einmalige historische Chance für die
Menschheit, die Aufklärung und Ausbildung über das Wesen des Menschen mit den Ergebnissen der Neurophysiologie, der Neuropsychologie und der Gentechnik konstruktiv so zu verknüpfen, dass sich die absolute Mehrheit der Menschen zu reifen, humanistischen Persönlichkeiten entwickelt, die dann das lebensfördernde Syndrom in sich tragen,.

Wir, die Menschheit, haben das Potential dafür in uns, dass in der Biologisch-Genetischen Epoche der gesellschaftliche Nährboden für diese notwendige Verbesserung der Menschen geschaffen wird, dass wir uns unserer seelischen Verkrüppelung entledigen.

(Heute, im Jahre 2012, leben über 7000 Millionen Menschen auf der Erde. Davon ist die Hälfte, also 3500 Millionen Menschen, unter 25 Jahre alt. Und von diesen 3500 Millionen

jungen Menschen leben 87% in den verarmten Ländern der „Dritten Welt“. Das sind also

3045 Millionen junger Menschen, denen aufgrund der elenden sozialen Lage, in der sich die meisten ihrer Eltern befinden, keine liebevolle, sozial gut abgesicherte Kindheiterziehung gewährt werden konnte/kann. Sie sind also in besonderer Weise seelisch gefährdet, und ihre Anzahl wächst mit jedem Jahrzehnt um viele Millionen an. Diesem Problem muss sich die Menschheit stellen. Also, hinter dem Erziehungsproblem steht vor allem das Sozialproblem der Menschheit, die weltweite soziale Ungerechtigkeit als Folge des weiter andauernden Kolonialismus der kapitalistischen Industrieländer gegenüber der „Dritten Welt“.)

Die Fakten und Tatsachen zum „Reich der Unfreiheit“ in welchem die Mehrheit der Menschen seit dem Beginn der Menschheitszivilisation leben musste und heute noch leben muss, scheinen sehr erdrückend zu sein, und es scheint kaum möglich, dass wir diesem so schlimmen historischen Erbe entrinnen können. Ich glaube aber rational daran,

dass der Wechsel von der Industriegesellschaftsepoche, welche uns, der Menschheit so sehr misslungen ist, in die Biologisch-Genetische Kulturepoche der Menschheitszivilisa-

tion uns eine reale Chance für den Übergang in ein Reich der Freiheit eröffnet. Allerdings

müssen wir uns dazu glasklar unserer so schmachvollen und gewalttätigen Unrechtsgesell-

schaftsysteme in einer großen geistigen Auseinandersetzung stellen, denn nur so gewinnen

wir die Kriterien für eine friedliche, soziale und freiheitliche Zukunft.

Eine ganz wichtige Erkenntnis, die wir in Zukunft unbedingt beherzigen müssen, ist, dass

Frieden, Freiheit und Demokratie immer ein „Kind“ der sozialen Gerechtigkeit ist.

Ich hätte keine Motivation für diese Arbeit gehabt, wenn ich mir nicht in langen Jahren die Überzeugung erarbeitet hätte, dass die Menschheit auf ihrem weiteren zivilisatori-

schen Wege auch immer freiheitlicher werden kann, werden muss. Der Weg zu größerer Freiheit im Menschheitsprozess ist eine Existenzbedingung für die zukünftige Menschheit. Aus dieser Überzeugung heraus will ich im kommenden Kapitel das „Reich der Freiheit“ für die Menschheit in der näheren historischen Zeit etwas skizzieren.

Ich bin mir darüber vollkommen im Klaren, dass der Weg der Menschheit in ihre neue zivilisatorische Epoche, die ihr auch viel größere Freiheitsräume verspricht, kein einfacher Weg sein wird. Er wird von vielen gesellschafts-politischen, ökonomisch-sozialen, geistigen, ethisch-moralischen, kulturellen, juristischen und psychologischen Auseinandersetzungen begleitet sein. Dies einfach deshalb, weil wir als eine sehr heterogene Menschheit in die Biologisch-Genetische Epoche eintreten werden, in welcher

auch das Erbe der kapitalistischen Industriegesellschaft ganz unterschiedlich auf die Teil-

Menschheiten verteilt ist. Daher ist es prinzipiell möglich, dass auch nur eine „Avantgarde“ der Menschheit die Gestaltung der Biologisch-Genetischen Epoche betreiben wird, ganz analog wie es mit der Gestaltung der Industriegesellschafts-Epoche geschehen ist. Aber diesmal muss die „Avantgarde“ sich gegenüber den Nichtteilnehmern

bei der Gestaltung der Biologisch-Genetischen Epoche der Menschheitszivilisation sehr

humanistisch verhalten, und den Nichtteilnehmern die volle Freiheit darüber gewähren, wie diese sich zu den neuartigen zivilisatorischen Entwicklungen innerhalb des Menschheitsprozesses stellen.

3.5: Der Weg der Menschheit in das „Reich der Freiheit“

Wir, die Menschheit, müssen ernüchtert erkennen, dass die Industriegesellschafts-Epoche,

die hauptsächlich unter kapitalistischen Strukturen gestaltet wurde, die von der europäischen Aufklärung des 18.Jahrhunderts so sehr ersehnte und geforderte Freiheit für die Menschheit nicht gebracht hat. Fast das ganze Gegenteil dessen ist eingetreten. Das historische Erbe, welches uns die kapitalistische Unrechtsgesellschaft beim Übergang der Menschheit in die Biologisch-Genetische Kulturepoche überlässt, ist eine schwere Hypothek auf die Zukunft der Menschheit. Das sind vor allem das demografische Problem, das Krieg-Frieden-Problem, das Rüstungs-Problem, das Arm-Reich-Problem, das Ernährungs-Problem, die Rohstoff-, Wasser-, Energieprobleme, das Umweltvergiftungs-Problem, das Klimaproblem und die seelisch und ethisch-moralisch stark verkrüppelten Menschen weltweit. Diese historischen Defizite engen schon jetzt für über 90% der Weltbevölkerung die Freiheitsräume,welche die Industriegesellschaft ihr potentiell hätte ermöglichen können, erheblich ein. Und mit jedem weiteren Jahrzehnt, welches die kapitalistische Herrschaft noch andauert, werden diese historischen Defizite sich vergrößern und damit verschlimmern, schon einfach deshalb, weil die Weltbevölkerung, vor allem in den in Armut gehaltenen Ländern, sich unkontrolliert, aber kontinuierlich vergrößert.

Die Herrscher der kapitalistischen Gesellschaft, also die Milliardäre, die Bosse der Banken und Großkonzerne, die Börsenspekulanten, haben gar kein Interesse an der Entspannung der so drängenden zivilisatorischen Probleme der Menschheit. Mit ihrer materiellen Gier, ihrem Trachten nach Maximalprofiten um jeden Preis auf Kosten der die Werte schaffenden Menschen in allen Ländern verwehren sie gezielt der Mehrheit der Menschen sozial sicheres und ein einigermaßen freiheitliches Leben.

Um ihrer Existenz willen muss die Menschheit den Raubtierkapitalismus beenden. Der Wechsel von der Industriegesellschafts-Epoche zur Biologisch-Genetischen Epoche der Menschheitszivilisation bietet der Menschheit die reale Chance dafür. Die Menschheit muss sie ergreifen.

Alle Hoffnungen der Menschheit, aus dem jetzigen Zustand der geringen Freiheit in einen

Zustand größerer Freiheit für alle Menschen zu gelangen, liegen im Hinüberwechseln in die Biologisch-Genetische Epoche. Die Menschheit sollte umgehend mit der Vorbereitung dieses Wechsels beginnen. Die materiellen Potentiale der Biologisch-Genetischen Epoche werden schon seit etwa 25 Jahren in großem Umfang geschöpft, und der Umfang der Forschung dazu wächst zur Zeit exponentiell an. In den Labors der Molekularbiologen und der Gentechniker herrscht eine große Aufbruchsstimmung, denn auch der Erkenntnis zuwachs steigt exponentiell an. Ganz anders sieht es aber bei der geistigen, ethisch-moralischen und psychologischen Vorbereitung der Menschheit auf die Biologisch-Genetische Epoche der Menschheitszivilisation aus. Die Menschheit befindet sich dieser

Herausforderung gegenüber im „Dämmerzustand“, sie ist fast vollkommen passiv und erkennt einfach nicht die historische Tragweite der neuen zivilisatorischen Potentiale, welche die Menschheit in historisch ganz kurzer Zeit in ihren Händen halten wird. Hier sind die Regierungen aller Länder und vor allem auch die UNO gefordert, mit der Vorbereitung der Völker, der Menschheit auf die Biologisch-Genetische Kulturepoche umgehend zu beginnen. Das bedeutet, dass die Gesellschaftswissenschaftler, also die Philosophen, die Kulturwissenschaftler, die Historiker, die Juristen, die Soziologen, die

Psychologen, die Pädagogen sich mit den Molekularbiologen, den Gentechnikern, den

Medizinern, (Human- und Veterinär-Mediziner) den Chemikern, den Physikern, den

Mathematikern, den Ökologen, den Geowissenschaftlern, den Ökonomen, den Informati-

kern, den Ingenieuren zusammensetzen müssen und intensiv die Erarbeitung eines

gesellschaftlichen Überbaus betreiben, damit beim Wechsel der Menschheit von der

Industriegesellschafts-Epoche in die Biologisch-Genetische Epoche der Regelkreis aus der

materiellen Basis der neuen Kultur-Epoche und dem gesellschaftlichen Überbau recht

schnell in eine stabile, stationäre Funktion kommt.

Obwohl der Wechsel der Menschheit aus der Industriegesellschaftsepoche in die Biologisch-Genetische Epoche ein Weg in eine weitgehend unbekannte zivilisatorische Zukunft ist, muss diese gesellschaftswissenschaftliche Arbeit von der Menschheit von nun an intensiv betrieben werden, damit sie überhaupt eine Orientierung bekommt..

Wenn die Menschheit mit dem besten humanistischen Gedankengut, welches sie sich in den letzten 500 Jahren erarbeitet hat, ab sofort die Erstellung des Überbaus zur materiellen Basis der Biologisch-Genetischen Epoche betreibt, dann wird ihr die Biologisch-Genetische Epoche große, bisher nicht erreichte Freiheitsräume eröffnen..

Das gesellschaftliche Fundament in der Biologisch-Genetischen Epoche sollte mindestens die folgenden Komponenten in sich haben:

Es existiert die Freiheit zum Denken.

Jedem Menschen werden die allgemeinen Menschenrechte gewährt.

Die Gesellschaftsstrukturen sind politisch und sozial gerecht.

Die Solidarität zwischen den Menschen gilt als das oberste sittliche Prinzip.

Die Menschheit erhält sich nachhaltig ihre natürlichen Lebensgrundlagen.

Alle Menschen haben eine hohe Bildung und werden mithilfe der Potentiale der

Molekularbiologie/Gentechnik auf ein hohes geistiges Niveau gehoben.

Die Menschen erkennen ihr Wesen, und sie erarbeiten sich das lebensfördernde Syndrom.

Die Menschheit darf ihr Schöpfertum umfassend leben.

Jeder Mensch hat einen wissenschaftlich fundierten allgemeinen Horizont und erkennt,

dass auch er in der Verantwortung für die Zukunft der Menschheit steht.

Jeder Mensch leistet produktive Arbeit in seinem Leben. Keiner lebt mehr auf Kosten

anderer Menschen.

Das „Reich der Freiheit“, welches uns die Biologisch–Genetische Kulturepoche verspricht, könnte etwa das Folgende beinhalten:

  1. Die Menschheit löst ihr demografisches Problem. Sie hält also die Menschen-Anzahl

auf der Erde mithilfe der Potentiale der Molekular-Biologie/Gentechnik begrenzt.

  1. Die Menschheit wird ihre materielle Versorgung, welche in der Biologisch-

Genetischen Epoche vom Umfange her viel geringer sein wird, als es in der Industrie-

Gesellschaftsepoche war, hauptsächlich mithilfe von Bio-Reaktoren bewerkstelligen,

und dadurch die ökologische Belastung von Litho-, Hydro- und Atmosphäre beenden.

  1. Mithilfe der Potentiale der Molekular-Biologie/Gentechnik werden die Menschen sich

morphologisch, physiologisch, geistig und psychologisch ständig aufbessern, so dass sie sehr gesund, geistig und praktisch schöpferisch aktiv, hoch gebildet und zukunftsoptimistisch sein werden. Sie werden fast alle konstruktiv schöpferische Leistungen für die Gesellschaft erbringen und eine hohe Lebensmotivation, also hohe Lebensziele in sich haben. Damit ausgerüstet werden sie auch eine Verlängerung ihres Lebens auf mehrere Jahrhunderte anstreben. Wie lange die Menschen in der entwickelten Biologisch-Genetischen Epoche dann leben wollen, können, dürfen, das wird dann ein typisches gesellschaftliches Problem dieser neuen Kulturepoche sein.

  1. Alle Menschen erarbeiten sich das lebensfördernde Syndrom. Damit ausgestattet gehen sie solidarisch, einfühlsam, vertrauensvoll, friedlich, tolerant, kooperativ und kulturvoll miteinander um.

  2. Es gibt innerhalb und zwischen den Menschengemeinschaften keine gewalttätigen Konflikte mehr. Die auch in der Biologisch-Genetischen Epoche real existierenden Problem-Potentiale werden nicht mehr zu Konflikt-Potentialen pervertiert.

  3. Alle materiellen Mittel, die der Menschheit zur Ausgestaltung der Biologisch-Genetischen Epoche zur Verfügung stehen, werden ausschließlich für die Bewältigung

konstruktiver Aufgaben verwendet. Feindbilder, Militarismus, Rüstung und Krieg sind für die in der entwickelten Biologisch-Genetischen Epoche lebenden Menschen-

Generationen Begriffe aus einer „grauen archaischen“ Vorzeit.

Die Kulturwissenschaften haben den Weg der Menschheit in drei Kategorien eingeteilt: Die erste Kategorie ist die Zeit der Wildheit. In dieser Zeit löst sich der Mensch langsam aus dem Tierreich, ist aber noch vollkommen von der Natur abhängig. Die zweite Kategorie ist die Zeit der Barbarei. In dieser Zeit beginnt die Menschheit mit ihren zivilisatorischen Synthesen, und sie geht dabei gewalttätig gegen die Natur und gegen sich selbst vor. Das waren die Agrarische und die Industrie-Epoche mit den so schlimmen gesellschaftlichen Unrechtssystemen. Die dritte Kategorie, das ist die Zivilisation. Das ist die Zeit, in welcher die Menschheit nicht mehr gewalttätig ist. Der Leser erkennt sofort, dass die Biologisch-Genetische Epoche

der Menschheit die Möglichkeit eröffnet, die Barbarei, in welcher wir uns heute noch befinden, endlich zu verlassen und in die wirkliche Zivilisation einzutreten, die dann auch das „Reich der Freiheit“ für die Menschheit bedeutet.

  1. In der Biologisch-Genetischen Epoche sind die Menschen sehr zukunftsoptimistisch. Sie haben ein großes Vertrauen in ihre Schöpferkraft, sie haben die Freiheit und die geistige Souveränität, wissenschaftlich gestützte Zukunftsvisionen zu entwerfen und

diese öffentlich zu diskutieren. Sie werden parallel zur Ausgestaltung der Biologisch-Genetischen Epoche sich auch zielstrebig auf den dieser zivilisatorischen Epoche folgenden Wechsel in die Geologische Epoche der Menschheitszivilisation vorbereiten

Und sie werden auch die kosmischen Aktivitäten weiter forcieren als Bestandteil ihres

grenzenlosen Erkenntnisdranges, ihres grenzenlosen Schöpfertums, welches in einer humanistisch ausgestalteten Biologisch-Genetischen Epoche das heutige Schöpfertum der Menschheit um ein Vielfaches übersteigt.

  1. Die Menschheit in der Biologisch-Genetischen Epoche wird sich eine allgemeine Menschheits-Verfassung geben, welche den dann erreichten allgemeinen Horizont der Menschheit und die damit erreichbaren Freiheitsräume etwa widerspiegelt. Ich will hier im groben eine hierarchisch strukturierte Verfassung vorstellen:

a: Lokale Verfassungsteile, gültig für große Städte und Provinzen.

b: Nationale Verfassungen mit den Lebensregeln für die einzelnen Völker.

c: Kontinentale Verfassungen, in welchen die die einzelnen Kontinente betreffenden

übernationalen Lebensregeln fixiert sind.

d: Globale Verfassung für den aktuellen Lebensprozess der Menschheit. Sie wird von

der UNO getragen und regelt alle Fragen im Menschheitsmaßstab, wie zum Beispiel

die Erhaltung des Friedens, die Durchsetzung des allgemeinen Humanismus, die

weitere zivilisatorischen Initiativen der Menschheit, das kulturelle Erbe der

Menschheit.

e: Biologische Verfassung:In ihr ist die Stellung der Menschheit als Gestalter der Bio-

sphäre und ihre Verantwortung gegenüber allen Lebewesen auf der Erde fixiert.

f: Planetare Verfassung der Menschheit: Fixierung der Stellung der Menschheit auf

dem Planeten Erde und seine Verantwortung für die Erhaltung allen Lebens auf der

Erde. Auch Stellungnahme zu der der Biologisch-Genetischen Epoche nachfolgen-

den Geologischen Epoche der Menschheitszivilisation, also zur Umwandlung des

Naturplaneten Erde in einen Kulturplaneten Erde durch die Menschheit.

g: Solare Verfassung: Aussagen zur Stellung der Menschheit in unserem Sonnensystem

Aussagen zur zeitlich endlichen Existenz unserer Sonne und den daraus

entstehenden zivilisatorischen Herausforderungen. Das heißt, die kosmische

Perspektive der Menschheit muss dort aufgezeigt werden.

h: Universeller Verfassungsteil: Hier sollte das allgemeine Selbstverständnis der

Menschheit als eine intelligente und rastlos schöpferische Population in unserem

Heimatkosmos und in der gesamten Welt (Universum) dargestellt sein. Sie

beschreibt also die Einbettung der Menschheit in die Welt und ihre Begegnungen

mit anderen zivilisierten Populationen aus anderen Kosmen, aus anderen chemisch-

physikalischen Realitäten.

  1. Die Menschengemeinschaften in der Biologisch-Genetischen Epoche sind nicht mehr

die durch Blutsverwandtschaften abgeschlossene Gemeinschaften, sondern durch

„Wahlverwandte“, das sind also Menschengruppen, die sich spontan aus dem Lebens-

Prozess heraus gefunden haben, die friedlich und tolerant miteinander leben und auch gemeinsam Kinder in Freiheit und mit Liebe großziehen.

  1. Abwechslung ist nicht die Würze des Lebens, sondern dessen Substanz. Diese funda-

mentale Erkenntnis zum menschlichen Leben kann in der Biologisch-Genetischen Epoche von der absoluten Mehrheit der Menschen erstmals gelebt werden. Aufgrund

seiner großen Befähigungen und Leistungsfähigkeit ist der Mensch in dieser Epoche

in seinem nun wesentlich verlängerten Leben problemlos in der Lage, nacheinander

in mehreren wertschöpfenden Berufen jeweils für mehrere Jahrzehnte aktiv tätig zu

und parallel dazu auch in mehreren Genres künstlerisch aktiv zu sein. Er wird sich auch vor Ort die verschiedensten Weltkulturen und das große kulturelle Erbe der

Menschheit aktiv erschließen. Er wird ein hochgebildeter, sich der Völkerfreundschaft

verbundener, toleranter Mensch sein.

  1. Das Schöpfertum der Menschheit findet seinen Ausdruck in ihren zivilisatorischen

Synthesen, mit denen sie weit über das von der Natur Gegebene hinausgeht. Das war in den vergangenen und gegenwärtigen Kulturepochen so, und es wird sich in den der

Industriegesellschafts-Epoche nachfolgenden Kulturepochen noch um ein Vielfaches verstärken. Die Menschheit wird auf ihrem Weg durch die zukünftigen Kulturepochen bisher ungeahnte zivilisatorische Potentiale schöpfen bis hin zur Fähigkeit, eines Tages selbst der Gestalter von kosmischen Strukturen zu sein. Dies alles ist kein Selbstzweck, es wird in Zukunft immer die Überlebensfrage an die Menschheit gestellt sein, da der Missbrauch der immer bedeutenderen Potentiale, welche die Menschheit in Zukunft in ihre Hände bekommen wird, sofort ihre Existenz bedrohen würde. Der Weg der Menschheit wird in Zukunft immer ein Weg in eine sehr ungewisse Zukunft sein, die Menschheit wird so zu zuvor niemals geahnten, ganz neuen „zivilisatorischen Ufern“ gelangen und sich immer von neuem als eine Hochzivilisation behaupten müssen. Ihre Existenz ist in Zukunft niemals mehr automatisch gesichert, die Menschheit muss in Zukunft durch große Aktivitäten ihre Existenz als eine Hochzivilisation sicherstellen.

Das ist das „Abenteuer des Lebens“ für uns, die Menschheit, egal wo wir gerade leben. Die Zivilisation, das ist das Schicksal der Menschheit.

Der weitere Weg der Menschheit als eine hochzivilisierte Population in dieser Welt

kann nur von schöpferisch befähigten, hoch gebildeten, sehr gesunden, das Leben liebenden, tatkräftigen, solidarischen, zur Verantwortungsübernahme bereiten, humanistisch gesonnenen, zukunftsorientierten Menschen erfolgreich gestaltet werden

Das ist das Format des Menschen der Zukunft. Im Erfolg bei dem zivilisatorischen Weiterschreiten liegen die zukünftigen Freiheitsräume der Menschheit.

Bei diesem erfolgreichen Weiterschreiten verändern sich sowohl der einzelne Mensch

morphologisch, physiologisch, geistig, ethisch-moralisch und psychologisch als auch die Menschengemeinschaften in ihren gesellschafts-politischen, ökonomisch-sozialen, kulturellen, juristischen und ökologischen Strukturen erheblich. Der Mensch ist dabei andauernd der Schöpfer seiner selbst, und ebenso ist die Menschheit andauernd die Schöpferin ihrer Selbst.

Abschließend will ich noch einmal wesentliche Charakteristika einer reifen, freiheitlichen und humanistischen Menschengesellschaft auflisten, die also den Gesellschaftsprozess in einer solchen Menschengemeinschaft dominieren. Das sind:

Frieden, Sicherheit, Ordnung.

Freizügigkeit, Freiheit.

Gleichheit aller Menschen, Brüderlichkeit.

Soziale Gleichheit, soziale Gerechtigkeit.

Kooperation, Solidarität, Völkerfreundschaft.

Schutz der Minderheiten, Schutz der Schwachen.

Wahrheit, Wahrhaftigkeit, Weisheit.

Wissenschaftlichkeit, humanistische Forschung.

Zukunftsvisionen, Zukunftsoptimismus.

Toleranz, Versöhnung.

Bildung, Aufklärung, Schöpfertum.

Hochkultur, Hochzivilisation.

Individualität, Selbstbestimmung, Selbstverwirklichung.

Humanistische Sozialisation, Gemeinsinn.

Menschliche Wärme, Mitgefühl, Einfühlungsvermögen.

Güte, Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft, Geben, Schenken.

Vernunft, Klugheit, Besonnenheit, Vertrauen, Offenheit.

Lebensfreude, Lebenslust, Lebensgenuss.

Originalität, Spontaneität, Kreativität, offen sein für alles Neue.

Liebe, Zuwendung, Zutrauen, Zärtlichkeit, Zeit für die Kinder.

Alle diese Charakteristika einer humanistischen und freiheitlichen Menschengesell-

schaft haben in jeder Kulturepoche, und auch in den verschiedenen Zeitepochen

innerhalb der Kulturepochen ihre spezifischen Inhalte. Sie sind also beim zivilisato-

rischen Weiterschreiten der Menschheit veränderliche Größen, sie müssen also immer

wieder neu erworben werden.

Im folgenden 4. Kapitel, dem letzten Hauptkapitel dieser Arbeit, will ich zum mensch-

lichen Geist, einem der größten Naturphänome in unserer Welt, einige Ausführungen machen. Denn der Gebrauch seines Geistes ist für den Menschen von zentraler

Bedeutung für die Ausgestaltung seiner Hochzivilisation und für das längerfristige Überleben der Menschheit in dieser Welt.

Kapitel 4: Wieviel Geist und Schöpfertum brauchen die Menschen, die Menschheit,

um die zukünftigen zivilisatorischen Herausforderungen zu bestehen?

4.1: Die Beschreibung des menschlichen Geistes, der geistigen und der

wissenschaftlichen Tätigkeit des Menschen.

Die Selbstorganisations-Fähigkeit der Materie hat in unserem Heimatkosmos, in unserer Galaxie, auf dem Planeten Erde unseres Sonnen-Planeten-Systems eine Bio-

Sphäre geschaffen. In dieser irdischen Biosphäre ist in einem langen Evolutions-prozess die biologische Art des Menschen entstanden. Der Mensch ist ein mit einem Bewusstsein, einer Seele und einem Geist ausgestattetes Wesen.

Im Menschen existiert eine einzigartige Integration aus sinnlicher Wahrnehmung, begrifflicher Abstraktion, Speicherung der gewonnenen Erfahrungen und eine grenzen

lose Phantasie. Mit diesen Befähigungen betreibt der „moderne“ Mensch seit etwa 10.000 Jahren den Aufbau seiner zivilisatorischen Strukturen, und er geht dabei weit

über das von der Natur Gegebene hinaus. Er synthetisiert ganz Neuartiges, in unserem

Heimatkosmos zuvor nie da Gewesenes, eben seine zivilisatorischen Strukturen. Auf seinem zivilisatorischen Weg durchwandert er eine Folge ganz unterschiedlicher Kulturepochen, und er geht dabei immer in eine ungewisse Zukunft. Die Zivilisation ist das Schicksal der Menschheit, sie ist das „Abenteuer“ ihres Lebens.

Mit dem Beginn der Neuzeit, also etwa ab dem Jahre 1500, als die Menschheit damit begann, in die Industriegesellschaftsepoche einzutreten, hat sich das Schöpfertum der

Menschheit in zuvor nicht gekanntem Maße entfaltet. Die Träger dieses Schöpfertums sind der menschliche Geist, das Rationale im Menschen, und die menschliche Seele, das Irrationale, das Intuitive im Menschen. Sie beide bilden eine komplementäre Ein-

heit im Menschen.

Hier soll vor allem die geistige Tätigkeit des Menschen und speziell die wissenschaft-

liche Tätigkeit des Menschen etwas ausführlicher beschrieben werden.

Bei der geistig-wissenschaftlichen Arbeit geht man heute schon recht versiert vor:

  1. Man beobachtet einen Prozess, eine Struktur, ein Objekt in unserer Welt aus neu

gierigen, intuitiven Impulsen heraus und bewertet das Beobachtete auf der Basis von schon vorhandenem Anfangswissen.

  1. Man macht gedankliche und auch praktische Experimenten zu dem untersuchten

Sachverhalt.

  1. Man protokolliert andauernd die wissenschaftliche Arbeit.

  2. Man stellt Vergleiche des neu Erkannten mit vorhandenem Wissen an.

  3. Es erfolgt eine genaue Analyse des untersuchten Sachverhaltes. Man klassifiziert

das Erkannte, ordnet es ein und kombiniert mit den gewonnenen Erkenntnissen.

  1. Man zieht Induktionsschlüsse, versucht also das spezielle neue Wissen zu

verallgemeinern und formuliert, darauf aufbauend, neues Wissen.

  1. Man zieht Deduktionsschlüsse, das heißt, man schließt von den gewonnenen

allgemeinen Erkenntnissen nun auf Spezialfälle.

  1. Man hebt das Erkannte in die (mathematische) Abstraktions-Ebene, erstellt eine

neue wissenschaftliche Theorie und bereichert so den „Körper“ der

Wissenschaften.

  1. Durch andauernde Überprüfung des neuen Wissens (Verifikation/Falsifikation)

wird die Stellung der neuen Theorie im Körper der Wissenschaften gestärkt oder geschwächt.

Die Geistesarbeiter laufen immer folgenden Pfad ab:

Suchen–Entdecken–Beweisen–Herleiten–Verallgemeinern–Synthese einer neuen Theorie–

Anwenden des neuen Wissens in der Praxis.

G.W. Leibniz, der Gründer der Preußischen Akademie der Wissenschaften, hat schon um 1700 gesagt: „Theorie ohne Praxis ist taub. Praxis ohne Theorie ist blind“.

Heute weiß man, dass Theorie und Praxis eine sich ergänzende (komplementäre) Einheit sind.

Die Welt der Wissenschaften lässt sich grob in drei Bereiche einteilen. Das sind:

  1. Die exakten Wissenschaften. Dazu gehören die Mathematik, die Physik, die Chemie

und die Ingenieurs-Wissenschaften.

  1. Die halbexakten Wissenschaften wie die Biologie, Medizin, Geologie, Ökologie,

Ökonomie, Soziologie.

  1. Die nichtexakten, qualitativen Wissenschaften wie die Philosophie, die Geschichts-

und Kultur-Wissenschaften, die politischen Wissenschaften, die Rechtswissenschaft, die Sprachwissenschaften, (Linguistik) die Pädagogik und die Psychologie.

Diese drei Sorten der Wissenschaften haben ganz unterschiedliche Inhalte, aber es gibt ein

„gemeinsames Band“, welches alle Wissenschaften miteinander verbindet. Das sind die wissenschaftlichen Erkenntnismethoden. Sie sind die geistigen Werkzeuge der Wissenschaftler, mit denen sie die jeweils unbekannten Sachverhalte in ihrer Wissenschaft bearbeiten. Und sie dienen vor allem auch für die geistige Vorbereitung von neuartigen zivilisatorischen Synthesen und für die theoretische Erweiterung des Wissenschaftskörpers.

Im folgenden will ich einige dieser Erkenntnismethoden vorstellen:

  1. Das Kausalprinzip. Es besagt, dass jede Wirkung eine Ursache haben muss.

  2. Der Induktionsschluss beinhaltet die Entwicklung einer allgemeinen Aussage, eines

allgemeinen Gesetzes, aus Einzelbeobachtungen.

  1. Mit dem Deduktionsschluss kann man Aussagen zu speziellen Sachverhalten machen,

wenn das allgemeine Gesetz bekannt ist.

  1. Das dialektische Prinzip sucht nach Widersprüchen in den Prozessen, Strukturen und

Erscheinungen, um daraus neue Erkenntnisse zu gewinnen.

  1. Das Differenzprinzip geht von zwei verschiedenen Aussagen/Werten aus und gewinnt

im Angleichungsprozess, Grenzwertprozess genannt, neue Erkenntnisse.

  1. Das Superpositionsprinzip prüft, ob ein Zusammenhang linear oder nichtlinear ist.

  2. Das Referenzprinzip zieht seinen Erkenntnisgewinn aus dem Vergleich zweier oder

mehrerer unterschiedlicher Sachverhalte.

  1. Die Substitutionsmethode findet in den exakten Wissenschaften eine vielfache An-

Wendung. Man ersetzt dabei kompliziert strukturierte Argumente von Funktionen

durch einfache Argumente, und erreicht dann die gewünschten Lösungen der mathe-

matischen Probleme, zum Beispiel in der Integralrechnung.

  1. Die Rekoursionsmethode findet in den exakten Wissenschaften eine breite

Anwendung. Man gibt zum Beispiel den Wert einer Gleichungslösung wieder in die

Gleichung ein, erhält einen etwas anderen Wert. Das setzt man solange fort, bis sich

der Wert bei einem bestimmten Betrag „stabilisiert“. Entsteht aber gar kein stabiler

Wert, dann hat man es mit einem „chaotischen System“ zu tun.

  1. Die Interpolationsmethoden suchen nach den „besten“ Zwischenwerten zwischen

zwei Eckwerten. Einfachstes Beispiel ist der arithmetische Mittelwert.

  1. Mithilfe der Grenzwertmethode werden neue Erkenntnisse aus dem Hintergrund der

Welt in den Vordergrund geholt. In der Mathematik, der Physik und in den

technischen Wissenschaften bedeutet die Grenzwertmethode, dass man die freien

Variablen von Funktionen gegen Null, gegen Unendlich oder auch gegen endliche

Werte streben lässt.

  1. Die Extremwertmethode erlaubt es, in der Mathematik, in der Physik und in den

technischen Wissenschaften Maximal- oder Minimalwerte von Prozess- oder Struktur-

Parametern zu ermitteln.

  1. Mit der Klassifizierungsmethode teilt der Wissenschaftler die Prozesse, Strukturen

und Erscheinungen entsprechend ihren Werten in Klassen ein und entwickelt auf

dieser Basis seine Theorien.

  1. Beim Variationsprinzip wird gedanklich von einem feststehenden Wert abgewichen.

Die dabei entstehende Differenz in den Funktionswerten wird ausgewertet.

  1. Das Normierungsprinzip legt Bezugsgrößen fest. Dieses Prinzip ist in den Ingenieurs-

Wissenschaften unumgänglich.

  1. Das Wechselwirkungsprinzip stellt die in Systemen existierenden Rückkopplungen

fest. Es existieren zwei Rückkopplungsarten: Das sind die Gegenkopplung und die

Mitkopplung.

  1. Die Separationsmethode trennt mehrdimensionale Probleme in eindimensionale

Probleme auf. Beispiel : Partielle Differentialgleichungen werden in gewöhnliche,

eindimensionale Differentialgleichungen überführt.

  1. Die Spiegelungsmethode untersucht Systeme oder Strukturen auf ihre symmetrischen

und antisymmetrischen Anteile.

  1. Mit der Korrelationsmethode ermittelt man den statistischen Zusammenhang

zwischen zwei unterschiedlichen Prozessen. Das ist die Kreuzkorrelation. Mit der

Autokorrelationsmethode ermittelt man den inneren statistischen Zusammenhang in

einem einzigen Prozess.

  1. Mit der Ähnlichkeitsmethode sucht man durch Feststellung von Gleichartigkeiten

bei zwei oder mehreren Prozessen, Strukturen,Dingen neue Erkenntnisse zu gewinnen.

  1. Die Vertauschungsmethode wird bei mathematischen Transformationsbeziehungen

ausgiebig verwendet. Hier macht man einen Variablentausch und gewinnt sofort neue Erkenntnisse. Im Berufsleben entspricht dieses zum Beispiel dem Rollentausch zwischen einem Chef und einem seiner Unterstellten.

  1. Mit der Ansatzmethode gibt man in der Mathematik eine allgemeine Lösungsfunktion

für die zu lösende Gleichung vor, setzt diese in die Gleichung ein und berechnet die unbekannten Parameter dieser Gleichung. Wenn man bei dem ersten Versuch keinen Erfolg hat, dann macht man einen zweiten Ansatz. Hier spielt dann das gespeicherte Wissen und die Erfahrung des Wissenschaftlers eine große Rolle. Lösungsansätze werden aber auch in allen anderen Bereichen des Lebens gemacht.

  1. Die historische Methode erkundet den zeitlichen und inhaltlichen Verlauf von

Entwicklungs- und Entfaltungsprozessen in allen Bereichen des Lebens.

  1. Die Standpunktsmethode legt in den exakten Wissenschaften ein bestimmtes Koordi-

natensystem fest und führt darin ihre Berechnungen durch. In den Gesellschafts-

Wissenschaften legt man sich auf einen philosophischen, konfessionellen, ideologischen, sozialen Standpunkt fest und untersucht „von dieser Warte aus“ die gesellschafts-politischen, ökonomisch-sozialen Prozesse und Erscheinungen in den Menschengesellschaften.

  1. Die Evolutionsmethode untersucht die Entwicklungslinien in den Natur- und Gesell-

schafts-Prozessen.

  1. Die Revolutionsmethode untersucht die qualitativen Umschläge in den Natur- und

Gesellschafts-Prozessen.

  1. Die Modellmethode synthetisiert Modelle zu den Sachverhalten in der Natur, in der

Technik und in der Gesellschaft, welche wissenschaftlich handhabbar sind und neue

Erkenntnisse liefern. Beispiele sind das Atommodell von N.Bohr, das Transistor-Modell in der Elektronik

  1. Das Vermittelnde Prinzip untersucht mittelbare Zusammenhänge, Abhängigkeiten.

Mittelbare Zusammenhänge gibt es in allen Bereichen des Lebens. Zum Beispiel die

vielen mittelbaren Blutsverwandtschaften bei den Menschen, oder die mittelbaren

Funktionen in der Mathematik.

  1. Die Selektionsmethode filtert aus komplexen Prozessen, Strukturen bestimmte

Zusammenhänge heraus, um diese dann separat zu untersuchen.

  1. Die Invariantenmethode ermittelt das bei Transformationen Unveränderliche. Mit

dieser Erkenntnismethode hat A.Einstein seine Relativitätstheorie hauptsächlich

geschöpft. Er postulierte, dass die physikalischen Gesetze in allen Systemen die

gleichen sind, egal, ob dieses Systeme sich zueinander beschleunigt oder nicht beschleunigt bewegen, und er kam damit zu fundamental neuen Erkenntnissen über unsere Welt.

  1. Das Komplementärprinzip sucht und untersucht einander ergänzende Prozesse, Strukturen und Erscheinungen in unserer Welt. So sind Materie und Antimaterie oder auch Teilchen und Welle, aber auch Mann und Frau komplementäre Einheiten.

  2. Die Hierarchiemethode erkundet die unterschiedlichen Ebenen in den Strukturen in der Natur, in unserer technischen Welt und in den Menschengesellschaften.

  3. Die Methoden der Systemtheorie. Man gibt auf das zu untersuchende System ein Test-

Signal und schaut auf die Systemreaktion. Die Systemtheorie stammt aus der Nachrichten- und Regelungstechnik. Nunmehr wird sie auch in der Physik, der Biologie, der Medizin, der Ökologie, der Ökonomie umfassend angewendet.

  1. Die Logische Methode. Durch logische Schlüsse versucht man zu neuen Erkennt-

nissen zu gelangen. Die Logik ist ein heute Teilgebiet der Mathematik. Sie wurde aber durch scharfsinnige Überlegungen der altgriechischen Philosophen geschöpft.

  1. Die Kodierungsmethoden verschlüsseln Informationen, damit diese ungestört

übertagen werden können oder gegen unbefugtes Lesen geschützt sind. Der berühmteste Kode in der Natur ist der Erbkode der Lebewesen. Damit grenzen sich die

einzelnen Arten biologisch voneinander ab.

  1. Die Selbstorganisations-Methode stützt sich auf die in den letzten Jahrzehnten klar

erkannte Selbstorganisations-Fähigkeit der Materie. Diese Erkenntnismethode ist von

so hoher Allgemeinheit, so dass ihre Gesamtbedeutung für den Wissenschafts-Körper

noch nicht vollkommen erkannt ist.

Schon mit diesen hier vorgestellten 36 Erkenntnismethoden erkennt man, dass diese kaum klassifizierbar sind. Aber sie stellen eine Übertheorie über die Einzelwissenschaften dar. Und die Schöpfung neuer Erkenntnismethoden erweitert und bereichert den Wissenschaftskörper.

Die Wissenschaft von den Erkenntnismethoden wird „Erkenntnistheorie“ genannt. Der Weg der Erkenntnis verläuft von der Beobachtung von Prozessen, Strukturen und Erscheinungen in unserer Welt zur Erkennung ihres Wesens, zur Formulierung von gesetzmäßigen Zusammenhängen durch den wissenschaftlich tätigen Menschen.

Mit dem zivilisatorischen Weiterschreiten der Menschheit erschließt diese sich immer weitere

Felder der Natur und des Lebens, und dabei werden immer neuartige Wissenschaftszweige geschöpft. In der näheren historischen Zukunft tritt die Menschheit in die Biologisch-Genetische Epoche ein, und bei der wissenschaftlichen und praktischen Erschließung der Biosphäre unseres Planeten Erde werden neue Erkenntnismethoden vor allem aus der Molekularbiologie, der Gentechnik, der Medizin und der Hirnforschung kommen.

So werden die folgenden Kategorien der Biologie, welche nun mit den Methoden der Molekularbiologie und der Gentechnik untersucht werden, der Wissenschaft auch viele neue

Erkenntnismethoden liefern. Es seien hier folgende Kategorien aufgeführt:

Leben, Bewusstsein, Geist, Seele, Stoffwechsel, Wachstum, Fortpflanzung, Vererbung, Bewegung, Zellteilung, Alterung, Absterben, Artenbildung, Befruchtung, Keimesentwicklung

Brut, Geburt, Säugen, morphologischer Wandel, Häutung, Zelle, Gewebe, Organ, Gehirn, Organismus, Population, Biotop, Symbiose, Parasit, Osmose, Reize, Hormone, Sinne, Gedächtnis, Fertilität, biologisch-ökologisches Gleichgewicht, Züchtung, Kreuzung, Hybride, Hemmung, Infektion, Immunität, Schmerzen, Gesundheit, Individuum, Gruppe, Transplantation, Lähmung, Latenzzeit, Entzündung, Lebensdauer, Fotosynthese, Klonen, Steuerung des Zentralnervensystems, Biometrie, Reflexe, Geschlechtsreife, Rezeptionen, Restriktionen, Schmarotzen, Stammbäume, biologische Kreisläufe.

Alle diese Kategorien und noch viele andere mehr aus der belebten Materie werden in den kommenden Jahrzehnten/Jahrhunderten wissenschaftlich aufgeklärt werden. Die moderne Biologie wird die Menschheit vor vollkommen neue geistige Herausforderungen stellen. Die

Menschheit wird diese Herausforderungen bestehen und dadurch zu völlig neuen „geistigen Ufern“ gelangen, und dabei auch viele neue wichtige Erkenntnismethoden schöpfen.

    1. Große Geistestaten in der bisherigen Menschheitsgeschichte

Die Wissenschaften, das große Geisteswerk der Menschheit, wird von Menschen gemacht.

In der bisherigen Menschheitsgeschichte gelangen die großen epochemachenden Erkenntnisse

zumeist einzelnen genialen Denkern, welche mit ihren Erkenntnissen das geistige Weltbild

der Menschheit stark veränderten, sehr erweiterten. Einige will ich im folgenden benennen.

Im Altertum waren dies vor allem Demokrit und Aristoteles:

Demokrit (460 – 370) v.u.Z. postulierte als erster Mensch eine Atomtheorie. Für ihn bestand alles in der Welt aus kleinsten Teilchen, den Atomen, den unteilbaren Teilchen. Die Dinge in der Welt entstanden nach Demokrit durch unterschiedliche Konfigurationen der Atome zueinander. So entstanden für Demokrit unzählige Welten, die auch alle wieder vergangen sind/vergehen werden. Demokrit befasste sich auch mit der Erkenntnistheorie.

(Im wissenschaftsfeindlichen Mittelalter hatte dieses damals revolutionäre Gedankengut des Demokrit eine fast 2000 Jahre andauernde Zwangspause)

Aristoteles (384 – 322) v.u.Z. befasste sich mit der Erkenntnistheorie, der Ethik und der Logik

Seine Erkenntnisse gaben wesentliche geistige Anstöße für das Denken in der Neuzeit.

In der Neuzeit, also seit etwa 1400, als die Renaissance in Europa begann, nahm das wissenschaftliche Denken in der Welt, aber vor allem in Europa, einen rasanten Aufschwung.

In schneller Folge wurden durch hervorragende Wissenschaftler eine Fülle von epochemachenden Erkenntnissen erarbeitet.

Die ersten bedeutenden Astronomen der Neuzeit, das waren vor allem Brahe, Kopernikus, Kepler und Galilei, erstritten im ausgehenden Mittelalter gegen den erbitterten Widerstand der damals sehr wissenschaftsfeindlichen römisch-katholischen Kirche die Anerkennung des heliozentrischen kosmischen Weltbildes, in welchen die Sonne der Mittelpunkt unseres Sonnen-Planeten-Systems ist, und nicht mehr die Erde.

Newton und Leibniz erbrachten die größte Geistestat in der Menschheitsgeschichte. Unabhängig voneinander schöpften sie um 1685 die Analysis, also die höhere Mathematik.

Durch die Einführung von Grenzwertprozessen in die Mathematik konnten sie als erste Forscher in der Wissenschaftsgeschichte der Menschheit den Unendlichkeitsbegriff für die exakten Wissenschaften handhabbar machen. Auf dieser Basis entwickelte sich dann in einem rasanten Tempo die höhere Mathematik, deren bedeutendsten Vertreter die Mathematiker Euler, Gauss, Lagrange, Laplace, Cauchy, Rieman wurden.

Newton wurde auf dieser Basis auch der Schöpfer der klassischen Mechanik.

Eine weitere wissenschaftliche Großtat vollbrachte im Jahre 1863 der britische Physiker Maxwell, welcher die moderne Elektrodynamik schöpfte, in welcher die Elektrizität, der Magnetismus und die Optik vereint wurden.

Im Jahre 1859 veröffentlichte der britische Biologe Darwin sein epochemachendes Buch „Über die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl“ und brachte damit den Evolutionsgedanken in das wissenschaftliche Denken, also eine neue Erkenntnismethode, ein.

Im Jahre 1900 eröffnete der deutsche Physiker Planck das 20. Jahrhundert mit einem wissenschaftlichen Paukenschlag. Mit seiner Quantenhypothese, welche besagt, dass im atomaren Bereich die Energie nicht mehr in einem kontinuierlichen Wertebereich auftritt, sondern in keinen Energiepäckchen, den „Quanten“, eröffnete Planck das Zeitalter der Atomphysik, und er erweiterte damit das Weltbild der Menschheit erheblich. Im Jahre1913

schöpfte der dänische Physiker Bohr das Atommodell, in welches er die Quantenhypothese von Planck genial einbaute. Aber erst mit den genialen Arbeiten von Schrödinger und Heisenberg um 1925, welche unabhängig von einander die Quantentheorie schöpften, „ging es in der Atomphysik erst richtig los“. Herausragende Ergebnisse dabei waren die Aufstellung der „Schrödinger-Gleichung“ der Wellenmechanik, der Grundgleichung der Quantentheorie,

die Aufstellung der Unschärferelation von Heisenberg, welche die Grenze zwischen der Makro- und der Mikrophysik festlegt, und die von de Broglie in voller Allgemeinheit erkannte Dualität der Materie, welche besagt, dass jedes Teilchen auch zugleich Welle ist, dass also die Materie eine komplementäre Einheit aus Teichen und Welle ist.

Mit der um 1905 geschöpften Speziellen Relativitätstheorie und der um 1915 fertiggestellten

Allgemeinen Relativitätstheorie begründete der geniale Physiker Albert Einstein die moderne

Kosmologie. Er hat damit unsere moderne Sicht auf das unendliche Weltall begründet. Fast als ein Nebenprodukt seiner Forschungen war die Erkenntnis des Zusammenhanges zwischen der Masse eines Körpers und seinem Energieinhalt, welcher durch die einfache mathematische Formel E = m c gegeben ist. (So hat zum Beispiel 1Gramm Masse den Energieinhalt von 25 Gigawattstunden in sich!) Diese kleine Formel wurde fundamental für die Kernphysik, vor allem für die Kernspaltung und die Kernfusion, ebenso wie die von Planck angegebene einfache Energieformel E = h f für die Strahlungsenergie. Darin sind f = Frequenz des Strahlers, h = Plancksches Wirkungs-Quantum. Der Vollständigkeit halber soll nun noch die Unschärferelation angegeben werden. Sie lautet p x > h/4Pi und sie besagt, dass man im atomaren Bereich den Impuls und den Ort eines Teilchens nicht zugleich präzise

angeben kann.

Die Dualitätsbeziehung von Broglie lautet: p = h/Lamda. P ist hier der Impuls, den ein Elementarteilchen hat, und Lamda die zugeordnete Wellenlänge des Elementarteilchens.

Hier muss noch der bedeutendste Mathematiker des 20.Jahrhunderts, David Hilbert genannt werden. Zusätzlich zu seinen fundamentalen mathematischen Forschungen hat er, praktisch im Nebenamt, die Allgemeine Relativitätstheorie und die Quantentheorie selbstständig hergeleitet und hat damit deren mathematisch-physikalische Richtigkeit ein weiteres Mal bewiesen. Seitdem ist die hitzige Debatte um diese beiden Fundamentaltheorien der Wissenschaft des 20. Jahrhundert im wesentlichen beendet. Damit hat David Hilbert der Naturwissenschaft des 20.Jahrhundert einen unschätzbaren Dienst erwiesen.

In der Atomphysik, deren Hauptgebiet seit dem 2. Weltkrieg die Elementarteilchenphysik ist,

gelang im Jahre 1964 dem amerikanischen Physiker Gellman die Schöpfung der Quark-Hypothese, also die Erkenntnis, dass die Protonen und die Neutronen im Atomkern jeweils aus der Kombination dreier „Quark-Teilchen“ bestehen. Darauf aufbauend konnten die Physiker in den 70er Jahren des 20.Jahrhunderts das für die Praxis der Physik sehr erfolgreiche „Standardmodell der Elementarteilchen-Physik“ erstellen.

Die heutige moderne Kosmologie ist eine Verbindung von Allgemeiner Relativitätstheorie und Quantentheorie. Mit der „Urknalltheorie“, welche 1948 durch die amerikanischen Physiker Gamow und Alpher geschaffen wurde, bekam die heutige Kosmologie einen Namen.

Die Hauptaussage dieser Urknalltheorie ist, dass unser Heimatkosmos vor etwa 14 Milliarden Jahren durch die Explosion von hochverdichteter und hochtemperierter Materie entstanden ist.

In dem der Explosion nachfolgenden Expansionsprozess, der heute noch andauert, bildeten sich aus den Ur-Elementarteilchen und der Ur-Strahlung in einer Reihe von Materialisations- und Zerstrahlungs-Prozessen die Elementarteilchen Quarks, Photonen, Neutrinos, Elektronen, Positronen und daraus die Protonen und Neutronen und daraus die ersten Atome, vor allem der Wasserstoff und danach auch Helium. Und es entstanden als Folge des Urknalls auch Raum und Zeit in unserem Heimatkosmos.

Aber die Vereinigung von Allgemeiner Relativitätstheorie und Quantentheorie ist bis heute noch nicht gelungen, und damit ist die Urknalltheorie, die moderne Kosmologie, welche uns abermals geistig zu völlig neuen Ufern führen wird, bei weitem noch nicht fertig. Die besten Physiker unserer Zeit, allen voran der geniale britische Physiker Stephen Hawking, ringen unter dem Einsatz aller ihrer geistigen und seelischen Kräfte um die mathematisch-physikali-

sche Formulierung der Urknalltheorie.

Die soeben genannten Wissenschaftler waren alle genial, sie waren/sind die „Erstklassigen“ unter den Geistesgrößen der Menschheit.

Aber es gab/gibt auch „zweitklassige“ wissenschaftliche Themen, welche für die Wissenschaften und dann für den Gesellschaftsprozess der Menschheit eine große Bedeutung erlangt haben. Hier will ich zwei Beispiele dafür anführen.

Der Berliner Elektrotechniker und Nachrichtentechniker Küpfmüller hat im Jahre 1937 die

„Systemtheorie der elektrischen Nachrichtentechnik“ geschöpft, welche dann aufgrund ihres

gedanklichen Ansatzes, das ist die „Black-Box-Methode“, über die Nachrichtentechnik hinaus

auch in vielen anderen Wissenschaften „für Furore“ gesorgt hat. Heute wird die Systemtheorie in der gesamten Elektronik, in der Physik, in der Biologie, in der Medizin, in der Hirnforschung, in der Ökonomie, in der Ökologie mit großem Erfolg verwendet.

Im Jahre 1944 hat der amerikanischen Mathematiker und Informationstheoretiker Shannon seine bahnbrechende Arbeit „the theorie of communication“ veröffentlicht und darin das Bit als das Elementarteilchen der Information erkannt. Diese fundamentale Erkenntnis erbrachte den rasanten Aufstieg der Elektronik, vor allem den Wechsel von der Analog- zur Digital-Elektronik und eröffnete zusammen mit der technischen Entwicklung von programmierbaren

Digital-Schaltkreisen den Weg zur rechnergestützten Signalverarbeitung, zu den modernen

rechnergesteuerten Großfabriken, zur rechnergesteuerten Messtechnik (bildgebende Verfahren in der Medizin) und zu rechnergestützten, die Welt umspannenden Nachrichten-

Übertragungssystemen, wie zum Beispiel das Internet und die weltweiten Satelliten-Nachrichten-Übertagungssysteme.

Heute, zum Beginn des 21. Jahrhunderts, schaut die wissenschaftliche Welt aber ganz gebannt

auf die Forschungsergebnisse, welche aus der Molekularbiologie und der Gentechnik kommen. Im Jahre 1953 gelang es den Forschern Watson und Crick, die geometrische Struktur der DNS, dem riesig großen Molekül, in welchem das Erbgut einer jeden Art spezifisch kodiert ist, zu entschlüsseln. Die DNS hat die Geometrie einer Wendeltreppe. Bis zum Jahre 2010 sind nun schon von vielen Arten die DNS-Sequenzen entschlüsselt worden, so auch die vom Menschen. Aber die funktionalen Verknüpfungen zwischen den einzelnen Gen-Abschnitten sind noch weitgehend unerforscht. Und auch die großen Fragen,wie zum Beispiel: Was ist Leben? Was ist Geist? Was ist Bewusstsein? harren noch ihrer wissenschaftlichen Beantwortung.

In der Menschheitsgeschichte gab es schon immer geistige Strömungen. Das waren zuerst die

Anbetung und Verehrung von mystischen Göttern, später entstanden die Religionen, von denen vor allem die monotheistischen Religionen des Christentums und des Islams eine sehr

große Verbreitung innerhalb der Menschheit fanden.

In der Neuzeit entstanden, von Europa ausgehend, eine Fülle von neuen Geistesströmungen, die von dem Drang getragen wurden, den kirchlichen Dogmatismus endlich zu überwinden, dem Geist die ihm zustehende Freiheit zu gewähren. Die wichtigsten Geistesströmungen der

Neuzeit sollen hier vorgestellt und kurz kommentiert werden:

  1. Etwa ab 1400 „durchzog“ Europa die Geistesströmung der Renaissance. Das war die Rückbesinnung auf das wissenschaftliche Geistesschaffen der alten Griechen.

  2. Im Jahre 1517 leitete der Mönch Martin Luther die Reformation der katholischen

Kirche ein. Es entstand die geistige Bewegung des Protestantismus, welche für die

Christen mehr Selbstbestimmung in ihrem Glauben erkämpfte.

  1. Die Aufklärung folgte der Reformation „auf dem Fuße“. Erstmalig in der Menschheits

Geschichte entwickelte sich eine Geistesströmung, welche die Würde, die individuelle

Selbstbestimmung und Freiheiten für alle Menschen forderte. Das war die Geistesströmung des Humanismus.

  1. Mit der Entwicklung der Naturwissenschaften, vor allem der Mathematik und der

Mechanik entstand die mechanistisch-deterministische Geistesströmung, die den Standpunkt vertrat, dass alles in der Welt wie eine Maschine verlaufe, dass alles in der

Natur und in der Gesellschaft nach mechanischen Gesetzen verlaufe. Diese Geistesströmung ist noch heute sehr präsent, denn überall suchen Wissenschaftler auch heute nach den „Mechanismen“ eines unbekannter Prozesse.

  1. Durch die Erkenntnis der Struktur unseres Sonnen-Planeten-Systems entwickelte sich

ein breites Interesse der Menschen am Kosmos, am Universum. Es entstand die kosmi

sche Geistesströmung innerhalb der Menschheit, die von da an andauernd innerhalb der Menschheit präsent ist. Sie wird auch immer breiter im Bewusstsein der Menschen

je mehr praktische Erfolge bei der Erschließung des Kosmos erzielt werden.

  1. Mit dem Aufkommen des Kapitalismus in Europa entstanden eine Reihe neuartiger

Geistesströmungen, wie die kapitalistische, die ökonomische, die liberale, die soziale,

die demokratische, kommunistische, die technische und die bürokratische Geistes-

strömungen innerhalb der die Industriegesellschafts-Epoche gestaltenden Länder.

Die Inhalte dieser Geistesströmungen sind allgemein gut bekannt, da wir, die Menschheit ja heute noch in der Industriegesellschafts-Epoche leben. Sie brauchen

daher nicht noch einmal detailliert erläutert werden.

  1. Die Industriegesellschafts-Epoche ist von einer hohen Dynamik aller in ihr ablaufen-

den Prozesse und von einer grenzenlosen Vielfalt an Strukturen und Dingen gekennzeichnet, und daher entwickelten sich „unter ihrer Haube“ auch Geistesströmungen, die über sie hinausweisen, also neuartig gegenüber den in Punkt 6 genannten Geistesströmungen sind. Das sind vor allem:

Die ökologische Geistesströmung, durch welche das wachsende Umweltbewusstsein

innerhalb der Menschheit repräsentiert wird, und durch welche auch die Forderung nach einem nachhaltigen Wirtschaften gestellt wird.

Die Systemtheoretische Geistesströmung ist durch die Schöpfung der Systemtheorie

nach dem 2.Weltkrieg entstanden. In der Wissenschaft und in der Wirtschaft werden seitdem zunehmend die Probleme durch Systeme modelliert und untersucht.

Mit dem Aufkommen der Personal-Computer, der Laptops und der Handy aller Art, und deren Vernetzung in Nachrichtenübertragungs-Systemen ist die Informations-Geistesströmung entstanden. Alle Menschen, vor allem aber die Jugend, werden immer interessierter an dem nunmehr grenzenlosen Informationsangebot.

Die psychologische Geistesströmung hat vor allem in den Sozialbereichen eine starke

Position erhalten, weil es dort am klarsten erkannt wurde, dass man auch das Wesen des Menschen erkennen muss, um in der Gesellschaft voran zu kommen.

  1. Schließlich existieren in weiten Teilen der Menschheit auch noch die aus der Vergangenheit überkommenen Geistesströmungen des Militarismus, des Monarchismus und sogar auch noch des Rassismus. In den weltweit existierenden gesellschafts-politischen und ökonomisch-sozialen Unrechtsgesellschaften halten sich diese Geisteshaltungen sehr zählebig, vor allem bei den herrschenden Schichten.

  2. Langsam, aber sicher, wird sich auch eine biologisch-genetische Geistesströmung

innerhalb der Menschheit entwickeln, und das in dem Maße, wie die Molekularbiolo-

gie und die Gentechnik die Menschheit mit spektakulären Ergebnissen überraschen werden.

Die Geistesströmungen sind Teil des Kulturprozesses der Menschheit, und sie sind in den unterschiedlichen Regionen der Welt und von Volk zu Volk unterschiedlich präsent. Da jeder Mensch in seinem Bewusstsein einen Teil der Weltkultur abbildet, kommt es dazu, dass praktisch in jedem Menschen mehrere Geistesströmungen zugleich präsent sind, dies je nach sozialer Herkunft, nach dem Bildungsstand und nach nationaler Herkunft. Das macht dann den geistigen Horizont eines Menschen aus.

So kann ich in mir vor allem die humanistische, die soziale, die ökologische, die wissenschaftliche und die technische Geistesströmung feststellen.

Im kommenden Kapitel will ich kurz das Profil von Wissenschaftlern skizzieren, also die Menschen beschreiben, die seit dem Beginn der Neuzeit unsere heutige Zivilisation geistig

geschöpft haben, und die auch die kommenden zivilisatorischen Epochen der Menschheit geistig schöpfen werden.

    1. Die Fähigkeiten und die Persönlichkeitsmerkmale der Wissenschaftler, der

Geistesarbeiter

Die Wissenschaftler erforschen bisher Unbekanntes mit dem Ziel, dass ihre Erkenntnisse für das zivilisatorische Weiterschreiten der Menschheit nutzbar gemacht werden können.

Um in ihrer Arbeit Erfolg zu haben, benötigen sie eine Reihe von Fähigkeiten und Persönlich-

keitsmerkmalen,die hier kurz dargestellt werden sollen. Um das gut herauszuarbeiten habe ich bei den folgenden Ausführungen hauptsächlich die Physiker vor dem geistigen Auge.

(Die Profile der Wissenschaftler unterscheiden sich von Berufsgruppe zu Berufsgruppe)

  1. Diese Wissenschaftler verfügen über einen enormen Scharfsinn. Daher entgeht ihnen bei der Beobachtung von Prozessen, Strukturen und Erscheinungen in unserer Welt und beim Nachdenken darüber fast nichts.

  2. Sie haben eine sehr hohe Abstraktionsfähigkeit in sich, das heißt, sie können schwierige Sachverhalte aus den Bereichen Natur und Gesellschaft sehr gut in abstrakte Theorien fassen, und zwar sowohl in qualitativer als auch in quantitativer (mathematischer) Form.

  3. Sie besitzen besondere kombinatorische Fähigkeiten, das heißt, sie sind in der Lage,

eine Menge höchst abstrakter Sachverhalte logisch miteinander zu kombinieren und so neue Erkenntnisse zu gewinnen.

  1. Sie verfügen über eine sehr große geistige Kapazität, mit der sie zugleich Tausende

Fakten und Sachverhalte im Gehirn aktualisieren können, also vor dem geistigen Auge

haben, um damit arbeiten zu können.

  1. Sie verfügen über ein außerordentliches Konzentrationsvermögen, welches ihnen

ermöglicht, täglich viele Stunden über höchst komplizierte Probleme ohne größere

Ermüdungserscheinungen nachzudenken, b.z.w. in wissenschaftlichen Gremien

schöpferisch zu diskutieren.

  1. Sie haben eine grenzenlose Phantasie in sich, die es ihnen erlaubt, in den Hintergrund

der Welt vorzudringen und von dort neuartige Erkenntnisse in den Vordergrund der

Welt zu bringen. Ihre grenzenlose Phantasie beflügelt sie auch zu Synthesen ganz

neuartiger Gedankengebäude/Theorien, um ihre gewonnenen Erkenntnisse geistig

abzustützen. Mithilfe ihrer Phantasie bereichern und erweitern sie andauernd das

Gebäude der Wissenschaften.

  1. Sie haben den Willen zu großen geistigen Anstrengungen in sich. Sie sind die

tüchtigsten Geistesarbeiter der Menschheit.

  1. Sie haben den Mut zum unkonventionellen freien Denken. Auch in der Wissenschaft

gilt: „Wenn man sich profiliert, werden Freund und Feind munter“. Max Planck sagte

dazu: „Die Wahrheit setzt sich niemals sofort durch, aber ihre Feinde sterben mit der Zeit aus“. Also, die Schöpfer neuer Erkenntnisse müssen diese noch zusätzlich kämpferisch behaupten. Wissenschaftler sind auch immer konservativ, aber sie wissen, dass gerade in den Wissenschaften Tradition und Fortschritt eine komplemen-

täre Einheit sind.

  1. Die schöpferischen Wissenschaftler haben eine „göttliche Neugier“ in sich, (A.Einstein) die sie dazu treibt, das Unbekannte zu erforschen.

  2. Sie haben eine optimistische und humanistische Einstellung zu den Menschen, zum Leben und zur Welt in sich, und sie gehen mit Kritik an ihrer Arbeit konstruktiv um.

  3. Sie sind sich dessen bewusst, dass sie Schöpfer der künftigen Menschheitszivilisation

sind, und sie sind mehr und mehr auch bereit, die gesellschaftliche Verantwortung für

die Ergebnisse ihrer Forschung zu übernehmen. Zumeist haben sie auch ein ausgeprägtes soziales Gewissen.

  1. Sie sind nicht nur an ihrem Fachgebiet, sondern auch an allen anderen Feldern des

Lebens interessiert. Sie nehmen von dort viele Anregungen auf, sie kommunizieren

also auch mit Fachleuten aus anderen Wissenschaftsbereichen. Sie sind auch den

Künsten positiv zugewandt, und zwar passiv als auch aktiv. So waren zum Beispiel

die Physiker Planck, Einstein, Born und Heisenberg sehr gut Klavierspieler oder

Geiger.

  1. Wissenschaftler sind auch sehr kommunikativ, dass heißt, mit großem Engagement

popularisieren sie ihre Erkenntnisse in Fachzeitschriften, Büchern, in Lehrtätigkeiten

und in öffentlichen Vorträgen. Im 20.Jahrhundert sind sie meisten Wissenschaftler

aus den „Elfenbeintürmen“ der Wissenschaften herausgetreten. Vielfach übernehmen

Wissenschaftler heutzutage auch gesellschaftliche Ämter.

  1. Aufgrund der in den Punkten 1 bis 13 genannten Fähigkeiten und ihrer Lebenserfah-

rungen als Forscher liefern die Wissenschaftler aus den exakten Disziplinen vielfach

auch sehr interessante Beiträge zu anderen Feldern des Lebens wie Philosophie,

Geschichte, Politik, Kultur, zur Ethik, zum Wesen des Menschen.

In den Punkten 1 bis 14 habe ich den idealen Wissenschaftler etwas skizziert, aber in der Realität ist jeder schöpferische Wissenschaftler von allen anderen verschieden. Jeder geht eben in etwas anderer Art an die wissenschaftliche Arbeit heran. Im folgenden will ich noch zwei Haupttypen von Wissenschaftlern vorstellen, die beim Aufbau des Gedankengebäudes der Wissenschaften einander gut ergänzen. Das ist zum einen der schöpferische Kombinierer

und zum anderen der sammelnde Klassifizierer. An der Front der Wissenschaften stehen sie zum einen dem schon vorhandenen Wissenschaftskörper und zum anderen den grenzenlos vielen noch zu erforschenden Gebieten gegenüber. Sie stehen also Herkules-Problemen gegenüber. Beide Wissenschaftler-Typen gehen mit dieser Herausforderung aber ganz verschieden um

Der schöpferische Kombinierer folgt fast nur seiner wissenschaftlichen Intuition. Im Vertrauen auf seine Schöpferkraft greift er nur auf recht wenig von dem schon vorhandenen Wissen zurück. Er denkt und schreibt sich seine eigenen Erkenntnisse weitgehend unabhängig von den anderen Wissenschaftlern seines Fachgebietes zusammen. Bei Bedarf entwickelt er eigene, neue Wissenschaftszweige, bringt sie in den Wissenschaftskörper ein und überrascht damit seine Fachkollegen. Er ist der Star unter den Wissenschaftler, der eigentliche Schöpfer des Neuen.

Aber auch diesen Hochbefähigten fällt das alles nicht in den Schoß. Auch sie müssen sich

ihre ganz neuartigen Erkenntnisse unter Einsatz aller ihrer geistigen, seelischen und auch physischen Kräfte erarbeiten. So war beispielsweise A.Einstein nach einem 10-jährigen Ringen um die Erstellung seiner Allgemeinen Relativitätstheorie, im Jahre 1915, geistig, seelisch und auch physisch vollkommen erschöpft, und er musste eine mehrmonatige Pause vom wissenschaftlichen Arbeiten einlegen.

Ein so schöpferischer Wissenschaftler muss vor allem auch das lebensfördernde Syndrom in sich haben, der auch Irrtümer und Rückschläge in seiner wissenschaftlichen Arbeit und in deren Anerkennung in der Fachwelt überstehen kann.

Der andere Wissenschaftler-Typ, der sammelnde Klassifizierer, ist ebenfalls den Wissenschaften vollkommen ergeben, aber sein Wirken in der Wissenschaft hat doch mehr kontemplativen (beschaulichen) Charakter. Diese Wissenschaftler sind nicht die genialen Schöpfertypen, aber mit einer großen geistigen Leistungsfähigkeit und mit einem ehrgeizigen

Leistungswillen in sich qualifizieren sie sich ständig mit dem Ziel, möglichst viel vom Welt-

Wissen „in ihren Besitz“ zu bekommen. Sie systematisieren das vorhandene Wissen, bringen es so geordnet in den Wissenschaftskörper ein, und bei diesem Klassifizieren entdecken sie auch bisher noch nicht beschriebene Querverbindungen in und zwischen den Sachverhalten. Damit komplettieren sie das Gedankengebäude der Wissenschaften. Diese Wissenschaften sind zumeist Professoren im Beamtenstatus an den Universitäten und „halten“ es dort zumeist sehr lange aus. Sie halten mit Engagement die großen Vorlesungen und sie schreiben die Hochschullehrbücher und viele Fachbücher. Die Gefahr für diese Wissenschaftler liegt darin,

dass sie sich überfordern bei dem ehrgeizigen Versuch, immer mehr von dem so grenzenlosen

Wissen in „ihren Besitz“ zu bekommen. Sie sind also grenzenlos gierig nach Wissen, weil sie davon getrieben sind, auch vorn an der Front der Wissenschaften irgendwie „mit dabei zu sein“. Viele dieser Wissenschaftler ereilt dann eines Tages der „burn-out“ Effekt oder gar ein

Herzinfarkt von dem sie sich nie wieder richtig erholen. Gelingt es ihnen, aber ihre individuellen Grenzen zu erkennen, also in ihrer wissenschaftlichen Arbeit „Maß zu halten“,

dann sind die klassifizierenden Wissenschaftler die ideale Ergänzung zu den kombinierenden

Wissenschaftlern. Die Klassifizierer werden also bei der weiteren Ausgestaltung des Gedankengebäudes der Wissenschaften unbedingt gebraucht.

Im folgenden Kapitel, dem letzten dieser Arbeit, will ich etwas über das allgemeine geistige Vermögen der Masse der Menschen ausführen, und dann die Forderung zur geistigen Verbesserung der Menschen erheben.

    1. Die geistige Aufbesserung der Menschen ist notwendig zur Bewältigung der kommenden zivilisatorischen Herausforderungen an die Menschheit.

Im vorigen Kapitel wurde festgestellt, dass es bisher nur ganz wenige hochbegabte Menschen waren und sind, die geistig in der Lage waren und sind, die Grundlagen unserer Hochzivilisation zu schöpfen.

(Zu den wenigen schöpferischen Wissenschaftlern kommen auch die wenigen hochbefähigten Ingenieure und Techniker, die mit ihren ingeniösen Fähigkeiten und ihrer Tatkraft das von den Wissenschaftlern Geschaffene begreifen und dann in ingenieurs-schöpferischen Aktivitäten daraus „etwas Praktisches“ machen, die also mit großer Tatkraft die Technologien, die Produkte und die technischen Infrastrukturen in unserer Industriegesellschaft erstellen)

Aber die Masse der Menschen ist wissenschaftlich nicht befähigt. Sie kann den Maßstäben, welche die Hochbegabten und die Hochleistungsfähigen setzen, in keiner Weise genügen. Sie müssen daher die von den wenigen Hochbegabten geschöpfte Hochzivilisation der Menschheit einfach akzeptieren und sich darin irgendwie einrichten.

Die Masse der Menschen sind wissenschaftliche Analphabeten. Diese Tatsache hat den weltberühmten Gelehrten A.Einstein zu der Aussage veranlasst:

„Die Macht der Dummen ist unerbittlich und für alle Zeiten gesichert“.

Und einige Zeit vor dieser Aussage hatte die Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach

erkannt: „Der Klügere gibt nach, diese traurige Wahrheit stellt sicher, dass die Macht der

Dummen (und der Skrupellosen) für alle Zeiten ungebrochen und erhalten bleibt“.

Die Herrscher in allen Unrechtssystemen haben bis zum Beginn des 20 Jahrhunderts der

Masse der Menschen ganz gezielt eine gediegene Bildung verwehrt. So konnten sie im Verein mit den Konfessionsführern die ungebildeten Menschen rechtgut manipulieren und beherrschen.

Erst nach dem zweiten Weltkrieg, als sich die sozialistische Welt und die kapitalistische

Welt in einem zivilisatorischen Wettbewerb befanden, bekamen auch die einfachen

Menschen in diesen Ländern die Chance auf eine höhere und gediegene Ausbildung. Und

hier konnte es nun exakt erkannt werden, dass es tatsächlich nur wenige wissenschaftlich hochbegabte Menschen gibt. Bildung allein reicht zur Schöpfung ganz neuartiger zivilisatorischer Potentiale nicht aus.

Angesichts der großen geistigen Herausforderungen, welche auf die Menschheit in der

Biologisch-Genetischen, in der Geologischen und in den Kosmischen Kulturepochen

zukommen, halte ich die an den Hochbegabten gemessene geringe geistige Befähigung der Masse der Menschen für ein großes gesellschaftliches Problem, für ein historisches Defizit innerhalb der Menschheit, welches in der näheren historischen Zukunft der Menschheit unbedingt ausgeräumt werden muss. Eine Menschheit, in der die überaus große Mehrheit der Menschen weder die Bildung noch die geistige Begabung besitzt, die wissenschaftliche Welterkenntnis geistig zu erfassen und daher nur ein ganz unterqualifiziertes Weltverständnis hat, eine solche Menschheit ist dann ganz schnell auf solche „geistigen Pfade“ wie Astrologie, Esoterik, irrationale Gottgläubigkeit, Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit, Militarismus, Rassismus „überführbar“, mit schrecklichen Folgen, wie es die Menschheitsgeschichte zeigt.

Hier darf es aber nicht aus den Augen verloren werden, dass der Mensch „in der Masse“

ein irrationales Wesen ist, so wie ich es im Kapitel 3.4.7 mithilfe der psychologischen

Ungleichung ausgedrückt habe. Diese Tatsache kollidiert vordergründig mit der Forderung nach einer höheren geistigen Befähigung der Menschen. Dieser Tatsache ist aber entgegenzuhalten, dass das Rationale und das Irrationale im Menschen eine komplementäre Einheit bilden, die es zu erhalten gilt. Aber die Proportionen zwischen beiden Anteilen im geistig-seelischen Wesen des Menschen wird man bei der Zukunfts-

Gestaltung der Menschheitszivilisation verändern müssen. Es geht also um die ganzheitliche Aufbesserung des Menschen, also um die Aufbesserung seiner rationalen geistigen Fähigkeiten und um die Aufbesserung seiner irrationalen, emotionalen Fähigkeiten.

Es sollten sich also schon in der näheren historischen Zukunft Menschen entwickeln, welche die mathematischen Begabungen in sich haben, wie es bei Euler, Gauß, Hilbert der Fall war, sie sollten naturwissenschaftliche Begabungen in sich haben, wie sie die Physiker Einstein, Heisenberg, Hawking besaßen/besitzen, sie sollten die Ingenieursfähigkeiten besitzen, wie sie Siemens, Daimler und Bosch besaßen, sie sollten die musikalischen Begabungen besitzen wie sie Bach, Beethoven und Mozart in sich hatten, sie sollten die literarischen Fähigkeiten haben, wie sie Shakespeare, Lessing, Goethe und Schiller hatten, sie sollten die malerischen Fähigkeiten besitzen, so wie sie Tizian, Michelangelo und Dürer besaßen, sie sollten das ethisch-moralische Format haben, wie es A. Schweitzer und M.Gandhi hatten.

Alle Menschen ganzheitlich hochbegabt – eine phantastische Zukunftsvision für die Menschheit, ein phantastisches Ziel für die zukünftige Menschheit!

Die hier beschriebenen Fähigkeiten des aufgebesserten Menschen scheinen geradezu utopisch, aber die Potentiale der Molekularbiologie und Gentechnik, welche schon jetzt mit Hochdruck geschöpft werden, haben es in sich, die Menschen auf dieses Niveau zu heben. Die Speerspitze der molekularbiologisch-gentechnischen Forschung ist die Hirn-

Forschung, und deren Ergebnisse werden bis etwa zum Jahre 2200 die notwendigen Erkenntnisse liefern, um den Menschen, sowie oben beschrieben, zu verbessern. Wenn das möglich ist, dann wird die Menschheit zur Tat schreiten. Sie wird diese neuen Möglichkeiten ganz begierig aufnehmen, ganz ähnlich, wie sie die Erfolge der Medizin in den letzten einhundert Jahren ganz begierig aufgenommen hat. Hier seien nur die Organtransplantationen von Herz, Niere und Leber zu nennen und der Einsatz von Herzschrittmachern. In der baldigen Zukunft wird es Biochips geben, welche solche Hirnerkrankungen wie Epilepsie, Demenz, Multiple Sklerose erfolgreich heilen werden und ebenso die Querschnittslähmungen. Nach diesen Ergebnissen der Hirnforschung sehnen sich die Menschen heute sehr. Und die nachfolgenden Schritte werden dann die geistige und seelische Aufbesserung der Menschen sein. Auch von diesen Möglichkeiten werden dann die Menschen begierig Gebrauch machen, denn sie werten das Leben der Menschen erheblich auf.

Ich gehe jetzt davon aus, dass es der Menschheit beim Wechsel von der Industriegesellschafts-Epoche in die Biologisch-Genetische Epoche gelungen ist, die gesellschafts-politischen und ökonomisch-sozialen Unrechtsstrukturen aus dem Menschheitsprozess zu eliminieren.

Dann wird es möglich sein, alle Menschen geistig, seelisch und ethisch-moralisch so aufzubessern, dass eine hochbefähigte Menschheit entsteht. Dann sind alle Menschen auf „Augenhöhe“ miteinander, und die Menschheit kann dann bisher ungeahnte schöpferische Kräfte freisetzen.

Jeder Mensch hat dann soviel Geist in sich, dass er das von den aktiven Wissenschaftlern Erdachte sich sofort selbstständig geistig zu eigen machen kann, und bei starkem Interesse an irgendwelchen wissenschaftlichen Problemen kann er in die Forschung problemlos „einsteigen“, haupt- oder nebenamtlich.

Im Laufe ihres in der entfalteten Biologisch-Genetischen Epoche dann wesentlich verlängerten Lebens bei voller Gesundheit werden diese Menschen dann in vielen Feldern des Lebens aktiv sein und schöpferische Beiträge liefern. Damit entsteht eine viel höhere gesellschaftliche und mitmenschliche Kultur, einfach deshalb, weil die hochbegabten und hochgebildeten Menschen sich dann einander viel besser verstehen werden. Erst in diesem Zustand kann innerhalb der Menschengesellschaft eine auf breiter Basis stehende, stabile Demokratie entstehen und erst dann wird sich das in der ganzen Menschheitsgeschichte so spannungsgeladene Verhältnis zwischen Geist und Macht auflösen.

Die Rate der schöpferischen Menschen wird dann um ein Vielfaches höher sein, als es heute der Fall ist. Die Wissenschaften werden zu einem Allgemeingut in der Gesellschaft.

Die Menschen werden ihrer wissenschaftlichen und kulturellen Schöpferkraft vertrauen, und sie sind daher zukunftsoptimistisch. Die Menschen gehen dann kulturvoll, kooperativ und solidarisch miteinander um. Probleme werden im Konsens gelöst. Nur eine so aufgebesserte Menschheit wird die zivilisatorischen Herausforderungen, welche die kommenden Kulturepochen an die Menschheit stellen werden, konstruktiv bewältigen.

Wenn es der Menschheit gelingt, schon in der Biologisch-Genetischen Epoche diesen Gesellschaftszustand zu erreichen, dann hat sie die Barbarei innerhalb des Menschheitsprozesses überwunden. Und wenn die Menschen in dieser neuen zivilisatorischen Epoche in historischen Studien sich über unsere jetzt noch ablaufende Industriegesellschafts-Epoche informieren, dann werden sie über die gesellschafts-politischen, ökonomisch-sozialen, geistigen, ethisch-moralioschen, psychologischen juristischen und kulturellen Prozesse und Zustände zum Beginn des 21.Jahrhunderts nur die Köpfe schütteln. Sie werden froh sein, nicht in dieser „archaisch-barbarischen“ Zeit gelebt zu haben.

Beim längeren Nachdenken über den Gang der Menschheitszivilisation konnte ich erkennen, dass die Menschheit erst in der Biologisch-Genetischen Kulturepoche real alle notwendigen zivilisatorischen Potentiale in die Hände bekommt, die es ihr ermöglichen, die Welt in ihrer Natur und den Menschen in seinem nun aufgebesserten Wesen so tiefgründig zu verstehen, dass sie in dieser Natur auch als Gestalter wirken kann, ohne dabei globale ökologische Katastrophen anzurichten, und dass sie erstmalig in der Lage ist, eine stabile humanistische Menschengesellschaft zu errichten, die auch bei historischem Weiterschreiten der Menschheit nicht abstürzt, sondern stabil und humanistisch bleibt.

Nachwort

Das ganz Neuartige dieser Arbeit ist, dass erstmalig ein Weltbild und eine Gesellschaftstheorie entwickelt wird, welche von den materiellen Basis-Potentialen der Menschheitszivilisation und von der Einbettung der Menschheit in die irdische und kosmische Natur her aufgebaut wird. Von dort her werden die Anforderungen an den gesellschaftlichen Überbau entwickelt.

In der bisherigen zivilisierten Menschheitsgeschichte haben die großen Denker, die sich mit dem Menschheitsprozess befassten, immer vom Überbau her gedacht. Hier seien solche Denker wie Platon, Sokrates, Thomas von Aquino, Thomas Morus, Immanuel Kant, Karl Marx, Sigmund Freud und Karl Raimund Popper genannt. Sie konnten auch gar nicht anders, (bis auf K. R Popper, der bis 1992 lebte) da zu ihrer Lebenszeit im Vergleich zu heute nur recht wenige zivilisatorische Potentiale existierten.

Heute ist die Situation eine ganz andere, denn die in hohem Tempo im 20.Jahrhundert geschöpften zivilisatorischen Potentiale in den Wissenschaften und die Schöpfung unserer technischen Zivilisation erzwingen es geradezu, dass primär von den materiellen Potentialen her über den Menschheitsprozess nachgedacht werden muss. Das wird noch dadurch untermauert, dass die Menschheit auf ihrem zivilisatorischen Weg zeitlich zuerst

die neuen materiellen Potentiale schöpft, und sie erst dann, wenn die Menge der neuartigen materiellen Potentiale ausreichend groß ist, über die Errichtung eines der neuen Zivilisation entsprechenden gesellschaftlichen Überbaus qualifiziert nachdenken kann.

Meine Erkenntnis dazu ist die, dass die Menschheit in Zukunft bei der Vorbereitung neuer Kulturpochen wesentlich aktiver werden muss, dass sich also frühzeitig die Gesellschaftswissenschaftler, das sind die Philosophen, die Historiker, die Kulturwissenschaftler, die Juristen, die modernen Theologen mit den Naturwissenschaftlern, das sind die Mathematiker, die Physiker, die Kosmologen, die Chemiker, die Biologen, die Mediziner, die Geowissenschaftler, die Ökologen, mit den Ingenieuren, den Informatikern, den Ökonomen und den Psychologen zusammensetzen sollten, um so den Wechsel von einer alten Kulturepoche zu einer neuen Kulturepoche gut vorzubereiten. Auf dieser Basis werden dann gute Gesellschaftstheorien entstehen, welche „festen Boden unter den Füßen“ haben.

Das Ziel dabei ist es, den Regelkreis zwischen Basis und Überbau in den neuen Kulturepochen möglichst schnell und erfolgreich zum Funktionieren zu bringen.

Es sollte dazu, von der UNO initiiert, eine solche, ständig tagende, interdisziplinäre Konferenz geben, an der Experten aus allen Nationen teilnehmen.

Diese Forderung wird noch dadurch untermauert, da die Menschheit auf ihrem zivilisatorischen Weg immer mehr und immer bedeutendere zivilisatorische Potentiale in ihre Hände bekommt, mit denen dann sinnvoll und erfolgreich umgegangen werden muss. Das heißt, die Menschheit muss einen immer komplexeren „Zivilisationskörper“ richtig gebrauchen und auch beherrschen lernen.

Der aufmerksame Leser wird es schon erkannt haben, dass das „Feld“, in welchem die Menschheit in der Zukunft agieren wird, recht kompliziert und auch immer problematisch sein wird. Ich will die wichtigsten Komponenten dieses „Feldes“ hier noch einmal zusammenfassen:

  1. Unser Mutterplanet Erde hat eine chaotische Natur, der wir uns stellen müssen.

  2. Das rastlose Schöpfen neuer zivilisatorische Potentiale und der Umgang damit, das ist das Schicksal der Menschheit.

  3. Der Weg der Menschheit in die Zukunft ist immer der Weg ins Unbekannte.

  4. In den kommenden Kulturepochen haben die dort auf die Menschheit zukommenden zivilisatorischen Herausforderungen immer existenziellen Charakter. Das heißt, sie müssen erfolgreich gemeistert werden.

  5. In der Zukunft der Menschheit werden sich die „höherwertigen“ zivilisatorischen Aufgaben, so zum Beispiel die Existenzsicherung der Menschheit gegenüber der Naturdynamik unseres Planeten Erde, immer mehr in den Vordergrund der Menschheitsaktivitäten schieben und dabei zunehmende materielle Aufwendungen

erforderlich machen.

6. Die Menschheit der Zukunft muss zeitlich sehr weitgefasste Horizonte haben, sie

muss friedlich und sozial gerecht sein, und sie muss einen einheitlichen Willen zur

Bewältigung der kommenden zivilisatorischen Herausforderungen haben.

7. Mit jeder neuen zivilisatorischen Epoche wird sich der Mensch morphologisch,

physiologisch, geistig, psychologisch, ethisch-moralisch und kulturell sehr verändern

müssen, um die entsprechenden zivilisatorischen Herausforderungen zu bewältigen.

Ebenso wird sich die Menschheit von Kulturepoche zu Kulturepoche gesellschafts-

politisch, ökonomisch-sozial, ethisch-moralisch und kulturell vollkommen verändern.

  1. Die Schöpferkraft der Menschheit ist schon heute gewaltig, aber mit der ständigen

Aufbesserung des Menschen mithilfe der Potentiale der Gentechnik wird sich deren

Schöpferkraft um ein Vielfaches erhöhen. Darauf vertrauend kann die Menschheit

optimistisch in ihre historische Zukunft hineingehen und sich selbstbewusst dem

„Abenteuer“ ihres Daseins als eine hochzivilisierte Population in der Welt stellen.

An dieser Stelle möchte ich meinem Bruder Dr. jur. Frank Heimberger danken, mit dem

ich nunmehr in einer über zwanzigjährigen Diskussion zu allgemeinen Fragen des Menschheitsprozesses stehe, der mich sehr einfühlsam in das mir zuvor recht unbekannte Gebiet der Psychologie eingeführt hat, und mich ständig mit wichtiger Literatur zur

Psychologie versorgt hat.

Rolf Heimberger, Berlin im Jahre 2012.

ANHÄNGE:

Mit vier Anhängen will ich die Ausführungen in dieser Arbeit noch etwas anreichern.

Anhang 1: Hauptsätze zur Menschheitszivilisation

Der Aufbau von Hochzivilisationen und das Ringen um deren Erhaltung ,das ist das

Schicksal der Menschheit.

Die Kulturentwicklung ist der Lebenskampf der Menschenart.(S. Freud)

Menschheits-Zivilisation bedeutet ständige Schöpfung neuer zivilisatorischer Potentiale

durch Synthesen.

Wenn die Menschheit als bewusste hochzivilisierte Population in dieser kosmischen,

chemisch-physikalischen Welt längerfristig als solche existieren will, dann muss sie diese

Welt sich geistig und praktisch erschließen. Nur so kann sie die ihr möglichen Handlungs-

Spielräume erkennen und nutzen.

Die Menschheit muss ihr Schöpfertum leben dürfen. Andernfalls degeneriert sie und wird

destruktiv.

Auf ihrem Lebensweg durchschreitet die Menschheit eine Folge ganz unterschiedlicher

Kulturepochen, deren Anzahl nicht vorhersagbar ist.

Die Menschheit muss ihren „Zivilisations-Pfad“ selber erkunden. Er ist ihr von niemanden

gewiesen. Die Menschheit geht immer in eine ungewisse Zukunft.

Mit jeder neuen Kulturepoche bekommt die Menschheit insgesamt immer mehr zivilisatori-sche Potentiale in ihre Hände, und diese werden von Kulturepoche zu Kulturepoche immer bedeutender, immer umfassender.

Dadurch wird das Leben in allen kommenden Kulturepochen der Menschheits-Zivilisation

immer komplexer.

Um dieses immer komplexer werdende Leben zu bewältigen, müssen die Menschen sich

mithilfe der Potentiale der MB/GT physiologisch, geistig und psychologisch aufbessern.

Bei der Schöpfung ihrer Hochzivilisationen geht die Menschheit über das von der Natur

Gegebene hinaus, sie transzendiert die Natur.(Bsp.: Strukturen der Industrie-Gesellschaft)

In der Zukunft der Menschheit werden sich die höherwertigen Aufgaben im Menschheits-Prozess immer mehr in den Vordergrund schieben.(essen, kleiden, wohnen müssen gut ab-

gesichert sein)

Die Basen der neuen Kulturepochen gehen den dazu angepassten staatlichen Überbauten

zeitlich immer voran. In Zukunft kommt es darauf an, dass in jeder neuen Kulturepoche

der Regelkreis zwischen Basis und Überbau recht schnell zum Funktionieren gebracht wird, um chaotischen Zuständen im Menschheits-Prozeß vorzubeugen.

Beim Übergang der Menschheit von der Industrie-Gesellschafts-Epoche in die Biologisch-

Genetische Epoche hat die Menschheit erstmals in ihrer Geschichte auf allen Feldern des Lebens ausreichend Wissen und praktische Erfahrungen, um sich auf eine auf sie real zukom-

mende neue zivilisatorische Epoche sachlich einigermaßen richtig und mental optimistisch

vorzubereiten. Das ist die Verantwortung der in dieser Übergangszeit lebenden Generationen

gegenüber den kommenden Menschen-Generationen. Das ist also unsere Verantwortung, die wir ab heute wahrnehmen müssen,

Im Prozess der Entfaltung einer neuen zivilisatorischen Epoche wandelt sich die Menschheit

physisch, geistig, ethisch-moralisch und psychologisch. Die Menschheit ist die Schöpferin

ihrer selbst.

Die Heterogenität der Menschheit war in ihrer bisherigen Geschichte stets eine Quelle ihres Schöpfertums, aber zugleich stets auch eine Quelle schlimmster Konflikte zwischen den

Völkern, den Ideologien und auch den Konfessionen. Das Letzte muss beendet werden, um

der Existenz der Menschheit willen.

Mit der Entwicklung der Kernwaffen im Rahmen der Industrie-Gesellschafts-Epoche bekam die Menschheit erstmals in ihrer „zivilisierten“ Geschichte Potentiale in ihre Hände, deren

Anwendung ihre Existenz bedroht. Der Missbrauch der in den kommenden Kulturepochen

geschöpften Potentiale wird die Existenz der Menschheit noch viel direkter bedrohen.

Die Menschheit muss sich von nun an, für jede neue Kulturepoche spezifiziert, neue ethisch-

moralisch Wertesysteme geben, in welchen die Wissenschaften mit dem Humanismus so eng

verbunden ist, dass der Missbrauch alle existierenden zivilisatorischen Potentiale unmöglich

wird.

Die Industrie-Gesellschafts-Epoche ist der Menschheit gesellschafts-politisch,ökonomisch-sozial,ethisch-moralisch,psychologisch und auch geistig gründlich misslungen.

(Nur im Bereich der Natur- und der technischen Wissenschaften hat die Menschheit in dieser

Epoche zuvor nicht erahnte Fortschritte gemacht)

Die Menschheit muss daraus die Lehren ziehen, sie muss sich ihrer bisherigen so schmach-

vollen und gewalttätigen Geschichte in glasklarer Form stellen. Nur so gewinnt sie die not-

wendigen gesellschafts-politischen, ökonomisch-sozialem und ethisch-moralischen Erkenntnisse und die notwendigen Kriterien für eine humanistische Gestaltung ihrer Zukunft.

Wenn die Menschheit von heute an nicht wahrhaftig über ihre Zukunft nachdenkt, dann wird sie keine Zukunft haben.

Die Menschheit braucht immer Zukunfts-Visionen. Nur damit ausgerüstet findet sie die Wege

in die neuen Kulturepochen, und sie erhöht damit die Wahrscheinlichkeit, dass ihr diese dann besser gelingen, als es in den vergangenen Kulturepochen und der gegenwärtigen der Fall war/ist.

Anhang 2: Medizinische Ethik im 21.Jahrhundert

Ich gebe hier Aussagen aus einem in der Monatszeitschrift der Humboldt-Universität Berlin vom Juni 2002 veröffentlichten Artikel wieder, die auch so zukunftsorientiert sind, wie ich es in dieser Arbeit mit der Darstellung der „heraufziehenden“ Biologisch-Genetischen Kultur-

epoche beschrieben habe:

Wann endlich werden die Menschen ohne Defekte geboren, wann werden sie nie mehr krank?

Kommt das synthetische Gen? Welche Würde besäße ein „Designer Hirn“ ?

Was alles ist wissenschaftlich-medizinisch machbar, wer legt die Grenzen fest ?

Das 3. Kühlungsborner Symposium zum Anfang des Monats Mai 2002 thematisierte

„Exogene Einflussnahme auf werdendes menschliches Leben“ – auf die pränatale wie lebens-

lange Entwicklung des Menschen. Namhafte deutsche und schweizerischen Experten tauschten ihre Sichtweisen auf solche gravierenden Konflikte wie die zwischen Anthroptech-

nik, Ökonomisierung und Menschenwürde infolge der rasanten Entwicklung von Medizin,

Biotechnologie, Molekularbiologie und Gentechnik aus.

Individuelle Befürchtungen und öffentliche Einsprüche gegen das Ändern humaner Werte verlangen neue ethisch-moralisch tragfähige Balancen zwischen Fortschritt und Bewahrung. Gerade im Konflikt hat die Ethik Orientierung zu geben.

Der Mensch wird neu konzipiert !

Seitdem sein genetischer Code buchstabiert wurde, wächst die Euphorie, uns mängelbehaftete

Wesen vervollkommnen zu können:

Vom natürlichen oder technisierten Zeugungsakt an ein Leben lang perfekt funktionierend und so langsam alternd, dass wir schließlich unsere Beseitigung selbst bestimmen können.

Ökonomische Dimensionen medizinischer Behandlungen sprengen dann alle Grenzen.

Westlichen Luxuswünschen an „Life-Style-Medizin“ stehen massenhaft existenzielle Gesund-

heitsprobleme besonders in der „Dritten Welt“ gegenüber. Dabei sind erst von den wenigsten Krankheiten die Ursachen bekannt. Es kommt also darauf an, zu forschen und nochmals zu forschen, konzentriert auf aktuelle Notwendigkeiten, auf dringenden Nachholebedarf, aber durchaus auch berechtigt auf Aufgaben, die heute noch „Science-Fiction“ sind

Der von dem Berliner Endokrinologen G.Dörner bewiesene direkte Zusammenhang zwischen umweltabhängiger frühkindlicher Differenzierung von Stammzellen in spezifische Zellen des Nerven-, Hormon- und Immun-System mit der folgenden lebenslangen Individualentwicklung kann zu einer höchst ethischen Problematik werden:

Diese Entwicklung hat für Milliarden von armen Menschen weltweit eine weit größere Bedeutung hinsichtlich Gesundheit, Sexualverhalten, Sozialverhalten, Lernfähigkeit und Lebenserwartung als die Gewinnung und Manipulation Stammzellen zwecks Implantation

in defekte Organe.

Auch die „Pisa-Studie“ belegt, dass negative Umweltfaktoren in früher Kindheit mentale Kapazitäten ontogenetisch signifikant verringern können.

Hierzu will ich bemerken, dass der Autor dieses Artikels nur einige Aussagen zu dem Bereich

der Humanmedizin gemacht hat, die aber sehr gewichtig für unser kommendes Leben als

eine zivilisierte Population sind. Aber die Biologisch-Genetische Epoche umfasst die Erschließung und Wandlung der gesamten Biosphäre unseres Planeten Erde durch die schöpferische Menschheit. Diese Gesamtaufgabe ist also von viel größerem Umfang als der medizinische Bereich innerhalb der Biologisch Genetischen Epoche

Anhang 3: Das freie Denken.

Eine sehr aufschlussreiche Aussage zur Tätigkeit des menschlichen Geistes, dem Denken, hat der britische Mathematiker und Philosoph Bertrand Russel, 1872 bis 1970, gemacht. Er sagte:

Die Menschen haben vor dem freien Denken mehr Angst als vor irgend sonst etwas auf der Welt, mehr Angst als vor dem Ruin, mehr Angst als vor dem Tod.

Eigenes freies Denken ist umstürzlerisch und revolutionär, destruktiv und schrecklich.

Das eigene freie Denken kennt keine Gnade gegenüber Privilegien, fest begründeten Institutionen und bequemen Gewohnheiten.

Das eigene freie Denken ist anarchisch, gesetzlos, gleichgültig gegenüber den Autoritäten

und rücksichtslos gegen die „erprobte Weisheit“ von Jahrhunderten.

Das eigene freie Denken blickt hinab in die Tiefe der Hölle, aber es fürchtet sich nicht.

Es sieht den Menschen – ein schwaches Fleckchen – umgeben von unergründlichen Tiefen des Schweigens.

Aber das freie Denken hält sich stolz und aufrecht und ungerührt davon, als wäre es der Herr des Universums.

Das eigene freie Denken ist groß und behende.

Es ist das Licht der Welt und der höchste Ruhm des Menschen.

Implizit drückt B. Russel, der in der kapitalistischen Gesellschafts-Ordnung in Großbritannien

gelebt hat, mit dieser Erkenntnis aus, wie schlecht es um die Freiheit des Geistes in dieser Gesellschaft stand.

Aber in den Diktaturen und in den streng konfessionell geprägten Gesellschaften sieht es damit noch viel schlimmer aus. Dort riskieren noch heute frei denkende Menschen ihre Freiheit und ihr Leben.

Aber das eigene freie Denken ist immer ein Akt des Mutes, ein Abenteuer, ein Akt der Selbstfindung. Es verändert den Menschen, es macht ihn wacher, lebendiger und innerlich reicher.

Auch jetzt, im 21.Jahrhundert ist die Rate der frei denkenden Menschen in allen Völkern sehr gering. Es wird auch von den aktuellen Herrschern aller Länder auch so gewünscht.

Diesen Zustand muss man als ein großes historisch-zivilisatorisches Defizit innerhalb der Menschheit klassifizieren, welches in der mittleren historischen Zukunft der Menschheit unbedingt beseitigt werden muss. Die kommenden großen zivilisatorischen Herausforderungen an die Menschheit verlangen hochbefähigte Menschen, die mit ihrem Geist frei denken wollen und es dann hoffentlich auch ohne Einschränkungen dürfen.

Anhang 4: Eine Weltregierung

In diesem Anhang möchte ich einige Persönlichkeiten aus dem 19. und 20. Jahrhundert vorstellen, die vor allem durch ihren praktizierten Humanismus weltbekannt und dafür von der Menschheit bewundert wurden und zum Teil heute noch bewundert werden.

Sie hatten das menschliche und zum Teil auch das fachliche Format, um Mitglied einer Weltregierung zu sein. Eine aus diesen Persönlichkeiten bestehende Weltregierung hätte das Format gehabt, um die Menschheit in Frieden, Freiheit, sozialer Gerechtigkeit und Solidarität zu führen. Einer solchen Weltregierung hätte sich die Menschheit mit gutem Gewissen anvertrauen können, denn diese Weltregierung hätte ausschließlich das Wohlergehen der Menschheit, das Wohlergehen aller Menschen auf Erden, im Auge gehabt.

Nun will ich mit der Vorstellung beginnen:

  1. Mahatma Gandhi, Jurist, (1869 bis 1948) hat den gewaltlosen Kampf des indischen Volkes gegen die britische Kolonialherrschaft in Indien geführt. Er wurde damit zur „Seele des indischen Volkes“ und zum Vorbild eines Freiheitskämpfers innerhalb der gesamten Menschheit.

  2. Nelson Mandela, Jurist, geb. 1917. Er war der Führer des ANC, des Afrikanischen National-Kongresses, welcher gegen das rassistische Apartheid-Regime der weißen Minderheit in Südafrika den Kampf aufgenommen hatte. Der ANC kämpfte also um elementare Menschenrechte für die Mehrheit des südafrikanischen Volkes.

Die Apartheid-Herrscher sperrten Nelson Mandela für seinen konsequenten Kampf um elementare Menschenrechte für 27 lange Jahre ins Gefängnis. Aber unter dem Druck des Kampfes des verbotenen ANC, dessen Rückhalt in der diskriminierten Bevölkerung immer größer wurde, und auch unter dem zunehmenden internationalen Druck mussten die Apartheit-Herrscher den ANC wieder legalisieren und Nelson Mandela im Jahre 1990 aus dem Gefängnis entlassen.

Die ganze fortschrittliche Welt bejubelte diesen so schwer erkämpften Sieg des ANC über das verbrecherische und so gewalttätige Apartheit-Regime von Südafrika.

Sofort nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis setzte Nelson Mandela eine Politik der Versöhnung mit der weißen Minderheit im Lande durch, und wies jeden Gedanken an Rache und Vergeltung für das erlittene Leid zurück. Dieser Akt des Humanismus rettete Südafrika vor einem Bürgerkrieg, welcher dann auch das ganze südliche Afrika erschüttert hätte. Für diese humanistische Tat wurde Nelson Mandela zum Liebling der Menschheit, und er wurde dafür mit dem Friedens-Nobelpreis geehrt. Nelson Mandelas Humanismus inspiriert noch heute die fortschrittlichen Menschen in aller Welt.

  1. Martin Luther King, Theologe, (1929 bis 1968) führte in den USA seit 1954 den

gewaltlosen Kampf der Afro-Amerikaner gegen die dortige Rassen-Diskriminierung.

Er wurde in den USA und in der ganzen Welt sehr populär, und für die Rassisten in

den USA immer „gefährlicher“. Ihren verbrecherischen Horizonten entsprechend

ermordeten die Rassisten diesen humanistischen Kämpfer für die Freiheit am 4 April

1968. Doch seine Getreuen haben den Kampf des Martin Luther mit Erfolg weiter-

geführt, so dass heute der Rassismus in den kapitalistischen USA nur noch verdeckt

existiert.

  1. Berta von Suttner, Schriftstellerin, Musiklehrerin (1843 bis 1914)

Als Tochter eines österreichischen Generals wurde sie nach der schrecklichen Schlacht bei Königgrätz im Jahre 1866 eine leidenschaftliche Kriegsgegnerin und organisierte die bürgerlich-pazifistische Bewegung in Europa. In ihrem Aufsehen erregenden Buch „Die Waffen nieder“ geißelte Berta von Suttner Militarismus und Krieg als die schlimmsten Verbrechen der Herrscher aller Länder an der Menschheit.

Bis zu ihrem Lebensende wirkte sie unermüdlich für eine friedliche und humanistische

Menschheit. Sie wurde mit dem Friedensnobelpreis geehrt.

  1. Henri Dunant, Kaufmann, (1828 bis 1910)

Auf einer Dienstreise im Jahre 1859 kam Henri Dunant durch Zufall am Schlachtfeld

von Solferino vorbei. Als er dort Tausende schwerverletzte Soldaten ohne jede menschliche und medizinische Hilfe schreien hörte und auch sah, vergaß er voller Empörung seinen kaufmännischen Auftrag und drang zum französischen Kaiser Napoleon dem Dritten vor, der gerade mit seinem militaristischen Gefolge den „großen Sieg“ über den „verhassten“ österreichischen Feind feierte und forderte von diesem sofortige menschliche und medizinische Hilfe für die Unglücklichen. Vergeblich!

Henri Dunant hatte von „Stund an“ seinen kaufmännischen Beruf vergessen und erkämpfte die Einberufung einer großen Konferenz, auf welcher die Genfer Konvention zur Kriegsführung beschlossen wurde. Damit wurde Henri Dunant zum Begründer des Roten Kreuzes, welches von nun an das Recht hatte, verwundeten Soldaten menschlichen und medizinischen Beistand zu geben, ohne nachzufragen, welcher Kriegspartei die Soldaten angehören. Für seinen unermüdlichen Einsatz zur Rettung Hunderttausender verwundeter Soldaten wurde Henri Dunant 1901 mit dem Friedensnobelpreis geehrt.

  1. Albert Schweitzer, Theologe, Arzt und Organist (1875 bis 1965)

Albert Schweitzer war ein eine weltweit große Wirkung erzielender christlicher Humanist. Er ging als Arzt nach Lambarene in Afrika, um dort den Ärmsten und

Schwächsten menschliche und medizinische Hilfe zugeben. Er blieb sein ganzes Leben dort unter den Ärmsten und Schwächsten aus christlicher Überzeugung.

Albert Schweitzer war ein unermüdlicher Mahner zum Frieden innerhalb der Menschheit. Er wurde für sein so überragendes humanistisches Lebenswerk mit dem

Friedensnobelpreis 1952 geehrt.

  1. Sigmund Freud, Arzt, Psychologe (1856 bis 1939)

Sigmund Freud ist der Begründer der wissenschaftlichen Psychoanalyse. Er ist der Pionier der Menschheit bei der Erforschung des Unterbewussten in der menschlichen Seele. Seine Forschungsergebnisse lieferten fundamentale Beiträge zur Erkenntnis des menschlichen Wesens. Mit seiner Arbeit

„Das Unbehagen in der Kultur“

aus dem Jahre 1930 wies sich Sigmund Freud nicht nur als der bedeutendste Menschenkenner seiner Zeit sondern auch als ein bedeutender Kulturwissenschaftler des 20. Jahrhunderts aus.

  1. Erich Fromm, Psychologe (1900 bis 1980)

Er ist der Begründer der „Humanistischen Sozial-Psychologie“. Erich Fromm hat sich mit den Erkenntnissen des Sigmund Freud konstruktiv und kritisch auseinandergesetzt und als Konsequenz daraus die Humanistische Sozial-Psychologie begründet, in welcher der Mensch in seiner Wechselwirkung mit seiner Umwelt untersucht wird.

Erich Fromm hat ein umfangreiches Lebenswerk hinterlassen, in welchem das Wesen des Menschen auf einer sehr breiten Basis tiefgründig untersucht wird.

Es existiert heute eine weltweit agierende „Erich Fromm Gesellschaft“, welche dessen

so wichtigen Erkenntnisse zum Wesen des Menschen popularisiert.

  1. Alexander Sutherland Neill, Pädagoge, Psychologe (1883 bis 1973)

A.S. Neill hat als junger Lehrer im Jahre 1920 das britische „Prügel-Pädagogik-System“ verlassen und eine eigene Schule gegründet, in welcher er die ihm anvertrauten Kinder freiheitlich, liebevoll, wahrhaftig und humanistisch erzog.

Er leitete seine Schule „Summerhill“ etwa 50 Jahre lang. In seinem weltweit großes Interesse erregenden Buch

„Die freiheitliche Erziehung der Kinder am Beispiel der Schule Summerhill“

veröffentlichte er seine Erfahrungen bei einer freiheitlichen Erziehung der Kinder und bereicherte damit das Menschheitswissen im Bereich der Pädagogik und der Kinderpsychologie wie kein anderer Pädagoge bisher.

Mit seinem Lebenswerk als praktischer Humanist hat er sich unvergängliche Verdienste um das Glück der Menschheit erworben.

  1. Albert Einstein, Physiker, Pazifist (1879 bis 1955)

Albert Einstein war einer der Schöpfer der modernen Naturwissenschaften. Mit der Schöpfung der Speziellen und der Allgemeinen Relativitätstheorie sowie der Lichtquanten-Hypothese hat er die Physik nach 1900 aus einer schweren wissenschaftlichen Krise herausgeholt. 1921 erhielt A.Einstein den Physik-Nobelpreis.

Die zweite Seite seiner Persönlichkeit war seine tiefe Friedensliebe, sein Pazifismus.

Er unterschrieb im Jahre 1914 nicht das beschämende Machwerk „An die Kulturwelt“,

in welchem zur Schande Deutschlands 93 der führenden Gelehrten und Künstler den

ersten Weltkrieg geistig unterstützen.

1933 musste der schon weltberühmte Gelehrte A. Einstein aus dem faschistischen

Deutschland emigrieren und trat in seiner Wahlheimat, den USA, gegen den deutschen Faschismus auf.

Nach dem 2.Weltkrieg veröffentlichte A.Einstein die Schrift „Warum Sozialismus“, in welcher er den USA-Kapitalismus/Imperialismus einer scharfen Kritik unterzog.

Die Atombomben-Abwürfe der USA auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki verurteilte A.Einstein als ein schweres Verbrechen gegen die Menschheit.

In seinen letzten Lebensjahren setzte A. Einstein sich engagiert für die allgemeine Abrüstung und das Verbot aller Kernwaffen ein.

A.Einstein wurde von einem amerikanischen Gremium zur bedeutendsten Persönlichkeit des 20.Jahrhunderts erklärt.

Die Wirkung der fachlichen Arbeiten und sein Vorbild als Humanist finden bis heute innerhalb des Menschheitsprozesses große Anerkennung.

  1. Linus Pauling, Physiko-Chemiker, (1901 bis 1992)

Der amerikanische Physiko-Chemiker Linus Pauling erhielt für seine fundamentalen

Forschungsergebnisse zur chemischen Bindung im Jahre 1954 den Nobelpreis für Chemie. Obwohl er nicht an Projekten zur Atomrüstung beteiligt war, konnte er als Fachmann die großen Gefahren für die Menschheit durch die Existenz von Kernwaffen genau erkennen. Er nahm als einer der führenden Wissenschaftler der USA seine Verantwortung wahr, trat „aus dem Labor heraus“ und sammelte 11.000 Unterschriften gegen die die Gesundheit der gesamten Menschheit bedrohenden Atomwaffenversuche in der Atmosphäre. Mit einigen Getreuen protestierte dieser weltberühmte Wissenschaftler einige Tage direkt vor dem „Weißen Haus“ in Washington mit einem Transparent, auf welchem geschrieben stand:

„Wir haben kein Recht dieses zu tun“

(Dieser kurze Text symbolisiert ganz deutlich, dass die Menschheit nicht alles tun darf, was die Wissenschaften potentiell hergeben. An diesen Satz muss die Menschheit bei der Gestaltung der Biologisch-Genetischen Epoche ständig denken)

Diese Aktivitäten des L.Pauling und seiner Getreuen erzielten Wirkung derart, dass die Atommächte im Jahre 1963 einen Vertrag über das Verbot von Kernwaffenversuchen in der Atmosphäre und in der Antarktis schlossen.

Das verantwortungsvolle Engagement des Wissenschaftlers L.Pauling hat die Menschheit vor einer großen Gefahr gerettet, welche die „kalten Krieger“ skrupellos in den 50er Jahren des 20.Jahrhunderts heraufbeschworen hatten.

Linus Pauling wurde für dieses humanistische Engagement mit dem Friedensnobel-

Preis geehrt.

  1. Andrei Sacharow, Physiker, (1923 bis 1992 )

Andrei Sacharow war ein Patriot seines sowjetischen Heimatlandes. Er hat das große Bildungsangebot, welches die Sowjetunion fleißigen und intelligenten jungen Menschen anbot, genutzt und wurde ein brillanter Kernphysiker. Als Patriot seines Landes hat er führend an der Entwicklung der sowjetischen Wasserstoffbombe mitgearbeitet, und er wurde dafür mit dem Leninorden ausgezeichnet. Aufgrund seiner

hochwertigen Forschungsergebnisse und seiner großen Fachkompetenz wurde er als Mitglied in die Akademie der UdSSR aufgenommen. So war er zum Ende der 60er Jahre des 20.Jahrhunderts zu einer der führenden Persönlichkeiten der Sowjetunion herangewachsen.

Aber die gesellschafts-politischen, ökonomisch-sozialen, geistigen und ethisch-moralischen Prozesse im weltweit geführten Kalten Krieg forderten ihn heraus Stellung zu beziehen. A. Sacharow begann sich vehement für die weltweite Abrüstung, vor allem für die Abschaffung der so gefährlichen Atomwaffen-Arsenale einzusetzen, denn er hatte klar erkannt, dass die so teure Hochrüstung im Kalten Krieg die Menschheit, und damit auch die große Sowjetunion, sozial auszehren wird.

Sacharow erkannte auch, dass die Sowjetgesellschaft gesellschafts-politisch zu

erstarren begann, und dass sie ökonomisch-sozial stagnierte. Er forderte die

sowjetische Führung, also die Kommunistische Partei und die sowjetische Regierung

zu Reformen auf, um die Sowjetunion wieder auf einen Erfolgskurs zu bringen.

Aber die Herrscher in der Sowjetunion unter L.Breshnew ließen sich auf gar keine

Reformen ein. Statt dessen führten sie das Land weiter unter einem diktatorisch-zentra

listischen Regime weiter, und sie begannen gegen A.Sacharow und andere Dissidenten

mit ihrem Polizei- und Justiz-Apparat vorzugehen. Da A. Sacharow ein ganz promi-

nenter Bürger der Sowjetunion war, konnten die Herrscher ihn nicht ins Gefängnis

stecken. Sie verbannten ihn im Jahre 1980 aus Moskau ins ferne Gorki und isolierten

ihn aus der Gesellschaft. A.Sacharow blieb aber seinen Erkenntnissen und Überzeu-

gungen treu.Er wurde im Jahre 1986 von Michail Gorbatschow aus seiner Verbannung

befreit. Für seinen Kampf gegen die Rüstung und für die Bürgerrechte der Menschen

in der damaligen Sowjetunion wurde A.Sacharow mit dem Friedensnobel-Preis geehrt.

  1. Karl-Heinz Böhm, Schauspieler, geboren 1928

K.H. Böhm entstammt einer gutbürgerlichen österreichischen Familie. In den 50er und 60er Jahren des 20.Jahrhunderts war er ein recht erfolgreicher Schauspieler.

Doch sein Leben änderte sich schlagartig, als er im Jahre 1981 in der deutschen Unterhaltungssendung „Wetten, dass…“ eine Wette einging, in welcher er zusagte, dass er etwas materielle und finanzielle Hilfe für die Ärmsten in dem afrikanischen Land Äthiopien leisten würde. Er fuhr dann nach Äthiopien und war von dem dort existierenden menschlichen und sozialen Elend dermaßen erschüttert, dass er beschloss, sein bisheriges gutbürgerliches Leben vollkommen hinter sich zu lassen, um von nun an mit allen seinen Kräften und Möglichkeiten (seine Beziehungen in Europa) den Ärmsten und Schwächsten in Äthiopien zu helfen.

Seitdem ist K.H.Böhm in Athiopien als Samariter rastlos tätig, und er hat bisher etwa

25 Millionen Menschen dort, vor allem auch Kindern, ihr Elend gemildert/bekämpft.

Mit Nahrungsmitteln, mit dem Bau von Schulen und Krankenhäusern unterstützt der nunmehr über 80 Jahre alte K.H.Böhm das soviel Elend leidende äthiopische Volk.

K.H. Böhm ist ein Beispiel dafür, wie viel Humanismus in uns Menschen angelegt ist

Etwa im Jahre 2005 hat K.H.Böhm in einem Fernseh-Interview ausgesprochen, was wirklich notwendig ist, um das Elend in der „Dritten Welt“ zu beenden. Er sagte:

„Die reichen kapitalistischen Industrieländer des Nordens sollen endlich den 500-

jährigen Kolonialismus gegenüber den Ländern der „Dritten Welt“ beenden. Erst dann

wird es dort wirklich besser werden!“

Die hier vorgestellte Menschengruppe hätte sicherlich das Format, eine Weltregierung zu sein. Diese Menschen würden, sofern sie noch lebten und den Auftrag hätten, eine Weltregierung zu bilden, mit ihrem Wirken das Schicksal der Menschheit in friedliche, freiheitliche, sozial gerechte und humanistische Bahnen lenken.

Die Mitglieder dieser fiktiven Weltregierung kommen aus vier Kontinenten, und auch ihre Berufe ergeben ein gutes Spektrum an Weltwissen, mit dem diese Weltregierung gut ausgestattet wäre.

Die kommenden zivilisatorischen Herausforderungen an die Menschheit, verknüpft mit dem

konstruktiven Gebrauch der dann vorhandenen zivilisatorischen Potentiale, werden sehr viele

außerordentliche Persönlichkeiten hervorbringen, so dass dann „Weltregierungen“ auf ganz breiter Basis entstehen werden, so wie ich es im Kapitel 4 dieser Arbeit herausgearbeitet habe.

LITERATURVERZEICHNIS:

1. H.Fritzsch: Vom Urknall zum Zerfall.

Piper- und Co-Verlag, 4.Auflage 2001

  1. St Hawking/L.Mlodinow: Der große Entwurf.

Rohwohlt-Verlag, 3.Auflage 2010

  1. H. Lesch/J.Müller: Big Bang zweiter Akt. Auf den Spuren des Lebens im All.

Goldmann-Verlag, 2.Auflage 2005.

  1. H. Lindner: Das Bild der modernen Physik.

Urania-Verlag Leipzig – Jena – Berlin, 1. Auflage 1973

5. H.Füller: Das Bild der modernen Biologie.

Urania-Verlag Leipzig – Jena – Berlin, 1.Auflage 1980

6. J.Ryfkin: Das biotechnische Zeitalter.

Goldmann-Verlag, 2. Auflage 2000

7. T. Wilkie: Gefährliches Wissen.

Rotbuch-Verlag, 1.Auflage 1996

8. F.Kleinhempel: Medizinische Ethik im 21.Jahrhundert.

Monatszeitschrift der Humboldt-Universität zu Berlin.

6/2002

9. T.Bonhoeffer/P.Gruss: Zukunft Gehirn.

Verlag C.H.Beck, München 2011

10. S.Freud: Das Unbehagen in der Kultur.

Fischer-Verlag, 9.Auflage 2004

11. R.Funk: Taschenbuch-Ausgabe der Werke Erich Fromms.10 Bände

Deutscher Taschenbuch-Verlag, 1.Auflage 1989

12. A.S.Neill: Theorie und Praxis der antiautoritären Erziehung.

Das Beispiel Summerhill. Rowohlt-Verlag 1969

13. A.Stern: Ich war nie in der Schule.

Verlag Zabert Sandmann GmbH, 4. Auflage 2004

14. P.Lauster: Die Liebe. Psychologie eines Phänomens.

Econ-Verlag, 1.Auflage 1980

15. P.Lauster: Das Lauster-Lebensbuch.

Econ-Verlag 1990

16. J Bauer: Prinzip Menschlichkeit.

Hoffmann- und Campe-Verlag, 1.Auflage 2006

17. J.Bauer: Warum ich fühle, was Du fühlst.

Das Geheimnis der Spiegelneurone

W.Heyne-Verlag, 7. Auflage 2006

18. R.Münz/A.F.Reiterer: Wie schnell wächst die Zahl der Menschen?

Fischer Taschenbuch-Verlag, 2.Auflage 2007

19. K. Hahlbrok: Kann unsere Erde die Menschen noch ernähren?

Fischer Taschenbuch-Verlag, 4.Auflage 2009

20. H.J.Wagner: Was sind die Energien des 21.Jahrhunderts?

Fischer Taschenbuch-Verlag, 4. Auflage 2010

21. M.Latif: Bringen wir das Klima aus dem Takt?

Fischer Taschenbuch-Verlag, 6. Auflage 2010

22.S.Rahmstorf/

K.Richardson: Wie bedroht sind unsere Ozeane?

Fischer Taschenbuch-Verlag, 3. Auflage 2010

23. S. Kaufmann: Wächst die Seuchengefahr?

Fischer Taschenbuch-Verlag, 1.Auflage 2008

24. J. Ziegler: Das Imperium der Schande.

Pantheon-Verlag, 4. Auflage 2005

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